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Lokales Kaufpreis-Check für Leipzig: Teuer wohnen im Zentrum-Ost, günstig in Volkmarsdorf
Leipzig Lokales Kaufpreis-Check für Leipzig: Teuer wohnen im Zentrum-Ost, günstig in Volkmarsdorf
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23:31 15.02.2016
In Leipzig sind Eigentumswohnungen innerhalb von fünf Jahren um ein Drittel teurer geworden. Vor allem in den zentrumsnahen Vierteln schossen die Preise stark in die Höhe.  Quelle: Leipzigreport
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Leipzig

Die Preise für Eigentumswohnungen in Leipzig sind in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen. Im Durchschnitt mussten Interessenten 2015 ein Drittel mehr bezahlen als noch 2010. Das ergab der aktuelle Kaufpreis-Check des Immobilienportals Immowelt. Der Angebotspreis pro Quadratmeter stieg demnach im Mittel von 1020 Euro auf 1357 Euro. In einigen Vierteln der 567.000-Einwohner-Stadt ist es durchschnittlich sogar mehr als zweimal so teuer, wie die Detailanalyse zeigt, die LVZ.de vorliegt (siehe Tabelle).

An die Spitze der Stadtteile schob sich 2015 das Zentrum-Ost, wo sich laut den Online-Inseraten die Kosten für die eigenen vier Wände in fünf Jahren fast verdoppelt haben. Von 1575 auf 2919 Euro stieg hier der Preis pro Quadratmeter. Für eine 80-Quadratmeter-Wohnung werden somit knapp 240.000 Euro fällig. Zum steilen Aufstieg trug vor allem der Bauboom im Graphischen Viertel rund um die Dresdner Straße bei. Hier wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Denkmalschutzobjekte hochwertig saniert und luxuriöse Neubauten errichtet. Das Zentrum-West inklusive Musik- und Waldstraßenviertel büßte damit seine Position als teuerster Stadtteil ein. Aber auch hier legten die Preise um 59 Prozent auf 2581 Euro deutlich zu.

Nah am Wasser: In Schleußig und Plagwitz stiegen die Preise besonders stark. Quelle: Alexander Bley

Preisexplosion in Plagwitz und Schleußig

Die Analyse belegt: Auch Plagwitz und Schleußig sind längst in der Oberklasse der Wohnlagen angekommen, was sich nicht nur bei den Mieten, sondern auch den Kaufpreisen niederschlägt. In den beiden Vierteln schoss dieser innerhalb von fünf Jahren um 66 Prozent in die Höhe, von 1054 auf 1753 Euro. Auch das an die beliebte Karl-Heine-Straße angrenzende Lindenau legte von 825 auf 1207 Euro deutlich zu (+46 Prozent). Unter 1000 Euro rangiert inzwischen nur noch Schönefeld-Volkmarsdorf – 947 Euro werden hier im Schnitt fällig.

„Generell lässt sich feststellen, dass Wohnen in allen zentrumsnahen Stadtteilen deutlich teuer geworden ist“, erklärte Alexander Grohmann von Immowelt am Montag gegenüber LVZ.de. Dazu trage auch die wachsende Nachfrage von Kapitalanlegern in Leipzig bei. Knapp 15.000 auf dem Online-Portal inserierte Leipziger Wohnungsangebote haben die Immobilienvermittler aus Nürnberg für ihren Kaufpreis-Check analysiert. Bundesweit untersuchten sie die Daten von rund 125.000 Wohnungsinseraten in 22 ostdeutschen Städten. Als Grundlage diente dabei der Mittelwert der Angebotspreise, nicht der tatsächlichen Verkaufspreise.

Südvorstadt von Lausen-Grünau überholt

Den größten Preissprung außerhalb des Zentrums legte Lausen-Grünau mit einem Plus von 68 Prozent hin. Beim Durchschnittspreis schob sich das Viertel sogar auf den dritten Platz. „Das ist größtenteils auf Lausen zurückzuführen, wo 2015 viele Neubauten und hochpreisige Wohnungen angeboten wurden“, erklärte Grohmann. Damit überholte Lausen-Grünau sogar die Südvorstadt, die in der Analyse mit dem Zentrum-Süd zusammengefasst wurde und mit 1.886 Euro auf Rang vier landete.

Stadtteil

Kaufpreise 2010 (pro m²)

Kaufpreise 2015 (pro m²)

Veränderung

Böhlitz-Ehrenberg

1.000 €

1.129 €

+13%

Connewitz-Lößnig

1.307 €

1.373 €

+5%

Gohlis

1.155 €

1.656 €

+43%

Grünau

1.153 €

1.935 €

+68%

Klein-/Großzschocher

951 €

1.000 €

+5%

Liebertwolkwitz-Holzhausen

1.000 €

1.018 €

+2%

Lindenau

825 €

1.207 €

+46%

Mockau-Thekla

842 €

1.132 €

+34%

Möckern-Lindenthal

951 €

1.133 €

+19%

Paunsdorf-Engelsdorf

917 €

1.039 €

+13%

Reudnitz-Crottendorf

800 €

1.017 €

+27%

Schleußig-Plagwitz

1.054 €

1.753 €

+66%

Schönefeld-Volkmarsdorf

777 €

947 €

+22%

Stötteritz-Sellerhausen

916 €

1.017 €

+11%

Zentrum-Nord

1.351 €

1.469 €

+9%

Zentrum-Ost

1.575 €

2.919 €

+85%

Zentrum-Süd

1.270 €

1.886 €

+49%

Zentrum-West

1.624 €

2.581 €

+59%

Leipzig gesamt

1.020 €

1.357 €

+33%

Die laut Immowelt stark steigenden Kaufpreise für Eigentumswohnungen decken sich auch mit Zahlen der Stadt Leipzig. Nach Angaben der Statistik-Amts wurden sanierte Altbauten seit 2011 im Schnitt um 21,1 Prozent teurer – von 2271 Euro (2011) auf 2745 Euro (2014) pro Quadratmeter. Noch mehr kosten Neubauwohnungen mit 2985 Euro (+12 Prozent). Dominierten vor Jahren noch nahezu ausschließlich Mietwohnungen den Leipziger Markt, hat sich das Bild inzwischen etwas verändert. Von 2012 zu 2014 stieg der Anteil des selbst genutzten Wohneigentums von zwei auf fünf Prozent, wie Kommunale Bürgerumfragen ergaben. Im Bundesdurchschnitt haben dagegen rund 14 Prozent aller Haushalte Eigentumswohnungen.

Leipzig im Städte-Vergleich auf Platz zwölf

Mit seinen 1357 Euro im Schnitt steht Leipzig laut Immowelt im ostdeutschen Vergleich noch immer vergleichsweise günstig da. Die höchsten Preise für Eigentumswohnungen müssen Käufer mit Abstand in Berlin (3171 Euro) zahlen. Auf den Plätzen folgen Potsdam (2867 Euro), Rostock (2245 Euro), Jena (2105 Euro) und Stralsund (1957 Euro). Dresden landete mit 1955 Euro auf dem sechsten Platz. Leipzig rangiert noch hinter Erfurt (1574 Euro), Weimar (1568 Euro) und Cottbus (1458 Euro) auf Rang zwölf.

Auch die größten Preissteigerungen gab es in Berlin mit 88 Prozent. Dahinter folgten Dresden (49 Prozent), Rostock (41 Prozent) und Potsdam (38 Prozent). Schlusslicht des Preis-Rankings ist Plauen mit 404 Euro pro Quadratmeter. Hier sanken die Preise innerhalb von fünf Jahren sogar um fast ein Viertel.

Von Robert Nößler

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