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Lokales Kinder als Opfer von Straftaten - wer hilft ihnen?: Fachtagung im Neuen Rathaus
Leipzig Lokales Kinder als Opfer von Straftaten - wer hilft ihnen?: Fachtagung im Neuen Rathaus
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23:59 06.05.2015
Erleben Kinder viel Negatives, wirkt sich das später auf die Gesundheit aus. Quelle: Nicolas Armer
Leipzig

Anlass: der Geburtstag der Leipziger Beratungsstelle - sie wurde 15. Im Lauf der Jahre stieg die Zahl der Klienten, die dort Hilfe suchten, kontinuierlich an: von anfangs 64 auf 391 im Vorjahr. Doch die wenigsten darunter sind Kinder und Jugendliche, obwohl der Bedarf an Unterstützung groß ist. Darauf verwies eingangs Beraterin Ellen Richter: "1979 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sind im Vorjahr im Bereich der Polizeidirektion Leipzig Opfer Krimineller geworden, doch nur 34 nahmen beim Verein Beratung in Anspruch."

Weil sie sich "von der Welt der Erwachsenen abkoppeln und sich schwer tun würden, sich gerade von ihnen helfen zu lassen", lautete eine Erklärung von Sozialpädagoge Franz Eder. Daher habe der Verein Opferhilfe auch "ganz neue Formen der Beratung gewählt", sagte Jürgen Scheuring, der 1. Vorsitzende. Als Beispiel nannte er die vor knapp zwei Jahren gestartete Online-Beratung. "Da sind wir in Sachsen Vorreiter." Die Hoffnung, dass Kinder und Jugendliche, die mit Internet und Smartphone vertraut sind, das Angebot verstärkt nutzen würden, erfüllte sich jedoch nicht sofort. "Doch seit einem Jahr hängen wir Plakate in Schulen, Klubs und speziellen Jugendeinrichtungen auf, seither wächst der Anteil von Mädchen und Jungen", berichtete Sozialpädagogin Sandra Bannert. "Jugendliche nehmen keine Flyer mit, scannen aber den Code auf dem Plakat."

Als ein weiterer innovativer Weg wurde die psychosoziale Prozessbegleitung genannt. In einem Modellprojekt betrat das Amtsgericht Leipzig gemeinsam mit der Opferhilfe Neuland, weil der Verein Betroffenen auch direkt im Justizgebäude Sprechzeiten anbieten kann. Darüber informierte er gestern auch Polizisten, Schulsozialarbeiter, Hortner, Erzieher, Streetworker, Erziehungsberater. Denn über sie können junge Opfer Zugang zu Beratungsstellen finden, meinte Sandra Strohbach-Roland vom Verein.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.05.2015

Sabine Kreuz

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