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Lokales Karussellbesitzer zweifelt an Brandursache
Leipzig Lokales Karussellbesitzer zweifelt an Brandursache
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10:44 08.12.2009
Nur noch Trümmer: Das Historische Karussell brannte am 21. November 2009 komplett aus. Quelle: Regina Katzer
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Leipzig

"Zwischen denen und mir gehen die Meinungen auseinander", sagte der Schausteller am Dienstag gegenüber LVZ-Online.

Die Ursache für den Brand am historischen Karussell auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt ist gefunden. "Es besteht die hohe Wahrscheinlichkeit eines technischen Defekts im oberen Teil des Karussells", sagte Polizeisprecher Uwe Voigt am Dienstag.

Das Historische Karussell auf dem Weihnachtsmarkt ist am Mittwochabend gemobbt worden. 80 Teilnehmer fanden sich an dem Fahrgeschäft ein, um es symbolisch zu ehren. Mehrere Runden drehten sie, Karussellbesitzerin Silvia Felber war zu Tränen gerührt. Flashmob-Initiator Daniel Große wollte mit der Aktion, zu der er im Internet aufgerufen hatte, zeigen, dass die Leipziger Attraktion nach dem großen Brand im vergangenen Jahr wieder da ist.
“Die Schmelzperlen an einigen Elektrokabeln sind ein sicherer Anhaltspunkt, dass Teile der elektrischen Anlage unter Spannung standen und den Brand auslösten“, erklärte dagegen Polizeisprecher Uwe Voigt. Zudem hätten auch umfangreiche Befragungen von Anwohnern keine Hinweise auf Personen am Tatort ergeben.

Felber ist sich sicher, dass der Strom ausgeschaltet war. Der Schlüssel für den Stromkasten war in der Kasse eingeschlossen, so dass kein Fremder den Strom hätte anschalten können. Laut Felber ist das Karussell zwar versichert, er wisse aber noch nicht, ob die Versicherung greifen wird.

Schaden ist nicht nur materiell entstanden - es sind etwa 400.000 Euro, sondern auch ideell. "Kein einziges Teil war zu retten", so Felber. Das Karussell war 21 Jahre alt, einige Teile allerdings 100 Jahre - ein "unersetzbarer Wert".

Die Schaustellerfamilie möchte nun ein neues Karussell aufbauen, das so wie der Vorgänger aussehen soll. Zurzeit füllt ein Fahrgeschäft der Familie von Felbers Bruder den Platz gegenüber vom Riquet-Haus. Doch das Geschäft läuft nicht so gut wie in den vergangenen Jahren. "Mit dem Karussell ist ein Anziehungspunkt verloren gegangen. Das neue Fahrgeschäft ist wie ein Tropfen auf den heißen Stein", erklärt Felber.

Für die Schausteller wurde ein Spendenkonto bei der Sparkasse eingerichtet. Felber hatte bisher aber noch keinen Zugriff darauf und wisse auch nicht, ob und wie viel Geld eingezahlt worden ist. Das Konto wurde von Sonja Pfeifer-Suppee, Inhaberin der Firma Treffpunkt Leipzig der Gesellschaft für Gästebetreuung und kulturelle Bildung, eingerichtet.

ra/cha

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