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Lokales Kindertrauergruppe: Mit dem Tod der Eltern umgehen lernen
Leipzig Lokales Kindertrauergruppe: Mit dem Tod der Eltern umgehen lernen
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08:03 01.12.2018
Dirigiert das Benefizkonzert am Sonnabend im Gewandhaus: die Amerikanerin Marin Alsop. Der Erlös geht an das Hospizium Leipzig. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Tradition bleibt Tradition: Am Sonnabend steht im Gewandhaus das Benefizkonzert für die Stiftung „Leipzig hilft Kindern“ auf dem Plan. Gewandhausorchester, Gewandhaus-Chor, Dirigentin Marin Alsop sowie Javier Perianes am Klavier präsentieren Kompositionen von Leonard Bernstein und Maurice Ravel. Ein Teil der diesjährigen Spenden der Stiftung kommt der Kindertrauergruppe im Palliativzentrum Advena im Hospizium Leipzig zugute. Seit Herbst treffen sich in Lindenau fünf Kinder in regelmäßigen Abständen, um gemeinsam um einen verstorbenen Elternteil zu trauern. Bei einigen liegt der Verlust zwei Jahre, bei anderen ein paar Monate zurück.

Die Kinder zwischen acht und 13 Jahren sitzen im Kreis. Zu Beginn der Trauergruppe entzünden sie eine Kerze – in Gedenken an ihre verstorbenen Mütter oder Väter. Die Kinder sammeln dann mit ihren Trauerbegleiterinnen Wörter, die ihre Gefühle ausdrücken können: „Wer trauert ist nicht nur traurig, er empfindet auch Wut, Ärger, fühlt sich verlassen“, sagt Trauerbegleiterin Susan Graf. Während einer Erzählrunde teilen die Kinder ihre Erfahrungen mit Mitschülern oder in der Familie. Im kreativen Teil der Sitzung drücken die Kinder ihre Emotionen aus, indem sie etwa ihre Körperumrisse nachmalen oder Uhren basteln, deren Zeiger die Lage in ihrem Inneren anzeigen.

Die Kinder sind nicht allein mit ihrer Trauer

Vielen Kindern fällt es schwer, über ihren Verlust zu sprechen. Nach und nach öffnen sich die meisten, bringen Erinnerungsstücke mit, die sie an den verstorbenen Elternteil erinnern. „Es tut ihnen gut zu sehen, dass sie nicht allein sind mit ihrer Trauer“, beobachtet Graf. Kinder trauerten anders, sprunghafter. Graf nennt die Gefühlszustände „Trauerpfützen“. Erwachsene verarbeiteten den Verlust hingegen in einem fortwährenden Prozess. Die trauernden Elternteile tauschen sich während der Kindergruppe im Elterncafé aus und stärken sich gegenseitig.

„Mit der großen Spende lässt es sich gut arbeiten“

Alle zwei Wochen treffen sich die Kinder, in insgesamt acht Sitzungen. Einige haben ihre Handynummern ausgetauscht, fühlen sich in der Gruppe verstanden. „Wir können helfen, die entstandene Lücke in das Leben zu integrieren“, sagt Graf. Damit dies gelingt, unterstützt die Stiftung Leipzig hilft Kindern“ das Hospizium dieses Jahr mit 10 000 Euro. Das Geld ermöglicht einerseits, die Personalkosten abzufedern, andererseits kann damit Material finanziert werden. „Mit der großen Spende lässt es sich gut arbeiten“, sagt Graf.

Ihr ist es wichtig, den Kindern Sicherheit zu vermitteln und dadurch Vertrauen aufzubauen. „Denn der Verlust nimmt den Heranwachsenden ein Urvertrauen in die Welt“, beobachtet die Trauerbegleiterin. „Die Kinder haben noch ihr ganzes Leben vor sich“, sagt Claudia Nerius, Vorsitzende der Stiftung. Umso wichtiger sei es, mit der Trauer umgehen zu lernen.

Die Projekte, die „Leipzig hilft Kindern“ unterstützt, sind verzahnt: So kommen Kinder aus dem Haus Leben, in dem die Stiftung die Betreuung von Kindern mit krebskranken Eltern unterstützt, später teilweise in die Kindertrauergruppe.

Die Trauergruppen werden zweimal jährlich angeboten. Um eine Anmeldung wird gebeten unter der Telefonnummer 0341 47839812.

Am Sonnabend um 20 Uhr findet das Benefizkonzert m Gewandhaus statt: Tickets (5 bis 69 Euro) gibt’s noch in allen LVZ-Geschäftsstellen sowie an der Gewandhauskasse unter Telefon 0341 127280. Wer die Arbeit der Stiftung „Leipzig hilft Kindern“ unterstützen möchte, kann spenden an: Sparkasse Leipzig IBAN: DE16860555921100902003; BIC: WELADE8LXXX; Verwendungszweck: Spende für die Stiftung „Leipzig hilft Kindern“; www.leipzig-hilft-kindern.de

Von Theresa Held

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