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Lokales Kita-Betreuung in Leipzig: Kosten für Eltern können steigen
Leipzig Lokales Kita-Betreuung in Leipzig: Kosten für Eltern können steigen
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00:59 17.02.2015
Quelle: Thomas Kube

Der Freistaat Sachsen plant, die Fachkraft-Kind-Relation leicht zu verbessern. Im Gegenzug soll aber der Anteil, den die Eltern als Obolus für die Betreuung ihrer Sprösslinge in Krippe und Kindergarten beitragen, um bis zu drei Prozentpunkte steigen.

So jedenfalls ist es im Entwurf des sächsischen Doppelhaushaltes 2015/16 vorgesehen. Die Leipziger Kita-Initiative, eine Gruppe engagierter Eltern, spricht von einer "Verschlimmbesserung der Kita-Situation", die Oppositionspolitiker Juliane Nagel (Linke) sowie Grünen-Vorstandssprecherin Christin Melcher von einer "Mogelpackung". Mit einer Anfrage im Stadtrat am 25. Februar wollen die Linken mögliche Folgen der Veränderungen für die Stadt Leipzig und die Eltern erkunden.

Worum geht es? Derzeit darf in Sachsen eine Erzieherin in der Krippe sechs Steppkes betreuen, im Kindergarten 13. Dort soll der Personalschlüssel 2015 zunächst auf 1:12,5 erhöht werden, 2016 dann auf 1:12, in der Krippe sollen es bis 2018 eine Erzieherin pro fünf Kinder sein. Allerdings: Der Personalschlüssel gilt auch als erfüllt, wenn 20 Prozent Assistenzkräfte - etwa staatlich geprüfte Sozialassistenten - in der Kita arbeiten. "Gegen Assistenzkräfte ist nichts einzuwenden, wenn sie zusätzlich eingesetzt würden, um Erzieherinnen zu entlasten", kritisiert Victoria Jankowicz, Mitinitiatorin der Leipziger Kita-Initiative. Das sei aber nicht der Fall. Es gehe nur "um billiges Personal", um die Kosten für den verbesserten Betreuungsschlüssel zu senken.Wichtig wäre, dass die Erzieherinnen mehr Zeit für Dokumentation, die Vor- und Nachbereitung der pädagogischen Arbeit bekommen. Assistenten dürften gar nicht allein in die Gruppe.

In ganz Sachsen werden zusätzliche Kosten für 2015 auf 17,7 Millionen, für 2016 auf 19,5 Millionen Euro beziffert. Dafür soll die Kita-Pauschale, welche der Freistaat pro Kind an die Kommunen überweist, von 1875 auf 2060 Euro steigen. "Dass dieser Mehrbetrag durch die Erhöhung des Betreuungsschlüssels aufgefressen wird, ist perfide", findet Nagel. Hinzu kommt: Ein Großteil der Kosten wird auf die Eltern umgelegt: Bislang tragen sie maximal 30 Prozent für einen Kindergartenplatz beziehungsweise 23 Prozent für die Krippe. Künftig könnten es 33 Prozent beziehungsweise 26 Prozent sein. "Die Hauptlast tragen Eltern und Kommunen", so Melcher. Sie wirft der SPD vor, Wahlversprechen in der Regierung nicht zu erfüllen.

Das weist der SPD-Landtagsabgeordnete Holger Mann zurück: "Wir können unsere Pläne nur stufenweise umsetzen - das sieht der Gesetzentwurf auch so vor." Assistenzkräfte gebe es übrigens auch in anderen Bundesländern, die vermeintlich bessere Betreuungsschlüssel haben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.02.2015

Mathias Orbeck

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