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Lokales Katalog der Ausstellung „In Bewegung“ zeigt Meilensteine des Sports in Leipzig
Leipzig Lokales Katalog der Ausstellung „In Bewegung“ zeigt Meilensteine des Sports in Leipzig
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07:00 04.07.2018
Ballspiel auf dem Eis – das legendäre Bandy im König-Albert-Park um 1900. Quelle: alle Fotos: Stadtgeschichtliches Museum
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Leipzig

Die Sonderschau hat nicht nur Zuspruch erfahren: Das Stadtgeschichtliche Museum zeigt bis September unter dem Titel „In Bewegung“ die Meilensteine der Leipziger Sportgeschichte. Wie berichtet, basiert sie auf den Themen der ‚Sporthistorischen Stadtroute‘, die künftig 22 Orte von herausragender Bedeutung markieren sollen. Da fehlt unweigerlich der ein oder andere sportliche Höhepunkt, der sich den Leipzigern nahezu ins Gedächtnis gebrannt hat. Nun gibt es die Sportgeschichte zum Blättern und Nachlesen. Der Katalog zur Ausstellung, 240 Seiten dick und reich bebildert, ist endlich fertig geworden. Daran haben 20 Autoren gearbeitet, die verschiedene Sportarten vorstellen und eine lesenswerte Reise durch die Leipziger Sportgeschichte anbieten.

Bürger üben an Harnischen und Spießen

So beschreibt Steffen Poser beispielsweise die Geburtsstunde der Leipziger Sebastiangesellschaft – als Bruderschaft der Schützen 1443 erstmals urkundlich erwähnt. Im Spätmittelalter waren die Bürger zur Verteidigung ihrer Stadt verpflichtet, konnten aber auch vom Landesherrn angefordert werden. Regelmäßig wurde deshalb an Harnischen und Spießen, aber auch an der Armbrust oder später mit Schusswaffen geübt. Daraus entwickelten sich Schießen- und Schützenfeste. Die Traditionslinie setzt sich fort – so haben die im Schützenhof Leipzig trainierenden Sportler zahlreiche Medaillen bei internationalen Wettkämpfen errungen.

„Leibesübungen“ an den Schulen

Thomas Töpfer widmet sich in seinem Beitrag dem Schulturnen im 19. und 20. Jahrhundert zwischen „freier Körperbildung und Disziplinierung“. Zunächst war Turnen anfänglich als Gefährdung der öffentlichen Ordnung verpönt. So blieben die „Leibesübungen“ um 1890 in den Volksschulen nur wenig verbreitet – sie waren freiwillig. Das änderte sich am Vorabend des Ersten Weltkrieges abrupt, vor allem weil die Erziehung den männlichen Kampfgeist immer mehr betonte und die Militarisierung einsetzte.

Vormilitärische Ausbildung und Wehrsport gab es später auch in der DDR. Der DDR-Schulsport hat aber bei vielen nach wie vor einen guten Ruf, weil Talente gefördert worden sind und viele bei diversen Spartakiaden Erfolge feiern konnten.

Bandy-Wettkämpfe im König-Albert-Park

Wer sich für Fußball interessiert, kommt an den Bauernwiesen am Fockeberg nicht vorbei: Leipziger Gymnasiasten haben im Sommer 1882 dort eine Mischung aus Rugby und Fußball gespielt – das führte schließlich zur DFB-Gründung 1900. Erinnert wird an die legendären Bandy-Wettkämpfe auf zugefrorenen Teichen im König-Albert-Park, an die motorisierten Rennen im Clara-Zetkin-Park in den 1950-er Jahren sowie an den ersten Leipziger Marathonlauf 1897.

Wer weiß schon, dass am Markt Golf sowie am Mückenschlösschen einst Tennis gespielt wurde. Bekannter ist da schon die Vorreiterrolle Leipzigs beim Sportkegeln. So öffnete 1930 im heutigen Haus Leipzig in der Elsterstraße das damals mit 45 Bahnen größte deutsche Keglerheim.

Wie die Stadt bei Turnfesten zur Bühne wurde, darf nicht fehlen. Und natürlich wird auch die im Jahre 1939 abrupt endende Geschichte der jüdischen Sportvereine erzählt. In der reich bebilderten Publikation kann man sich festschmökern.

Das Buch kostet 16 Euro und ist im Museumsshop erhältlich.

Von Mathias Orbeck

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