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Lokales Kartellamt-Ermittlungen: Fernwärmepreise laut Stadt Leipzig aktuell unterm Ost-Durchschnitt
Leipzig Lokales Kartellamt-Ermittlungen: Fernwärmepreise laut Stadt Leipzig aktuell unterm Ost-Durchschnitt
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12:00 03.04.2013
Die Stadtwerke Leipzig. (Archivfoto) Quelle: André Kempner
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Leipzig

Wie die Stadtverwaltung jetzt auf Anfrage der FDP-Fraktion feststellte, liegen die Tarife aktuell zumindest unter dem Durchschnitt in Ostdeutschland. Im Netz der Stadtwerke müssen 83,87 Euro pro Megawattstunde gezahlt werden. Der Durchschnittswert in den Neuen Bundesländern liege laut einer Studie des Branchenverbandes AGFW aus dem Herbst 2012 noch knapp zweieinhalb Euro darüber.

Das war allerdings nicht immer so. Erst nach Einführung des Wärme21-Komfort-Tarifs im Jahr 2009 habe sich ein „merklicher Preisvorteil für die Kunden“ ergeben, teilte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) mit. In den beiden Jahren zuvor lagen die Tarife der Stadtwerke zum Teil noch deutlich über dem Mittelwert in Ostdeutschland.

Diese Zahlen aus den Jahren 2007 und 2008 hatten auch das Bundeskartellamt auf den Plan gerufen. Nach einer Überprüfung von Fernwärme-Tarifen in ganz Deutschland für diese beiden Jahre leitete die Behörde gegen sieben Versorgungsunternehmen ein Verfahren wegen des Verdachts überhöhter Preise ein. Darunter sind auch die Stadtwerke Leipzig. Das Ergebnis der Untersuchung steht bisher noch aus.

Stadtverwaltung begründet hohe Tarife mit notwendigen Investitionen

Deutlich billiger als in Leipzig ist Fernwärme heute vor allem in den Alten Bundesländern. Hier müssen Verbraucher aktuell durchschnittlich knapp 78 Euro pro Megawattstunde bezahlen, heißt es aus dem Neuen Rathaus. Gründe für das schlechte Abschneiden im bundesweiten Vergleich sieht die Stadtverwaltung unter anderem in den „enormen finanziellen Anstrengungen, die die Sanierung und Instandsetzung des Fernwärmesystems nach 1992 erforderte“.

Wie es weiter aus Büro des Oberbürgermeisters heißt, konnten die Stadtwerke nach Einführung des Wärme21-Komfort-Tarifs anno 2009 in gut 11.000 Wohnungen neue Verträge über insgesamt 55 Megawatt abschließen. „Alle diese Verträge wurden freiwillig abgeschlossen, alle Kunden hätten auch andere Energieträger einsetzen können“, so der Oberbürgermeister. Nach einer Entscheidung des Bundeskartellamtes aus dem Februar 2012 sind die Stadtwerke verpflichtet, entsprechende Fernwärme von Fremdanbietern durch ihr Netz zu leiten. Allerdings habe es im vergangenen Jahr keinerlei Anfragen auf Durchleitungen von Fremdwärme in Leipzig gegeben, so Burkhard Jung.

Matthias Puppe

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