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„Juwel“ am Leipziger Zoo glänzt wieder - Kongreßhalle nach Sanierung neu eröffnet

„Juwel“ am Leipziger Zoo glänzt wieder - Kongreßhalle nach Sanierung neu eröffnet

111 Jahre nach ihrer Eröffnung erstrahlt die Leipziger Kongreßhalle teilweise wieder in neuem Glanz. Der Nordflügel des für mehr als zwölf Millionen Euro sanierten Gebäudes wurde am Donnerstag feierlich an den Zoo übergeben.

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Blick in den frisch sanierten Bach-Saal der Leipziger Kongreßhalle.

Quelle: Andreas Döring

Leipzig. „Heute wird ein Traum wahr“, sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), der sich seit Jahren für die Sanierung der 1989 nach einem Brand geschlossenen Kongreßhalle stark gemacht hatte. Nach Abschluss des ersten Bauabschnitts stehen an der Pfaffendorfer Straße drei moderne Veranstaltungssäle für insgesamt über 500 Gäste zur Verfügung.

Zoochef Jörg Junhold fiel bei dem Festakt mit rund 200 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Kultur ein Stein vom Herzen. „Ich bin unglaublich stolz und glücklich, dass wir das geschafft haben“, sagte der Hausherr und blicke auf ein „wahnsinniges Jahr“ zurück. Nach der Eröffnung von Gondwanaland im Juni erwarte der Zoo in Kürze den zweimillionsten Besucher des Jahres. Im neuen Teil der Kongreßhalle, der mit zwei Monaten Bauverzug übergeben wurde, sei bis zuletzt gewerkelt worden. „Die letzten Leitern sind vor zwei Stunden gefallen“, so Junhold.

Insgesamt 14 Monate benötigten die Bauleute für den ersten Abschnitt. Mit 7,76 Millionen Euro Förderung vom Bund war es das größte Projekt im Konjunkturpaket II in Leipzig, wie Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) betonte. Die im September 2010 begonnenen Bauarbeiten an dem im Jahr 1900 eröffneten Gebäude, für die sich der Verein Kongreßhalle stark engagierte, umfasste neben der Sanierung des barocken Bach-Saals auch die Errichtung eines zweigeschossigen Anbaus. Als Würdigung der Musikstadt Leipzig sind alle Räume nach bekannten Komponisten benannt.

Fehlendes Fundament führt zu Bauverzug

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12,1 Millionen Euro kostete der erste Bauabschnitt bei der Sanierung der Kongreßhalle am Leipziger Zoo.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Der im Erdgeschoss untergebrachte Telemann-Saal für 125 Personen und der 250 Gäste fassende Händel-Saal sind bereits nutzbar, ebenso wie ein Foyer, die Wandelhalle und eine Ausstellungsfläche. Weitere Räume wie der Mahler-Saal im Obergeschoss sind rohbaufertig und sollen im zweiten Bauabschnitt fertiggestellt werden – auch das bislang noch fast unberührte Herzstück der Kongreßhalle, der historische große Saal.

Architekt Gerd Heise sprach von einer großen Herausforderung, die es bei der Sanierung zu bewältigen gab. So sei erst spät festgestellt worden, dass ein Fundament unter dem Gebäude fehlte und deshalb neu errichtet werden musste. Zudem sei das Experiment geglückt, „nicht in die historische Bausubstanz einzugreifen, sondern sie zu rekonstruieren, und gleichzeitig mit neuen Teilen zu ergänzen“. Diese „Symbiose aus Alt und Neu“, aus „historischer und zeitgemäßer, filigraner Architektur der Zukunft“ stieß bei Junhold und Jung einhellig auf Begeisterung.

Einer der künftigen Nutzer des neuen Tagungszentrums ist die Leipziger Messe. Wie Geschäftsführer Martin Buhl-Wagner gegenüber LVZ-Online betonte, böten die Räume eine optimale Ergänzung zum Congress Center Leipzig (CCL), das für Veranstaltungen ab 1000 Teilnehmern ausgelegt sei. „Es gibt bereits Anfragen für Veranstaltungen im nächsten Jahr“, berichtete Buhl-Wagner. Ziel sei es nun, die Kongreßhalle ins Bewusstsein von Unternehmen zu rücken und am Markt zu etablieren. Nach Fertigstellung des großen Saals im zweiten Bauabschnitt will die Messe-Gesellschaft selbst Betreiber der Kongreßhalle werden. Später sollen einmal 14 Räume mit einer Kapazität von je 125 bis 500 Gästen zur Verfügung stehen.

Sanierung des großen Saals "innerhalb der nächsten fünf Jahre

"

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Baustelle: Im großen Saal der Kongreßhalle gibt es noch viel zu tun.

Quelle: Andreas Döring

Im großen Saal gibt es allerdings noch jede Menge zu tun. In der 16 Meter hohen Halle stapelt sich Baumaterial, Löcher klaffen in der getäfelten Holzdecke, unter der abblätternden Tapete blitzen Jugendstil-Muster hervor. „Ich verspreche den Leipzigern, ihnen innerhalb der nächsten fünf Jahre die vollständig sanierte Kongreßhalle zu übergeben“, sagte Jung. Rund 30 Millionen Euro soll das gesamte Projekt früheren Berechnungen zufolge kosten. Für die Jahre 2012 bis 2014 seien bereits die entsprechenden Mittel im Haushalt eingeplant. „Wir wollen die Kongreßhalle als modernstes Jugendstil-Zentrum in Europa vermarkten“, so der OBM.

Zur Erinnerung an Jungs Zusage ließ sich der Architekt etwas besonderes einfallen. Er übergab einen zweigeteilten silbernen Schlüssel – die eine Hälfte an Junhold, die andere an den Oberbürgermeister. Nur beim Aufeinanderlegen bildet der Schlüssel ein Abbild der vollständigen Kongreßhalle  „Ich freue mich auf den Tag, wenn Sie beide zusammenfügen“, sagte Heise in Richtung des Stadtoberhaupts.

Robert Nößler

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