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Lokales Jung verschiebt Entscheidung zum Leipziger Einheitsdenkmal – Linke will Bürgerentscheid
Leipzig Lokales Jung verschiebt Entscheidung zum Leipziger Einheitsdenkmal – Linke will Bürgerentscheid
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15:03 22.08.2012
Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) ist überzeugt, dass keiner der Entwürfe "geeignet ist, von der Bevölkerung mitgetragen zu werden". Quelle: dpa
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Leipzig

"Ich werde keinen der Entwürfe dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorschlagen", sagte er der LVZ, "weil keiner geeignet ist, von der Bevölkerung mitgetragen zu werden."

Barbara Höll, OBM-Kandidatin der Linken, machte sich am Mittwoch für einen Bürgerentscheid stark. Wer den Leipziger Herbst ’89 verstanden habe, müsse die Stadtbevölkerung über das Denkmal abstimmen lassen, betonte die Bundestagsabgeordnete. Angesichts der ihrer Meinung nach „durch und durch misslungenen Entwürfe“ müsse die Bevölkerung zur Grundsatzfrage des Denkmals nun umso nachdrücklicher ihre Meinung bekunden dürfen, sagte Höll.

Zuvor hatte bereits Jungs CDU-Herausforderer Horst Wawrzynski gefordert, die Leipziger über Denkmal abstimmen zu lassen. Jung nannte dies "populistisch". Einen Bürgerentscheid zum Denkmal, das auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz gebaut werden soll, lehnt er klar ab.

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Künstler sollen ihre Entwürfe überarbeiten

Der Oberbürgermeister kündigte Gespräche mit den Künstlern der drei bestplatzierten Vorschläge an. Er wolle ihnen nahelegen, ihre Ideen zu überarbeiten und die während der Bürgerbeteiligung geäußerten Kritiken zu berücksichtigen. Ursprünglich sah der Plan vor, dass der Stadtrat bereits im Juni beschließt, welcher Entwurf bis zum 25. Jahrestag der Friedlichen Revolution 2014 verwirklicht werden soll.

Wie Jung gegenüber der LVZ erklärte, hätten ihm die Reaktionen und tausendfachen Kommentare und Kritiken während der Bürgerbeteiligung in den vergangenen Wochen gezeigt, dass die Leipziger die von der Expertenjury im Juli präsentierten drei bestplatzierten Gestaltungsvorschläge ablehnten. Er wolle daher mit den Künstlern Gespräche führen und sie zur Überarbeitung ihrer Projekte bewegen.

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Künstler, der die Demokratie ernst nimmt, über die Bevölkerung hinweg geht", sagte Jung, der gerade aus dem Urlaub zurückgekehrt war und sich am Dienstagabend in einer Bürgersprechstunde auch dazu äußerte. Leipzigs Kulturbürgermeister Michael Faber (parteilos) hatte bereits vor wenigen Tagen gegenüber LVZ-Online Änderungen an den Entwürfen angekündigt.

Jung: Denkmal ist „einmalige“ Chance

Barbara Höll, OBM-Kandidatin der Linken, macht sich für einen Bürgerentscheid zum Einheitsdenkmal stark. Quelle: Andreas Döring

Grundsätzlich stehe Jung jedoch dazu, in Leipzig ein Freiheits- und Einheitsdenkmal zu errichten. Es sei einmalig, dass der Bundestag der Stadt solch ein Denkmal schenkt und so den Beitrag der Leipziger zu Freiheit und Einheit würdigt. Der Bund gibt dafür fünf Millionen Euro, Sachsen 1,5 Millionen.

Rund 5200 Menschen hatten im neuen Rathaus eine dreiwöchige Ausstellung mit allen 39 Entwürfen angesehen. Rund 800 Gäste kommentierten die Entwürfe im Gästebuch. Mehr als 9400 Besucher informierten sich in einem eigens eingerichteten Online-Forum, 1200 steuerten ihre Meinung bei.

Klaus Staeubert/dpa

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