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Lokales Kinder und Jugendliche fühlen Leipziger Oberbürgermeister auf den Zahn
Leipzig Lokales Kinder und Jugendliche fühlen Leipziger Oberbürgermeister auf den Zahn
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22:00 05.12.2017
Bei der Sprechstunde des Oberbürgermeisters für Kinder und Jugendliche stellt sich Burkhard Jung (links) den Fragen zahlreicher Leipziger Kinder und Jugendlicher. Quelle: André Kempner
Leipzig

„Einmal im Jahr haben die Kinder das Wort“ – so eröffnete der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) am Dienstagnachmittag seine Sprechstunde für Kinder und Jugendliche. Etwa 70 junge Leute stellten ihm ihre Fragen. So interessierten sich einige für die Sanierungsarbeiten an ihren Schulen: Jung sicherte beispielsweise Lilly aus der 31. Grundschule zu, dass im November kommenden Jahres mit der Errichtung eines Ersatzneubaus für ihre Schule in Probstheida begonnen werde. Die Arbeiten dauerten dann etwa zwei Jahre.

Ein Schüler der Grundschule Holzhausen wünschte sich Lautsprecheranlagen für seine Schule. „Die sind eigentlich Standard“, antwortete Jung. Doch die Kinder entgegneten, dass entsprechende Anlagen auch an anderen Schulen fehlten. Der Oberbürgermeister versprach daraufhin, dies zu kontrollieren. Loresa aus der 1. Klasse der August-Bebel-Schule versprach er, dass es ab Sommer 2018 neue Toiletten an ihrer Schule geben werde.

Mit ganz konkreten Forderungen verblüfften die Neuntklässler Josi (14) und Niklas (15) das Stadtoberhaupt. Der geplante Schulhof für die neue Oberschule am Weißeplatz in Stötteritz, die sie besuchen, sei ihnen deutlich zu klein. „Besonders, wenn immer mehr Kinder zu uns kommen“, sagte Josi. Es gebe kaum Spielmöglichkeiten und Grünflächen. Gemeinsam mit ihrem Lehrer Nils Elter, Schulleiterin Kerstin Berthold und einem Architekturbüro haben die Schüler deshalb einen Plan ausgearbeitet: Sie wollen einen Streifen des Weißeplatzes als Schulhof mitnutzen. „Um die Begrünung könnte sich die Schule kümmern“, schlug Elter vor. OBM Jung war beeindruckt von dem ausgereiften Vorschlag. „Ich lasse mir das von den Ämtern zuarbeiten“, kündigte er an. Er sähe keinen Grund, „warum das nicht klappen sollte“, sagte der OBM.

Einige Kinder und Jugendliche brachten ihren Wunsch nach Rollschuh- und Inlineskatingbahnen zum Ausdruck. Maren (7), Stella Lara (14) und Alexander (14) vom Verein Speedskate, der einmal eine Abteilung von MoGoNo war, beklagten, dass sie derzeit keine Trainingsbahn hätten. Wegen eines Gutachtens hatte MoGoNo die Bahn im September gesperrt, Ende September wurde die Abteilung aus dem Gohliser Verein ausgeschlossen. „Gibt es eine Möglichkeit, dass wir wieder auf unsere Bahn können?“, fragte Stella Lara den Stadtverwaltungschef. Er kenne das Thema überhaupt noch nicht und werde sehen, „was sich da machen lässt“, sagte Jung zu. Auch Mädchen von der Freien Oberschule Rahn Education in Schleußig wünschten sich eine Bahn zum Rollschuhfahren.

Die achtjährige Candy, die die August-Bebel-Grundschule besucht, interessierte, wie Jung eigentlich Oberbürgermeister geworden sei. Dieser erklärte ihr daraufhin kindgerecht das komplizierte Wahlrecht. „Ich glaube schon“, antwortete Jung grinsend auf die Frage der zehnjährigen Lilly, ob er unter seinen Kollegen eigentlich auch Freunde habe. Henri von der Franz-Mehring-Grundschule wollte wissen, ob Leipzig neben dem OBM noch weitere Bürgermeister habe. „Weil es so viele Bereiche im Rathaus gibt, habe ich mir Hilfsbürgermeister geholt“, erläuterte er. Max aus der 2. Klasse der August-Bebel-Grundschule fragte, warum es in Leipzig so wenige Achterbahnen gibt. Jung erklärte ihm, dass die Stadt keine Achterbahnen kaufe.

Andere Kinder hatten ernstere Anliegen: Warum Straßenbahntickets so teuer und die Wohnungsmieten so hoch sind, wollten sie wissen. Jung sagte, dass die Straßenbahnen viel Geld kosteten und erläuterte das Prinzip von Angebot und Nachfrage.

Auf die Frage nach dem Lehrermangel räumte Roman Schulz von der Sächsischen Bildungsagentur ein: „Die Situation in Sachsen ist ziemlich belämmert.“ Die fehlenden Lehrer seien derzeit in Ausbildung.

Jung, der einst selbst als Lehrer und Schulleiter gearbeitet hatte, antwortet Laura von der 31. Grundschule auf ihre Frage nach seinen Arbeitszeiten: „Meist arbeite ich zwischen zehn und zwölf Stunden.“ Und der Oberbürgermeister fügte hinzu: „Sprechstunden mit Kindern sind aber immer sehr schön.“

Von Theresa Held

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