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Lokales Kein SEV: Bahnreisende warten nachts an Leipziger Haltepunkt
Leipzig Lokales Kein SEV: Bahnreisende warten nachts an Leipziger Haltepunkt
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16:07 11.08.2016
Rings um den Leipziger Hauptbahnhof wird immer viel gebaut.  Quelle: dpa
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Leipzig

Allein gelassen in der Kälte – so fühlten sie in der Nacht zum Mittwoch offenbar mehrere Fahrgäste der Deutschen Bahn am Haltepunkt „Leipzig Messe“. Die Reisenden waren mit dem ICE 1580 aus Richtung Nürnberg gekommen, sollten gegen 1.20 Uhr am Messegelände in den Schienenersatzverkehr (SEV) umsteigen. Als die etwa 30 Fahrgäste den Zug verließen, fehlte von den Ersatzbussen allerdings jede Spur. Sie blieben ohne weitere Informationen in der Kälte zurück, berichtet Marco Kliem gegenüber LVZ.de. Erst nach langen Verhandlungen mit der Service-Hotline der Deutschen Bahn sei dann tatsächlich Hilfe gekommen.

Mit Groll im Bauch hat der Freitaler inzwischen einen gepfefferten Beschwerdebrief an die Deutsche Bahn geschrieben. Darin berichtet er von unfreundlichen Zugbegleitern, die am Bahnhof in bereitgestellte Taxen stiegen, an denen „Nur für DB-Personal“ geschrieben stand. Der Rest der Zuginsassen musste dagegen am Bahnsteig zurückbleiben. Kliem schreibt auch von jungen Eltern, die mit ihrem Neugeborenem in der Kälte warteten und von Reisenden aus dem Ausland, die sich von verständnislosen Bahnmitarbeitern zurückgelassen letztlich zu Fuß auf den Weg in die Innenstadt machten.

Geplant sei gewesen, dass um 1.35 Uhr ein Ersatzbus vom Messegelände gen Connewitz aufbricht – so habe es zumindest auf der Anzeige am Bahnsteig gestanden. „Nach Ablauf dieser Zeit erlosch die Anzeige, jedoch kam kein SEV! Die Fahrgäste wurden unruhig und viele bestellten sich entnervt auf eigene Kosten ein Taxi, um zum Hauptbahnhof zu gelangen. Gegen 1.50 Uhr rief ich bei der DB-Hotline an und fragte, ob etwas über diesen SEV bekannt wäre“, schreibt Kliem in seiner Beschwerde. Dort wusste man angeblich nichts von geplanten Ersatzmaßnahmen, gab dem Freitaler Reisenden dann aber immerhin die Nummer der sogenannten „3S-Zentrale“.

Die drei S stehen laut Selbstauskunft der Bahn für „Sauberkeit, Service und Sicherheit“ – sind quasi das Hilfeportal für gestrandete Reisende. Und tatsächlich: Kliem und den anderen Reisenden konnte dort letztlich doch noch geholfen werden. Um 2.50 Uhr – gut eineinhalb Stunden nachdem der ICE am Leipziger Messegelände angekommen war – kamen Großraumtaxen als Ersatz für den Schienenersatzverkehr am Haltepunkt an. „Es ist eine Unverschämtheit, was sich da zugetragen hat! […] Durch die niedrigen Temperaturen war die Wartezeit in der Ungewissheit eine Qual, besonders für das wenige Wochen alte Baby einer Passagierin“, schreibt der Freitaler in seiner Beschwerde an das Transportunternehmen.

Dort versprach man am Donnerstag zumindest die Vorfälle prüfen zu wollen. „Der Sachverhalt wird mit dem beauftragten Busunternehmen geklärt. Sobald uns die Informationen vorliegen, geben wir Ihnen Bescheid“, lautete die kurze Antwort auf Nachfrage von LVZ.de.

Von Matthias Puppe

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UPDATE: Nach Veröffentlichung dieses Artikels erklärte Bahnsprecher Jörg Bönisch am Donnerstagnachmittag gegenüber LVZ.de: "Die Fahrt wurde von der DB als Ersatz für die im Ausfall befindliche S-Bahn 33067 vom Flughafen Leipzig/Halle über Leipzig Messe - Leipzig Hbf nach Leipzig-Connewitz  bestellt. Das Busunternehmen hat uns die ordnungsgemäße Durchführung bestätigt. Besagter Bus ist im Zusammenhang mit der sich im Ausfall befindlichen S-Bahn gefahren."

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