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Kahlschlag in Leipzig-Leutzsch: Umweltschützer protestieren

Baumfällungen Kahlschlag in Leipzig-Leutzsch: Umweltschützer protestieren

Mehr als 1000 Bäume im Leipziger Stadtgebiet fallen derzeit der Motorsäge zum Opfer. Auch in Leipzig-Leutzsch ist jetzt massiv abgeholzt worden. Der Stadtförster wird von Kritikern als „Baummörder“ bezeichnet – und spricht selbst von Sicherheitsmaßnahmen.

Im Auwald in Leipzig-Leutzsch wurden in den letzten Tagen zahlreiche Bäume gefällt. Ein Schild bezichtet den Stadtförster des "Baummords".

Quelle: Dirk Knofe / Nastasia Kinder

Leipzig. Autofahrer wunderten sich schon seit einigen Tagen. Wo vormals dicht an dicht Bäume standen, ist nun kaum noch etwas übrig. Der Stadtforst ließ südlich der Hans-Driesch-Straße im Auwald in den letzten Tagen zahlreiche alte Eschen fällen – wie bereits zuvor in Schleußig. Auch in Leutzsch protestieren deshalb nun Umweltschützer. Mit einem an einen Baum genagelten Schild kritisieren sie den Holzeinschlag in der Gottge. Die Förster werden unter anderem als „Auwalddiebe“, „Baummörder“ und „Vollpfosten“ verunglimpft.

Im Auwald an der Hans-Driesch-Straße in Leipzig werden derzeit zahlreiche Bäume gefällt.

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Andreas Sickert kann diese Kritik nicht nachvollziehen. „Man kann informieren, wie man will und wird immer einen Trottel finden, der es besser weiß“, schoss Leipzigs Stadtförster am Freitag auf Nachfrage von LVZ.de scharf gegen die Wald-Aktivisten zurück. Seit dem vergangenen Jahr sei im Forstwirtschaftsplan 2016 festgelegt, dass in dem Bereich gefällt wird, sagte Sickert. Abholzungen sind demnach auch in der Nonne, im nördlichen Auwald, Connewitzer Holz, Stötteritzer Wald und an der Lauer vorgesehen (siehe Karte unten). Insgesamt 10.000 Festmeter Baumbestand werden bis kommende Woche Mittwoch der Motorsäge zum Opfer gefallen sein – laut Sickert im Stadtgebiet etwas mehr als 1000 Bäume.

Fläche wird mit Eichen wiederaufgeforstet

„Der Wald muss nach den Plänen bewirtschaftet werden. Das ist alles mit Naturschutzverbänden und Wissenschaftlern abgestimmt“ betont Sickert. Doch seit die Fällungen zum Jahresbeginn im Gange sind und Leipzigs grüne Lunge deutlich sichtbare Lücken bekommt, regt sich Widerstand. Auch in Schleußig hatten Anwohner die Fällungen kritisiert ( LVZ.de berichtete). Sickert wies am Freitag erneut auf die dringende Notwendigkeit aus Sicherheitsgründen hin. Durch das Eschentriebsterben, von dem viele Gehölze befallen seien, könnten Äste herunterstürzen und Spaziergänger gefährden. „Ich möchte nicht verantworten, dass es irgendwann einen Toten gibt“, sagt der Stadtförster.

Andererseits sei der Eschenbestand im Auwald übermäßig hoch und soll reduziert werden – zugunsten der Artenvielfalt, wie Sickert erklärt. Die 15.000 Quadratmeter große Fläche an der Hans-Driesch-Straße westlich des Motodroms soll keine Wiese bleiben. Ab dem Frühjahr werde hier mit Eichen wieder aufgeforstet, um die Durchmischung im Auwald zu erhöhen. Diese Bäume brauchen viel Licht. Die Experten sprechen daher bei der abgeholzten Freifläche von einem sogenannten Femel-Loch. Auch Wildäpfel und Auen werden laut Sickert unter anderem gepflanzt.

Bäume werden verkauft

Und was wird mit den gefällten Bäumen? „Sie gehen an Sägewerke in Deutschland“, erläutert Sickert. Der Verkaufspreis schwanke stark Abhängig von der Qualität. Auf Auktionen würden zwischen 20 und 400 Euro pro Festmeter erzielt, berichtet der Förster. Sickert wies jedoch zuletzt daraufhin, dass das Fällen keine Maßnahme sei, um Geld in die kommunale Kasse zu spüren. Die Stadt schreibe nur „eine schwarze Null“. Allein mit den Maßnahmen in Leutzsch sind fünf Fremdfirmen beauftragt worden.

Von Robert Nößler

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