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Lokales Keine Kita-Plätze trotz Anspruch - Eltern protestieren mit Kinderwagen vorm Rathaus
Leipzig Lokales Keine Kita-Plätze trotz Anspruch - Eltern protestieren mit Kinderwagen vorm Rathaus
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19:09 01.08.2013
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Erfüllen kann die Stadt Leipzig diese Vorgabe wie viele andere Kommunen nicht. Gut 200 Eltern folgten deshalb dem Aufruf der Kita-Initiative zur Demonstration, um ihrem Frust Ausdruck zu verleihen.

Viele Eltern in Leipzig kamen am Donnerstag ins Schwitzen, selbst im Schatten des Kastanienbaums vor dem Neuen Rathaus. Ins Schwitzen kommen, ist übertragen auf die Betreuungssituation Dauerzustand für viele. „Die Stadt hat wohl die Augen zu gemacht und gehofft, dass dieser Tag nie kommen wird“, meint Petra Cagalj Sejdi verärgert. Die Vorstandssprecherin der Grünen war eine von mehreren Abgeordneten, die zum Mikrofon griffen.

Fotos und Umfrage von der Demonstration vor dem Rathaus:

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Leipzigs Verwaltung hat reagiert, doch viel zu spät: Ende 2012  wurde beschlossen, über 5000 weitere Kita-Plätze in den Jahren 2013/14 zu schaffen. In diesem Jahr kommen 2000 Plätze hinzu, die restlichen 3000 sollen im Jahr darauf folgen. Eltern wie Paul Helbig und Cornelia Höppner hilft das für den Moment wenig. Er würde gerne eine volle Stelle als Psychologe annehmen; sie sich mit einem Kosmetikstudio selbstständig machen. „Wir haben bei vielen Kitas und im Jugendamt vorgesprochen“, berichtet der 33-Jährige vom Misserfolg. Den Platz für ihre elf Monate alte Tamara bräuchten sie jetzt.

Den rechtlichen Weg zu gehen, der mit dem 1. August erfolgversprechender sein dürfte, schließen viele nicht aus. „Einen Platz einklagen zu können, hilft definitiv“, sagt die Sprecherin der Kita-Initiative Christin Melcher, die angesichts der anwesenden Demonstranten „überwältigt“ war. „Ich hätte mit der Hälfte gerechtet“, so die Grünen-Politikerin, angesichts der Hitze und der Urlaubszeit. Die Debatte um den Rechtsanspruch hat auch ihr Gutes, findet die Mutter eines Vierjährigen. „Das Bewusstsein ist da, dass sich etwas ändern muss“, sagt Melcher, die damals gut zwei Jahre brauchte, um ihren Sohn in einer Kita unterzubringen.

Die vor einem Jahr gegründeten Initiative fordert unter anderem den Ausbau des Betreuungsangebotes, ein faires und transparentes Vergabesystem, reale Bedarfsanalyse und einen besseren Betreuungsschlüssel. „Uns geht es aber auch um die Qualität, frühkindliche Bildung kann nur so gut sein, wie die Fachkräfte ausgebildet sind“, sagt Christin Melcher. Dazu wäre ein Ausbau der akademischen Ausbildung für Erzieherinnen und Tagespflegepersonen nötig. Die Initiative steht Eltern beratend zur Seite. „Sammelklagen, wie manche hoffen, nehmen wir aber nicht an“, sagt die Sprecherin der Initiative. Der organisatorische Aufwand sei ehrenamtlich nicht zu leisten.

Um ein deutliches Zeichen zu setzen, endete die Demo mit einem symbolischen Schlangestehen der Eltern mit Kinderwagen vor dem Familieninfobüro des Rathauses.

Katharina Schultz

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