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Karpfensterben im Schladitzer See: Bereits knapp zwei Tonnen Fisch abtransportiert

Karpfensterben im Schladitzer See: Bereits knapp zwei Tonnen Fisch abtransportiert

Die Idylle und Ruhe, die Angler eigentlich mögen, ist gestört. Am Schladitzer See sind die Petrijünger derzeit mehr damit beschäftigt, Fische zu bergen, als diese zu ködern.

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Der Anblick, der sich Spaziergängern am Schladitzer See derzeit bietet: Mitglieder der Anglervereine Wolteritz und Nördliche Rietzschke fischen zwei Mal pro Woche tote Karpfen aus dem Wasser.

Quelle: Alexander Bley

Genauer gesagt sind es kapitale Karpfen, die für ein Novum an dem See sorgen. "Das tut in der Seele weh", sagt Friedrich Richter, der Geschäftsführer des Anglerverbandes Leipzig, dessen Telefon seit ein paar Tagen kaum Verschnaufpausen kennt. Beunruhigte Spaziergänger melden sich, weil sie unzählige der leblosen Schuppentiere am Ufer entdecken.

Dabei handelt es sich nur um ausgewachsene Karpfen. Knapp zwei Tonnen des Speisefisches haben Vereins- und Verbandsmitglieder schon abtransportiert. Ein Ende ist bisher noch nicht abzusehen. "Das wird uns die nächsten zwei Wochen noch begleiten", ist sich Richter sicher.

Auch die Wolteritzer Angler sind beim Anblick, der sich ihnen rund um den See bietet, sprachlos. "Da blutet das Herz", sagt Hartmut Peter, als er Montagabend den ersten Fisch entdeckt, "das macht keinen Spaß." Es sollen noch 30 weitere werden. Zwei Stunden sind die Petrijünger unterwegs. Mindestens zweimal in der Woche holen sie die Kadaver aus dem Wasser und verfrachten diese in Mülltüten. Norbert Jahnke kommt in seiner Wathose kaum hinterher, zieht einen Fisch nach dem anderen an Land. "Was ist mit denen, die nicht an Land gespült werden?", fragt er sich.

Grit Bräuer vom Fischgesundheitsdienst gibt Entwarnung für das Gewässer, weil dieses nicht intensiv bewirtschaftet wird. Auch die Untersuchungen im Labor und vor Ort ergaben an den Tieren keine Anhaltspunkte auf gefürchtete Krankheiten wie Koiherpes und Frühjarsvirämie.

Für das nicht alltägliche Phänomen, das massive Karpfensterben, hat sie dennoch eine Erklärung. Denn alle Fische weisen in etwa ein ähnliches Alter auf. Mit etwa 20 Jahren gehören die meisten Exemplare zu den eher betagten. Außerdem handelt es sich bei dem Gros der Cypriniden um Damen, die voll im Laich stehen. Der milde Winter hat den normalen Zyklus beschleunigt. "Die Karpfen befinden sich kreislaufmäßig in einem Ausnahmezustand", erklärt die Fachtierärztin.

Diese wird in solchen Fällen vom Pächter des Gewässers, also dem Anglerverband, verständigt. Genauso wie das Veterinäramt des Landkreises Nordsachsen. Es folgen Untersuchungen und Ortstermine. Danach werden die toten Fische von Verbandsmitgliedern eingesammelt, später in der Tierkörperverwertung verbrannt.

"Das ist bei den Karpfen fast der einzige Fall in den vergangenen Jahren", erinnert sich Bräuer und betont nochmals, dass die Fische nicht krank sind. Dennoch sollen die toten Tiere keinesfalls von Spaziergängern angefasst werden, des Schleimes wegen. Der schützt sonst die Flossenschwimmer vor Bakterien. Genau diese könnten nach kleinen Verletzungen Entzündungen begünstigen. Auch auf Hunde sollte deshalb aufgepasst werden. Und das noch eine ganze Weile, denn ein Ende des Karpfen-sterbens ist noch nicht abzusehen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.05.2015

Alexander Bley

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