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Junge Leipziger löchern Oberbürgermeister Burkhard Jung mit Fragen

Warum hast du das Rauchen nicht verboten? Junge Leipziger löchern Oberbürgermeister Burkhard Jung mit Fragen

Einmal im Jahr lädt Leipzigs Oberbürgermeister die junge Öffentlichkeit der Stadt ein. 50 Schüler sind am Dienstag zur Sprechstunde für Kinder und Jugendliche von Burkhard Jung (SPD) ins Stadtbüro in der Katharinenstraße gekommen.

Stellt sich den Fragen der jungen Einwohner: OBM Burkhard Jung.

Quelle: Kempner

Leipzig. Einmal im Jahr lädt der Oberbürgermeister die junge Öffentlichkeit der Stadt ein. 50 Schüler und einige Erwachsene sind am Dienstag zur Sprechstunde für Kinder und Jugendliche von Burkhard Jung (SPD) ins Stadtbüro in der Katharinenstraße gekommen. Es ging um die Ausstattung von Schulen und Spielplätzen, die Unterbringung von Geflüchteten, das Wahlrecht für Minderjährige. Gefragt wurde der Stadtchef aber auch, warum das Rauchen eigentlich noch erlaubt ist und wieso die Straßenbahnen in Leipzig so laut sein müssen.

Jannes Thörmer (7): Warum kann ich mir die Grundschule nicht aussuchen, auf die ich gehen will?

Burkhard Jung: Ich finde, einmal im Leben sollten alle Kinder in einer Schule zusammen sein – egal aus welcher Familie sie kommen, mit welcher Religion sie aufwachsen, ob sie arm oder reich sind. Das ist vielleicht etwas altmodisch, aber die weiterführende Schule oder auch die Grundschulen in freier Trägerschaft kann man sich ja aussuchen.

Nina Brandt (9): Wie können wir an unserer Grundschule in Portitz mehr Platz schaffen, damit wir nicht in drei Durchgängen essen müssen?

Hm, das stimmt, in Portitz ist es knapp und eng im Essensbereich. Wir haben dazu einen Schulentwicklungsplan, mit dem wir solche Probleme in den kommenden Jahren lösen wollen.

Chantal Omler (15): Bei uns in Grünau gibt es das Gerücht, dass ein Campus gemacht werden soll, dass vier Schulen zu einer Schule werden sollen? Stimmt das?

Nicht ganz. Wir möchten für die Schulen in Grünau einen Campus schaffen, das ist richtig. Es soll einen gemeinsamen Bereich geben, an dem die verschiedenen Grünauer Schulen – Grundschulen, Mittelschulen und Gymnasium – an einem Ort zusammen kommen. Das bedeutet aber nicht, dass die Schulen zusammengelegt werden.

Antonia Stephan (8): Wie geht es mit den Flüchtlingen weiter?

Das ist ein ganz wichtiges Thema. Erst müssen alle ein Dach über dem Kopf haben, dann müssen sie auch in die Schule gehen können, arbeiten und in gesicherte Verhältnisse kommen. Diese Aufgaben liegen noch vor uns. Wir brauchen die Unterstützung aller Menschen in Leipzig, damit wir das schaffen.

Rosalie Rentsch (9): Wie sollen die vielen Menschen jetzt im Winter untergebracht werden? Gibt es überhaupt genug Platz?

Es sind so viele gekommen, dass wir nicht mehr genügend Wohnraum haben. Und es kommen noch mehr. Wir haben jetzt beheizte Zelte bestellt, die wir für den Übergang nutzen werden. Das klingt zwar komisch, Zelten im Winter, aber die Zelte sind sehr gut ausgestattet und es ist die einzige Möglichkeit, denn auch im Januar werden wir noch 2000 Plätze zu wenig haben. Wir arbeiten aber auf Hochtouren, um echte Lösungen zu schaffen.

Bastian Post (8): Mögen sie Ihre Arbeit? Und Mögen sie Ihre Kollegen?

