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Keime und Organspende-Skandal bescheren Leipziger Uniklinik Millionenverlust

Keime und Organspende-Skandal bescheren Leipziger Uniklinik Millionenverlust

Der Kampf gegen multiresistente Krankenhauskeime und die Folgen des Transplantations-Skandals haben dem Uniklinikum Leipzig (UKL) im vergangenen Jahr dramatische Verluste beschert.

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Blick auf das Leipziger Universitätsklinikum in der Liebigstraße: 2013 machte das UKL sieben Millionen Euro Verlust.

Quelle: André Kempner

Leipzig. 2013 erwirtschaftete die Klinik nach eigenen Angaben ein Minus von sieben Millionen Euro. Erstmals seit 2006 schrieb das UKL damit rote Zahlen, erreichte aber dennoch ein insgesamt positives Bilanzergebnis von 1,94 Millionen Euro durch Überschüsse aus den Vorjahren.

Während die Patientenleistungen und damit auch die Klinikeinnahmen sanken, seien gleichzeitig die Kosten für verschärfte Hygienemaßnahmen deutlich gestiegen, erklärte Klinikchef Professor Wolfgang E. Fleig am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz. Der kaufmännische Vorstand Ekkehard Zimmer sprach in Hinblick auf das Auftreten multiresistenter ESBL- und KPC-Keime und des Anfang 2013 bekannt gewordenen Transplantations-Skandals von „Ausnahmeereignissen der letzten beiden Jahre“, die sich auch wirtschaftlich niedergeschlagen hätten.

Kein Personalabbau – neues Institut für Hygiene geplant

Dass trotz des negativen Jahresergebnisses ein Bilanzgewinn zu Buche steht, liegt laut Zimmer an den guten Ergebnissen seit 2006 sowie der „grundsätzlich stabilen Leistungsfähigkeit und gesunden Wirtschaftskraft des Universitätsklinikums Leipzig“. In den vergangenen Jahren sei der Bilanzverlust des Jahres 2005 in Höhe von 39,5 Millionen Euro ausgeglichen und zugleich ein Bilanzgewinn von 9,32 Millionen Euro erwirtschaftet worden. Entlassungen sind durch die Verluste dem Vernehmen nach nicht geplant. „Das Klinikum geht davon aus, den negativen Trend rasch umkehren zu können“, hieß es.

Aufgrund des Auftretens multiresistenter Klinikkeime hatte das UKL zuletzt die Hygienemaßnahmen drastisch verschärft. So mussten Patienten teilweise in Doppelbettzimmern isoliert und Ende 2013 wegen eines Ausbruchs des gefährlichen ESBL-Keims sogar die Frühchenstationen zeitweise geschlossen werden. Als Konsequenz aus der Ausbreitung des Darmkeims KPC im Jahr 2012, die laut einem Expertengutachten mit sieben Todesfällen in Zusammenhang steht, hatte die Klinik ein aufwändiges Test- und Früherkennungssystem installiert.

Künftig will das UKL noch stärker in die Vorsorge investieren. Fleig kündigte für dieses Jahr die Gründung eines Instituts für Hygiene am Klinikum an. Verbunden sei damit auch eine vom UKL finanzierte Professur mit Schwerpunkt Krankenhaushygiene. „Darüber hinaus werden allein in diesem Jahr vier Kernprofessuren in wichtigen klinischen Bereichen besetzt werden, darunter der Endoprothetik und der Viszeralchirurgie“, so der medizinische Klinikvorstand.

Zahl der Lebertransplantationen steigt wieder an

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Verkündeten das Jahresergebnis: der kaufmännische Vorstand Ekkehard Zimmer, der Dekan der Medizinischen Fakultät Prof. Michael Stumvoll, der medizinische Vorstand Prof. Wolfgang E. Fleig und der Sprecher des Vorstandes Prof. Knut Löschke (v.l.).

Quelle: Andreas Döring

Bei den Lebertransplantationen verzeichnet die Klinik inzwischen wieder einen positiven Trend. In Folge des Anfang 2013 bekannt gewordenen Transplantations-Skandals gab es am UKL im vergangenen Jahr einen deutlichen Rückgang bei Organspende-OPs. Bis Anfang Juni seien mit elf Lebertransplantationen jedoch fast so viele vorgenommen worden, wie im gesamten vergangenen Jahr (15).

Positive Nachrichten konnte das Klinikum auch bei der Einwerbung von Drittmitteln an der Medizinischen Fakultät vermelden. Den Anstieg auf 53,7 Millionen bezeichnete Dekan Michael Stumvoll als „Beleg der Erfolge unserer wissenschaftlichen Arbeit“. Insgesamt verfügt das Klinikum über 1450 Krankenhausbetten und beschäftigt zusammen mit der wissenschaftlichen Fakultät rund 6000 Mitarbeiter. Das UKL ist damit einer der größten Arbeitgeber der Stadt.

Robert Nößler

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