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Karli-Beben hat ein Müllproblem – neuer Rekord mit fast 20.000 Besuchern

Rest vom Straßenfest Karli-Beben hat ein Müllproblem – neuer Rekord mit fast 20.000 Besuchern

Plastikbecher, Kronkorken, zerbrochene Glasflaschen – nach dem Karli-Beben am Samstagabend glich Leipzigs Südmeile einer Müllhalde. Mit knapp 20.000 Party-Gästen feierte das Straßenfest einen neuen Besucherrekord. Das Abfallproblem zwingt die Veranstalter nun zum Umdenken.

Partymeile Karl-Liebknecht-Straße: Beim Karli-Beben am Samstag fiel so viel Müll an wie noch nie.

Quelle: Wolfgang Zeyen / Michael Frömmert

Leipzig.  „Am Sonnabend bunte Partymeile und am Sonntagabend bunte Müllmeile“: Ein Kommentator auf LVZ.de beschreibt, was sich wohl viele Passanten dachten, die am Tag nach dem Karli-Beben über die Karl-Liebknecht-Straße schlenderten. Plastikbecher, Kronkorken, Papiermüll und Scherben lagen zwischen Riemannstraße und Südplatz auf den Gehwegen verstreut. Nach der großen Party am Samstagabend sah es in der Südvorstadt aus wie sonst nur am Morgen nach der Silvesternacht.

Grauer Himmel und Regenschauer noch zu Beginn - aber auf der Leipziger Südmeile ging es am Samstagmorgen trotzdem schon ganz schön bunt los: Zum fünften Karli-Beben (16.04.2016) locken Händler und Gastronomen bis in die Abendstunden zu viel Programm.

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Mit 15.000 bis 20.000 Besuchern kamen nach Angaben der IG Karli so viele wie noch nie zu Leipzigs größtem Straßenfest, das 2014 als zweimal jährliche Baustellen-Party startete und nun erstmals auf der fertig sanierten Karli zum Feiern einlud. „Eine genaue Zählung ist immer schwierig, aber alle sind sich einig, dass es voller war als jemals zuvor“, sagte IG-Sprecher Frank Thiel am Montag gegenüber LVZ.de. Bei der vorigen Auflage im September waren es noch rund 13.000 Besucher, die vom Vormittag bis tief in die Nacht zu Live-Musik auf der abgesperrten Straße tanzten, durch die länger geöffneten Geschäfte flanierten oder kulinarische Spezialitäten probierten. Auch 40 Locations bedeuteten beim fünften Karli-Beben einen neuen Rekord.

Knapp eine Tonne Müll

Thiel bestätigt: „Das Müllaufkommen war deutlich größer als beim letzten Mal.“ Rund 80 blaue Säcke – insgesamt 850 Kilo Müll – sammelten die Organisatoren mit vielen Helfern am Sonntag ein. Auch eine Kehrmaschine kam zum Einsatz. „Bei einer Begehung am Mittag wurde klar, dass das noch nicht reicht“, so der 56-Jährige. Daher wurden mit einem Transporter und fleißigen Händen der Anlieger weiterer Unrat mühsam per Hand eingesammelt, Baumscheiben vom Müll befreit, Bürgersteige gekehrt und blaue 120-Liter-Säcke gefüllt. „Die Karli war um 17 Uhr sauber“, betont der IG-Sprecher.

Fast eine Tonne Müll

Fast eine Tonne Müll: Flowerpower-Wirt André Streng entsorgt die Überreste vom Karli-Beben.

Quelle: Facebook IG Karli

Bei vielen Südvorstädtern blieb jedoch der Eindruck vom Sonntagvormittag hängen, was Thiel selbst ärgert. „Jede Straße sieht nach einem Straßenfest schlimm aus. Als Veranstalter brauchen wir aber einen vernünftigen Zeitraum zur Reinigung.“ Am Montag war der IG-Sprecher, der Mitglied in der Kunst- und Gewerbegenossenschaft Feinkost ist, damit beschäftigt, Beschwerden von aufgebrachten Anwohnern beim Ordnungsamt zu beantworten. „Die Karli war noch nie so sauber wie jetzt“, meint Thiel, der den Danach-Zustand auch mit Fotos dokumentierte und ins Rathaus schickte.

Neues Abfallkonzept in Planung

Die Stadtreinigung, die auf der Karli dreimal wöchentlich die Fahrbahn und einmal den Gehweg reinigt, war nicht für die Müllbeseitigung verantwortlich. „Wir hatten dafür keinen Auftrag“, erklärte Sprecherin Ute Brückner gegenüber LVZ.de. „Es ist Sache der Verursacher, den Müll zu beseitigen, der über ein normales Maß hinausgeht, so wie an Silvester auch“, so Brückner. Die Veranstalter des Karli-Bebens hatten sich nach eigenen Angaben die Entsorgungsfirma Parentin aus Großpösna mit ins Boot geholt – einen Wettbewerber, der die Reinigung offenbar zu günstigeren Konditionen anbot.

Thiel zufolge soll beim nächsten Mal über ein neues Müllkonzept nachgedacht werden. „Wir haben das Thema intern schon diskutiert und werden uns dazu auch mit der Stadtreinigung an einen Tisch setzen.“ Denkbar sei, dass mehr Mülltonnen und Container aufgestellt werden.

Nächstes Karli-Beben wieder im Herbst?

Dass vom Karli-Beben im Nachhinein vor allem das Müllthema bleibt, wollen sowohl Veranstalter als auch Gastronomen verhindern. „Die Veranstaltung war einmal mehr ein großer Erfolg. Beim Karli-Beben wird mehr Umsatz generiert als in der Silvesternacht“, bilanziert der IG-Sprecher. Erfreulich sei vor allem gewesen, dass sich das Fest über die Hot-Spot-Zone zwischen Volkshaus und Südplatz hinaus deutlich ausgeweitet habe.

Eine Fortsetzung ist wahrscheinlich, aber noch nicht entschieden. Einen möglichen Termin für das sechste Beben – möglicherweise im kommenden Herbst – will die IG Karli bei der Auswertung in der kommenden Woche diskutierten.

Von Robert Nößler

Leipzig, Karl-Liebknecht-Straße 51.32569 12.373726
Leipzig, Karl-Liebknecht-Straße
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