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Kaputte Bodenplatte: Sporthallen-Sanierung am Reclam-Gymnasium zieht sich hin

Kaputte Bodenplatte: Sporthallen-Sanierung am Reclam-Gymnasium zieht sich hin

Wer sie von außen sieht, bekommt unverzüglich Lust, in die Sportklamotten zu schlüpfen. Doch die Dreifeldhalle auf dem neu errichteten Deutsch-Französischen Bildungscampus in der Tarostraße - kurz Franz genannt - ist in ihrem Inneren nach wie vor eine Baustelle.

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Das Innere der neuen Sporthalle auf dem Deutsch-Französischen Bildungscampus in der Tarostraße. Frühestens im Juni 2014 kann hier Sport getrieben werden.

Quelle: André Kempner

Die Schäden an der Bodenplatte aus Stahlbeton, die sich im Februar gleichsam über Nacht einstellten und die Folgen eines Statikfehlers sind, werden seit dieser Woche behoben. Der jetzt angestrebte Eröffnungstermin: Juni 2014.

Nicht nur die Lehrer und Schüler des Anton-Philipp-Reclam-Gymnasiums und der Pablo-Neruda-Grundschule - beide Einrichtungen bilden den Franz-Campus - warten sehnsüchtig auf die Freigabe der neuen Halle, auch mehrere Leipziger Sportvereine würden etwas darum geben, könnten sie endlich rein in das Objekt der Begierde. Doch sie alle müssen sich weiter in Geduld üben. Die Sportstätte, die längst fertig sein sollte, ist ein Pflege- und Versicherungsfall. Im Februar, der Rohbau stand gerade, wölbte sich die Bodenplatte. Sogenanntes Schichtenwasser drückte von unten mit einer solchen Wucht, dass sich der Stahlbeton verformte und Haarrisse davontrug. Wie sich sodann herausstellte, hatten zunächst der - inzwischen geschasste - Generalplaner und später ein Büro aus Weimar den Druck des Wassers aus der Tiefe bei den statischen Berechnungen nicht berücksichtigt. Zu allem Überfluss blieb das Malheur auch bei einer unabhängigen Prüfung unbemerkt. "Das habe ich so noch nie erlebt", sagt Raimund Krell, der Leiter des städtischen Amtes für Gebäudemanagement, "dass Planung und Check nicht funktionieren."

Die Platte zu dünn und nun undicht - macht einen Schaden von rund 500 000 Euro plus Gutachterkosten. Geld, das die Kommune zunächst einmal vorschießt und das sie sich vom Verursacher beziehungsweise von dessen Versicherung zurückholen wird. "Wir streben hierbei eine außergerichtliche Lösung an. Mehrausgaben wird es definitiv nicht geben. Deshalb verstehe ich auch nicht, warum wir mit unserem Projekt zuletzt im ,Schwarzbuch' des Bundes der Steuerzahler gelandet sind. Es bleibt bei der kalkulierten Investitionssumme in Höhe von 4,6 Millionen Euro", stellt Krell klar.

Gerade hat Teil eins der Sanierungsmaßnahmen begonnen. Er sieht vor, die Risse in der Bodenplatte mit Epoxidharz zu verpressen, einem dünnflüssigen Material, das im Beton aushärtet. "Diese Arbeiten werden drei bis vier Wochen dauern", erläutert Stephan Prengel, Projektleiter Schulhausbauprogramm im Amt für Gebäudemanagement. Während dieser Zeit laufen provisorische Pumpen mit Schwimmer-Schalter, die einen neuerlichen Auftrieb der Platte verhindern. Schritt zwei sieht den Einbau einer Tiefendrainage vor, um den Boden stets oberhalb des Schichtenwassers zu halten. "Dafür muss die Halle quasi ausgegraben werden", sagt Prengel. "Diese Arbeiten sollen im Dezember losgehen. Wegen des Ausschreibungsverfahrens klappt das nicht früher."

Ergo droht weiteres Ungemach: vom Winter. Krell und Prengel hoffen darauf, dass die kalte Jahreszeit nicht zu heftig ausfällt, denn im Juni wollen sie die Dreifeldhalle an das Amt für Jugend, Familie und Bildung (AfJFB), den eigentlichen Bauherrn, endlich übergeben. Das AfJFB hat dem Elternrat des Gymnasiums vorsorglich mitgeteilt, dass der Sportunterricht verlässlich erst mit Beginn des Schuljahres 2014/15 in dem neuen Gebäude stattfinden kann. Bis dahin heißt es für die Kids: Wer fit sein will, muss reisen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.11.2013

Dominic Welters

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