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Katholische Malteser übernehmen im Leipziger Süden erstmals Rettungsstelle

Nach 20 Jahren Betrieb durch Johanniter Katholische Malteser übernehmen im Leipziger Süden erstmals Rettungsstelle

20 Jahre betrieben die Johanniter den Rettungsdienst im Leipziger Süden. Zum 1. Juli übernehmen nun die katholischen Malteser. Diese konnten sich in einer europaweiten Ausschreibung gegen den Konkurrenten durchsetzen und sind damit erstmals in Leipzig für Teile des Rettungswesens verantwortlich.

Neben neuer Arbeitskleidung bekommen die Rettungswagen neue Logos aufgeklebt. Mehr soll sich für Mitarbeiter und Bürger nicht ändern.

Quelle: dpa

Leipzig. 20 Jahre betrieben die Johanniter den Rettungsdienst im Leipziger Süden. Zum 1. Juli übernehmen nun die katholischen Malteser. Diese konnten sich in einer europaweiten Ausschreibung gegen den Konkurrenten durchsetzen und sind damit erstmals in Leipzig für Teile des Rettungswesens verantwortlich. Der neue Vertrag gilt für zunächst fünf Jahre mit der Option auf eine Verlängerung um zwei weitere.

„Unser Lohngefüge sei zu hoch“, kommentierte Steffi Kirmis, Leiterin der Rettungsstelle der Johanniter und seit 20 Jahren dabei, die Entscheidung der Stadt. „Die Kommune muss sich für den wirtschaftlichsten Anbieter entscheiden. "Dabei spielt neben dem Preis auch das Konzept eine Rolle“, erklärte René Fleischer. Er ist Leiter des Malteser-Rettungsdienstes der in Sachsen und betreut die Übernahme des Leipziger Standorts. Die Stadt selbst hat sich auf Anfrage bislang nicht geäußert, was ausschlaggebend für den Zuschlag an die Malteser war. Auch ob die Kommune durch den neuen Betreiber Einsparungen erzielt, steht nicht fest.

Für die 55 Rettungsassistenten und –sanitäter wird sich zunächst nicht viel ändern. Die Altverträge haben vorerst ein Jahr Bestand. „Wir sehen aber keinen Grund auch danach etwas an den Verträgen zu ändern, wenn ein Mitarbeiter bei uns bleiben will“, erklärte René Fleischer. Bei der Übernahme der Geschäfte am kommenden Mittwoch würden vor allem die Menschen übernommen, diese müsse man im Haus halten. Außer der Dienstkleidung der Rettungskräfte und den Logos auf den Fahrzeugen werde alles beim Alten bleiben versichern Fleischer und Kirmis. „Ich muss die Zusammenarbeit mit den Johannitern loben“, so Fleischer. „Das läuft alles reibungslos im Hintergrund ab. Das Tagesgeschäft geht ja weiter.“ Am Abend des 30. Juni wird es dann einen Handschlag geben, damit gehen 20 Jahre Johanniter-Rettungsdienst im Leipziger Süden zu Ende.

Malteser wie auch Johanniter sind kirchliche Arbeitgeber. Für die Mitarbeiter bedeutet dies, dass sie zum Beispiel nicht streiken dürfen. In der Vergangenheit gab es zudem immer wieder Fälle, in welchen zum Beispiel geschiedene Eheleute ihre Stelle aufgeben mussten. Müssen die Rettungskräfte in Leipzig nun fürchten bei einer Scheidung durch den neuen Arbeitgeber entlassen zu werden? „Das kann es nicht, gab es nicht und wird es nicht geben“, betonte René Fleischer von den Maltesern.

Die Rettungsstelle im Leipziger Süden ist für den Bereich zwischen dem Stadtzentrum bis zur Grenze von Markkleeberg zuständig. Von 1995 bis 2010 war das Zentrum in der Fichtestraße untergebracht, nach einem kurzen Interim sitzen die Rettungskräfte auf einem Gelände der Stadtwerke in der Arno-Nitzsche-Straße. Mit der Übernahme des Leipziger Südens sind die Malteser in Leipzig erstmals im Notfallwesen tätig. Mit einem Fahrdienst und diversen Pflegeeinrichtungen ist das katholische Werk jedoch schon länger in der Stadt präsent.

Johannes Angermann

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