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Lokales Kaum Platz für große Koffer in der riesigen Bahnhofshalle
Leipzig Lokales Kaum Platz für große Koffer in der riesigen Bahnhofshalle
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00:39 26.09.2015
Nur acht „Jumboschließfächer“ gibt es auf dem Leipziger Hauptbahnhof – dies soll geändert werden. Quelle: André Kempner
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Leipzig

„Wir machen ihnen die Hände frei.“ Mit diesem Spruch bewirbt die Deutsche Bahn auf ihrer Internetseite Schließfächer auf dem Leipziger Hauptbahnhof. Von diesem Versprechen wollte auch Jochen Lutz profitieren, als Freunde vom ihm vor kurzem auf der Durchreise für einige Stunden in der Messestadt Station machten. „Wir wollten den Rollkoffer ins Schließfach geben und direkt die Stadt erkunden“, erinnert er sich. Doch aus dem entspannten Flanieren ohne Gepäck wurde nichts. Zwar habe es freie Schließfächer gegeben, doch seien diese allesamt zu klein für den Koffer der Bekannten gewesen. „Der Koffer war kein Riesenkoffer, am Bahnhof waren noch viele andere Reisende mit gleich großen oder größeren Koffern unterwegs“, so Lutz. Erstaunt stellte der Leipziger fest, dass es auf dem gesamten Bahnhof nur acht Schließfächer für größere Koffer gibt. Auch am Servicepoint habe er keine Hilfe erhalten. „Am Ende hatten wir mindestens eine halbe Stunde verloren und waren mit dem Koffer unterwegs, obwohl es im Bahnhof eigentlich genügend Platz für größere Schließfächer geben würde“, so Lutz.

Die Schließfächer auf dem Hauptbahnhof verteilen sich über mehrere Ebenen, viele sind nahe dem S-Bahn-Zugang auf der Westseite untergebracht, auch diejenigen, die besonders viel Raum für Gepäck bieten. Auf LVZ-Nachfrage bestätigt die Deutsche Bahn, dass es tatsächlich nur acht sehr große Schließfächer auf dem Bahnhof gibt, laut Unternehmen sogenannte „Jumboschließfächer“. Dass es eine erhöhte Nachfrage danach gibt, räumt die Bahn ebenfalls ein. Wie hoch der Bedarf tatsächlich ist, ist unbekannt, allerdings wird die Messestadt bei Touristen seit Jahren immer beliebter, viele reisen mit dem Zug an. Laut Bahn waren bei Errichtung der Anlage acht Jumboschließfächer ausreichend. Eine Nachrüstung sei nicht möglich, denn „den Hersteller gibt es nicht mehr“, so die Bahn. Auch Alternativen zur Gepäckaufbewahrung gäbe es nicht.

Die automatisierte Aufbewahrung von Gepäck hat im Hauptbahnhof eine lange Tradition. Bereits 1963 wurde die Handgepäckaufbewahrungsstelle aufgelöst und durch sogenannte Handgepäckaufbewahrungsautomaten ersetzt. Mit der Umstellung erhofften sich die Betreiber damals kürzere Wartezeiten der Kunden, da Reisende besonders am Wochenende diese oft in Kauf nehmen mussten, um ihre Koffer und Taschen abgeben zu können. 870 Automaten mit insgesamt 1740 Fächern in unterschiedlichen Größen entstanden am Hauptbahnhof damals, heute sind es 488. Mehrere Mitarbeiter kümmerten sich im Schichtdienst ausschließlich um die Beaufsichtigung und Wartung der Automaten, bei Großereignissen wie Messen oder Sportfesten wurden zusätzliche Kapazitäten mit Hilfe großer Regale geschaffen, an denen die Reisenden ihr Gepäck abgeben konnten.

Wie die Bahn mitteilte, wird derzeit „ein neues Schließfachkonzept erarbeitet und ein erhöhter Anteil an Jumboschließfächern berücksichtigt.“ Wann es soweit ist, ließ das Unternehmen aber offen.

Von Lucas Grothe

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