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Lokales Jung sorgt sich um Leipzigs S-Bahn-Linie 1 und Gebühren am Hauptbahnhof
Leipzig Lokales Jung sorgt sich um Leipzigs S-Bahn-Linie 1 und Gebühren am Hauptbahnhof
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18:46 08.12.2011
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Leipzig

Hintergrund ist ein heftiger Streit zwischen Kommunen und Fahrgastverbänden mit der Landesregierung in Dresden.

Sachsen erhält jedes Jahr vom Bund sogenannte Regionalisierungsmittel. Das Geld ist für den  Schienenpersonennahverkehr (SPNV) vorgesehen. Statt die gesamte Summe an die Verkehrsverbünde für den Betrieb der Strecken durchzureichen, behält der Freistaat einen Teil der Summe ein. Das Land plane für das nächste Jahr Einschnitte in Höhe von fast 35 Millionen Euro - nach Kürzungen um 24,2 Millionen Euro Ende 2010.

Das Geld wird, so der Landesverband Elbe-Saale des Verkehrclubs Deutschland (VCD), für Investitionen wie die Mehrkosten des Leipziger Citytunnels oder die Subventionierung von Schülertickets genutzt. „Diese Beträge müssten eigentlich aus dem Landeshaushalt beglichen werden“, erklärte VCD-Finanzexperte Matthias Reichmuth.

 

Sachsen saniere so auf Kosten des Nahverkehrs seinen Haushalt. Der VCD und auch Jung, der am Dienstag als Vizepräsident des Sächsischen Städte- und Gemeindetages auch für Dresden und Chemnitz sprach, sehen eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt. Der Bund lege seine Zuwendungen an die Länder 2014 neu fest. Bemessungsgröße seien voraussichtlich die 2012 bestellten Zugkilometer. Und da sei in den sächsischen Regionen inzwischen kräftig zusammengestrichen worden.

„Mit dem Fahrplanwechsel verkehrt die Regionalbahn zwischen Grimma und Meißen am Wochenende und vormittags statt stündlich nur noch im Zweistundentakt“, berichtete Reichmuth. Auf der Strecke Erfurt – Chemnitz werde keine durchgängige Verbindung mehr angeboten. Dabei war der Abschnitt zwischen Gößnitz und Glauchau erst saniert worden, um eine Viertelstunde Reisezeit einzusparen. „Die 15 Minuten gehen jetzt beim Umsteigen wieder drauf“, so Reichmuth.

Teuer war auch die Stilllegung der Leipziger S 1 im vergangenen Jahr. Weil sich ein Vertrag mit der Deutschen Bahn nicht mehr kündigen ließ, mussten, so der VCD,  eine halbe Million Euro für Stationsgebühren weitergezahlt werden, „für null Gegenleistung“. Die Liste ließe sich dem Fahrgastverband zufolge weiter fortsetzen.

Nach Meinung des Oberbürgermeisters und des Verkehrsclubs drohe nun 2014 eine gekürzte Zuwendung durch den Bund und anschließend eine weiteres Streichkonzert durch den Freistaat. Der VCD fordert deshalb einen Bruchteil der von Finanzminister Georg Unland (CDU) in der vergangenen Woche verkündeten Steuermehreinnahmen für dieses und nächstes Jahr von rund 1,53 Milliarden Euro in den Nahverkehr zu stecken. „Wir sägen sonst an dem Ast, auf dem die Alternative zum Auto liegt“, meinte Reichmuth.

Und noch einen Kreislauf müsse durchbrochen werden. Weil weniger Züge den Leipziger Hauptbahnhof ansteuerten, müsse auch die Bahn mit Ausfällen bei den Stationsgebühren, die für jeden Stopp fällig werden, rechnen. Die drohende Folge: Eine Erhöhung dieser Haltetarife. „Leipzig könnte dann zum teuersten Hauptbahnhof in Deutschland bei einem Zughalt werden“, befürchtet Jung.

Matthias Roth

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