Meistens macht mir die Arbeit Spaß. Aber es gibt auch Sachen, die ich nicht so gerne mache. Ich muss zum Beispiel so viele Akten lesen. Ich lese zwar gern, aber diese Akten sind oft so komisch geschrieben und das macht nicht so viel Spaß. Und mit den Menschen ist es wie überall, mit den meisten arbeitet man gern, mit anderen eben nicht so gern.

Toni Weber (7): Wolltest Du schon immer Bürgermeister werden? Und wie wird man Bürgermeister?

Nein, ich wollte immer Lehrer werden und habe auch in dem Beruf gearbeitet. Ich war einige Jahre lang Schulleiter. Aber dann dachte ich, man müsste mal was Neues machen. Um Bürgermeister zu werden, müssen Dich die Menschen der Stadt wählen. Ich bin 2006 gewählt worden.

Marlene Richter (10): Ab wann dürfen wir denn wählen?

Wenn es nach mir geht, ab 16. Ich finde, es braucht ein gewisses Alter für die persönliche Meinungsfindung. Aber ich darf das nicht entscheiden, denn dafür gibt es Gesetze in Sachsen und in Deutschland, die zuerst geändert werden müssten.

Alina: Warum hast Du das Rauchen noch nicht verboten?

Na ja, eigentlich ist es ja verboten, zumindest in öffentlichen Gebäuden. In der Oper, im Gewandhaus in Museen oder in Schulen darf ja nicht geraucht werden. Privat können wir das den Menschen aber nicht verbieten. Ich gebe zu, ich mache es gelegentlich auch, aber gut ist es nicht.

Enna Beyrich (9): Wann wird die Käthe-Kollwitz-Straße zur 30er-Zone erklärt?

Nicht so bald. Die Käthe-Kollwitz-Straße ist eine Hauptverkehrsstraße und dort darf man laut Straßenverkehrsordnung 50 Kilometer pro Stunde fahren. Es muss deshalb eine sehr gute Begründung geben, um dort eine 30er-Zone einzurichten, wie zum Beispiel besondere Sicherheitsrisiken oder extreme Lärmbelastung. Es ist zwar laut da, aber so schnell werden wir das nicht machen dürfen. Das kann sich aber in Zukunft ändern.

Enna Beyrich: Und warum müssen die Straßenbahnen eigentlich so laut sein?

Oft handelt es sich um alte Schienen und alte Wagen, die so einen Krach machen. Das ändert sich aber langsam. In der neu gemachten Karl-Liebknecht-Straße ist unter den Gleisen schon eine Dämpfung eingebaut und auch die neueren Bahnen sind deutlich leiser. Es wird aber noch einige Jahre dauern, bis alle Bahnen leiser werden.

Florian Steglich (9): Was machen wir mit dem Klimawandel?

Das ist wichtig: Was können wir tun, damit die Erde auch für Euch und Eure Generation erhalten wird? Wir müssen etwas tun, denn wenn das Eis an den Polkappen schmilzt, steigt das Meer an und dann können viele Menschen vor allem an den Küsten nicht mehr leben. Wir alle können etwas dagegen tun, indem wir zum Beispiel die Heizung in der Schule etwas herunterdrehen, nicht den ganzen Tag das Fenster offen lassen und möglichst wenig Energie verbrauchen. Wenn die Schulen im nächsten Jahr Energie einsparen, dann können sie das dadurch gesparte Geld zur Hälfte für andere Dinge ausgeben, zum Beispiel für Spielzeug oder Schulbücher.

Alexander Rollsing (10): Was würden Sie sich wünschen, wenn sie einen Wunsch frei hätten?

Frieden auf der Welt. Aber das ist schwer zu machen, weil Menschen leider oft böse miteinander werden, wenn sie nicht bekommen, was sie wollen. Das fängt schon bei den Kindern an. Das gibt es auf dem Schulhof und Ihr kennt das sicherlich. Wir müssen achtsamer miteinander umgehen.

Von Roman Kreusch

Leipzig, Katharinenstraße 51.3420627 12.3749756
Leipzig, Katharinenstraße
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