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Lokales Kindergesundheitsbericht 2013: Jedes dritte Leipziger Kita-Kind ist sprachauffällig
Leipzig Lokales Kindergesundheitsbericht 2013: Jedes dritte Leipziger Kita-Kind ist sprachauffällig
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17:21 17.01.2014
Anteil der Schulanfänger mit Auffälligkeiten / Störungen der Sprache nach Ortsteil in der Stadt Leipzig. Veröffentlicht im Kindergesundheitsbericht 2012/13. Quelle: Stadt Leipzig, Gesundheitsamt Quelle: Quelle Stadt Leipzig
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Leipzig

 

Damit hat sich im Vergleich zu den Vorjahren wenig geändert: Der Anteil der sprachauffälligen Kita-Kinder werde seit der Einführung der Untersuchung bei mehr als jedem dritten Kita-Kind dokumentiert. Die Ergebnisse gäben Anlass zur Sorge und zwängen zum Handeln, heißt es im Bericht. 

Die Kinder hatten im Test Probleme mit Satzbau und Lauten, zeigten Artikulations- und Redeflussstörungen. Das betraf mehr Jungen als Mädchen. Die Folgen einer Sprachstörungen können für die Kinder fatal sein und reichen von Kontaktschwierigkeiten bis hin zu Verhaltensauffälligkeiten, Konzentrations-, Wahrnehmungs- und Lernstörungen, so der Bericht. Diese wiederum könnten sich negativ auf die Schullaufbahn auswirken.  

Nicht nur bei Kita-Kindern zeigten sich Sprachauffälligkeiten und -störungen. Auch im Rahmen der Schulaufnahmeuntersuchungen wurden diese Defizite am häufigsten dokumentiert. Alarmierend sind die Zahlen für Thekla, Mockau-Süd, Neustadt-Schönefeld, Volkmarsdorf, in Grünau-Ost, Grünau-Mitte, Grünau-Nord und in Lößnig: Hier weisen mindestens 50 Prozent der untersuchten Schulanfänger Sprachprobleme auf.  

Sprachförderung in der Kita und in der Familie wichtig  

Die Störungen müssten frühzeitig erkannt und behandelt werden, wird im Bericht gefordert. „Für die meisten sprachauffälligen Kinder ergeben sich aber gute Chancen für Besserung und Heilung, wenn Sprachentwicklungsstörungen frühzeitig erkannt, eine adäquate medizinische Behandlung veranlasst beziehungsweise eine den Fähigkeiten des Kindes entsprechende Sprachförderung eingeleitet wurde.“  

Besonders wird auf eine Förderung in der Kindertagesstätte hingewiesen. Doch auch die Anbindung von Familien an das „Hilfesystem“ wird als wichtig herausgestellt: Bestehende Fördermaßnahmen müssten koordiniert und vernetzt werden.  

Bei kleinen Kindern in Leipzig gibt es immer noch große Sprachdefizite. Quelle: dpa

In Leipzig werde bereits seit Jahren mit einer Vielzahl von Maßnahmen und Projekten um eine Reduzierung des Anteils an sprachauffälligen Kindern gerungen, heißt es im Bericht. Als Beispiele nennen Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD) und Gesundheitsamtleiterin Regine Krause-Döring im Vorwort den Einsatz von Familienhebammen seit August 2012 und die Arbeit der Netzwerkpartner des „Gesunde Städte-Netwerks“.  

Für den Kindergesundheitsbericht werden jedes Jahr vierjährige Kinder in den Kitas, Schulanfänger und Schüler der 2. und 6. Klassen sowie Schüler der Fördereinrichtungen vom Gesundheitsamt bezüglich ihrer Sehschärfe, ihres Hörvermögens, ihrer Fein- und Grobmotorik und ihren Sprachauffälligkeiten untersucht.

Lisa Berins

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