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Lokales Kaufhaus am Brühl: Äußere Vitrinenansicht vom Tisch - Bürgerinitiative kämpft weiter
Leipzig Lokales Kaufhaus am Brühl: Äußere Vitrinenansicht vom Tisch - Bürgerinitiative kämpft weiter
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17:28 04.08.2011
Das Modell der äußeren Vitrinenansicht für die historische Sandsteinfassade hat das Landesamt für Denkmalschutz abgelehnt. Quelle: Grüntuch und Ernst
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Leipzig

Renato Bodenburg von der Bürgerinitiative Kaufhaus Brühl kritisierte LVZ-Online gegenüber den Investor Management für Immobilien (Mfi) scharf. Die Zusage, dass das Teilstück durch eine Glasvitrine nach außen hin „erlebbar“ gemacht wird, sei seiner Meinung nach völlig gegenstandslos.

Bodenburg hatte sich vor über einem Jahr für den Erhalt der historischen Sandsteinfassade eingesetzt, indem er sich in luftiger Höhe an das Gemäuer gekettet hatte. Mit seiner Aktion machte er die Bürger aufmerksam und sammelte so zahlreiche Unterschriften gegen den Abriss. Diesen konnte er zwar nicht verhindern. Allerdings bewirkte er, dass der beauftragte Architekt von Mfi die Vitrinenlösung erarbeitete.

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_2996]Diese scheint nun jedoch endgültig vom Tisch. Das Landesamt für Denkmalpflege bestätigte auf Anfrage am Donnerstag: „Wir werden den eingeschlagenen Weg, die Metallelemente komplett aufzubauen, fortsetzen“, sagte Michael Kirsten, Abteilungsleiter für das Gebiet Denkmalpflege. Bereits vor einem Jahr lehnte das Amt die Außenansicht ab, mit der Begründung, dass „der Denkmalwert des Mauerstücks nicht ausreicht“, erklärte Kirsten.

Für die Bürgerinitiative dennoch kein Grund, klein beizugeben. Mit dem fortschreitenden Bau des Kaufhauses versucht sie, die bereits beschlossene Innenlösung doch noch abzuwenden. Diese Variante sieht vor, dass die historische Sandstein- sowie die neue Blechfassade vom Treppenhaus aus zusammen gut sichtbar sind. Für Bodenburg ist diese Lösung jedoch gegen die Abmachung. Er wirft Mfi eine Hinhaltetaktik vor. Mitte 2010 habe es eine offizielle Erklärung gegeben, „in der die Stadt und das Landesamt dem Vorschlag der Außenansicht offen gegenüber standen. Es fehlte nur noch der Antrag der Mfi. Seitdem ist aber nichts mehr passiert“, sagt der TV-Moderator.

Der Investor hingegen winkt die Vorwürfe ab: „Natürlich sind die Pläne der Denkmalschutzbehörde übermittelt worden“, kontert Pressesprecher Thomas Müller. „Allerdings gab es keine Zustimmung der Behörde. Demzufolge wird es auch keine Vitrinenlösung von außen geben.“ Auch lag grundsätzlich keine schriftliche Vereinbarung zwischen der Bürgerinitiative und dem Bauherren vor. „Der Vorschlag war lediglich unter Vorbehalt“, so Müller.

Dagegen hat Niels Gormsen einen offenen Brief an Baubürgermeister Martin zur Nedden geschrieben. Der Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wies ihn nach eigenen Recherchen darauf hin, dass die Landesdirektion eine äußere Vitrinenlösung „gar nicht so eng sieht, da es ja um die Erlebbarkeit geht“. Auch sie stünde hinter den Plänen.

Zwar bestätigte Landesdirektions-Pressesprecher Stefan Barton, dass man sich durchaus immer noch so eine Lösung vorstellen könne. Allerdings gebe "es keine aktuellen neuen Entwicklungen bezüglich der denkmalpflegerischen Lösung“. Auch dem Landesamt für Denkmalpflege liegen keine neuen Erkenntnisse vor: „Der Investor hat uns nicht mehr kontaktiert“, sagt Kirsten, der noch einmal bekräftigt: „Wir haben uns immer dafür ausgesprochen, dass die Metallfassade komplett vor Ort wieder hergerichtet wird.“ Damit scheint auch die Hoffnung von Gormsen hinfällig.

Anne Kunze

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