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Lokales Kita statt Grünfläche – Anwohner in Dölitz-Dösen wehren sich
Leipzig Lokales Kita statt Grünfläche – Anwohner in Dölitz-Dösen wehren sich
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00:20 14.10.2017
Auf der Fläche an der Eigenheimstraße soll eine Kita entstehen: Detlef Bartholomäus (links), Maik Merten und andere Anwohner halten diese für ungeeignet und sammeln Unterschriften.  Quelle: Foto: Mathias Orbeck
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Leipzig

 Gegen den Bau einer Kita in der Eigenheimstraße in Dösen-Dölitz regt sich Widerstand. Anwohner sammeln Unterschriften, um das Projekt zu verhindern. „Wir sind keineswegs gegen Kindergärten“, sagt Anwohner Detlef Bartholomäus. Viele fühlen sich jedoch von den Plänen der Stadt überrumpelt, die sie aus der Zeitung erfahren haben. Das Areal gehört zur Siedlung „Johannishöhe“ – seit ihrer Gründung um 1930. Seitdem wird die Grünfläche unter mehr als 80 Jahre alten Bäumen als Treffpunkt der Nachbarn genutzt. Kinder können dort ungestört spielen. Dies sei auch so vorgesehen gewesen. Der ehemalige Besitzer stiftete das Areal mit der Auflage, es unbebaut zu lassen. Straßen neben dem Grundstück tragen zudem die Namen der Töchter des Stifters Giebner: Johanna und Liberta. Zu DDR-Zeiten gab es zudem einen Spielplatz. „Die Stadt wollte auch mal einen Einkaufsmarkt hier ansiedeln. Aber das wurde verhindert“, so Anwohner Maik Merten.

Das Projekt gehört zu einem Paket mit 13 Kitas, die Stadt bis 2019 zusätzlich auf eigenen Grundstücken aus dem Boden stampfen will, um dem immensen Bedarf an Betreuungsplätzen Herr zu werden. So sollen zusätzlich 45 Millionen Euro aus eigener Kraft investiert werden, um den Ausbau des Kita-Netzes zu beschleunigen. 1760 Betreuungsplätze kommen so obendrauf auf das bereits beschlossene Kita-Bauprogramm (die LVZ berichtete). Bereits am Mittwoch entscheidet der Stadtrat über jene 13 Kitas. Angestrebt wird eine Fertigbauweise, damit die Einrichtungen Ende 2018/Anfang 2019 öffnen können. Gesteuert wird das Vorhaben von der stadteigenen LESG.

Die Anwohner von Dölitz-Dösen haben sich mittlerweile mit einem offenen Brief an die Stadtratsfraktionen gewandt. Sie fühlen sich in die Entscheidung nicht einbezogen. Der Stadtbezirksbeirat Süd habe das Projekt als Tischvorlage durchgewunken, so die Dösener, ohne sich das Gelände anzuschauen. Vorgesehen ist, eine zweigeschossige Kita mit 120 Plätzen zu errichten. Dabei wird die Bebauungsstruktur an der Libertastraße aufgegriffen. Deshalb wird wohl der eine oder andere Baum weichen müssen. „Mit einem Kleinkind brauchen Mütter von der Straßenbahn mindestens 20 Minuten. Das ist nicht zumutbar“, sagt Bartholomäus. Die Anwohner glauben, dass die Kita ohnehin nur für Familien aus anderen Stadtteilen benötigt wird. Denn in ihrem Umfeld gebe es sechs Kitas sowie drei Tagesmütter. Sie befürchten daher, dass viele Familien mit dem Auto kommen. „Das widerspricht einer modernen Verkehrsplanung. Viele der Anliegerstraßen sind außerdem in einem unbefriedigenden Zustand“, so Merten. Ein Verkehrskonzept fehle völlig.

„Wir haben alle Flächen auf ihre Eignung hin untersucht“, sagt Nicolas Tsapos, der Leiter des Amtes für Jugend, Familie und Bildung, auf LVZ-Nachfrage. „Auch im Süden Leipzigs werden dringend zusätzliche Kitaplätze benötigt.“ Das würde die demographische Entwicklung in den nächsten Jahren belegen. Ob das Areal Eigenheimstraße mit einem Stiftungszweck verbunden sei, werde das Liegenschaftsamt aber erneut prüfen. Intern hieß es bereits, dass im Grundbuch kein Eintrag vorhanden sei.

Von Mathias Orbeck

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