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Sorge um Kinder- und Jugendkriminalität - Schwerpunkte in Grünau und am Hauptbahnhof

Sicherheitskonferenz Sorge um Kinder- und Jugendkriminalität - Schwerpunkte in Grünau und am Hauptbahnhof

Stehlende Kinder, drogensüchtige Jugendliche, brutale Banden: Seit Jahren kämpfen Polizei und Stadt gegen Kinder- und Jugendkriminalität in Leipzig. Strategien zum Gegensteuern standen am Mittwoch bei der 35. Sicherheitskonferenz des Kommunalen Präventionsrates (KPR) zur Debatte.

Ordnungsamtsleiter Helmut Loris (l.) und Polizeipräsident Bernd Merbitz auf der 35. Sicherheitskonferenz.

Quelle: Armin Kühne

Leipzig. Klauende Kinder, drogensüchtige Jugendliche, brutale Banden: Seit Jahren kämpfen Polizei und Stadt gegen Kinder- und Jugendkriminalität in Leipzig. Strategien zum Gegensteuern standen am Mittwoch bei der 35. Sicherheitskonferenz des Kommunalen Präventionsrates (KPR) zur Debatte. Ein „Universalrezept“ sei allerdings noch nicht gefunden worden, räumte Polizeipräsident Bernd Merbitz im Anschluss ein. „Die ganze Gesellschaft ist gefragt.“

Wie aktuell das Thema ist, belegen allein zwei Fälle aus dem Polizeibericht vom Mittwoch: Kurz nach Mitternacht brach eine Jugendclique in einen Postshop an der Georg-Schwarz-Straße in Lindenau ein, klaute Tabak, Süßigkeiten und Getränke. Zwei standen Schmiere, zwei traten die Tür ein. Beamte konnten das Quartett schnappen. Alle vier – drei Jungen und ein Mädchen – sind bereits bei der Polizei bekannt. Ihr Alter: 12, 16 und 17 Jahre. Ebenfalls Jugendliche hatten sich Dienstagabend in Grünau mit Stöcken bewaffnet und im Titaniaweg die Lampen eines Gebäudes zerschlagen, in dem überwiegend Senioren wohnen.

Weniger Täter, mehr Fälle

So registrierte die jüngste Polizeistatistik für 2015 unter den ermittelten Tätern 617 Kinder in Leipzig, das sind 6,2 Prozent mehr als 2014. Da gab es 579. Die Anzahl krimineller Jugendlicher dagegen ging von 1270 (2014) auf 1238 (2015) um 2,6 Prozent leicht zurück. Eine Konzentration der Kinder- und Jugendkriminalität sieht Merbitz im Stadtteil Grünau und in der City rund um den Hauptbahnhof. Auffällig sei, dass – wie bei erwachsenen Straftätern auch – die Gewaltbereitschaft zugenommen habe. Bei der Ermittlung von Jugendbanden sei die Polizei inzwischen „erfolgreich“, meinte Merbitz. Zwar gebe es noch „die eine oder andere Gruppe“, so der Polizeichef, „die herumzieht“. Er sprach aber von Einzelaktionen, nicht mehr diesen schweren Raubzügen wie noch 2012, als die berüchtigte Kinderbande, angeführt von Zwillingen, in Leipzig ihr Unwesen trieb. Das Brüderpaar war allein 2012 bei der Polizei in 224 Fällen aktenkundig.

Behörden suchen neue Wege

Daraufhin gingen Polizei, Justiz und Stadt neue Wege beim Umgang mit jugendlichen Straftätern – und eröffneten Anfang 2015 das Haus des Jugendrechts in der Witzgallstraße. Vorteile: „Auf Straftaten gibt es schnelle Reaktionen, Sanktionen sowie auch Hilfsangebote“, weil Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendgerichtshilfe dort unter einem Dach arbeiten. Die Staatsanwaltschaft hat mittlerweile 130 heranwachsende Intensivtäter im Blick – junge Leute, die Straftaten am laufenden Band begehen. „Eine relativ hohe Zahl“, so Merbitz. Zur Strategie des Gegensteuerns gehören laut Ordnungsamtsleiter Helmut Loris auch Hilfsangebote wie etwa das „Netz kleiner Werkstätten“, das sehr erfolgreich Jugendliche von kriminellen Wegen abbringe. Weitere Projekte aus Dresden oder Niedersachsen wurden bei der Sicherheitskonferenz vorgestellt – Polizei und Stadt wollen deren Nachnutzung prüfen.

Denn: Zwar gingen seit dem Jahr 2000 die Fallzahlen bei Kinder- und Jugendkriminalität in Sachsen stark zurück. Das spiegele aber nur die geburtenschwachen Jahrgänge wider, hieß es. Die Experten befürchten: Auf niedrigem Niveau werden die Zahlen nicht bleiben.

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