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Lokales Kitaplatz-Vergabe per Internet: Erleichterungen noch in diesem Monat
Leipzig Lokales Kitaplatz-Vergabe per Internet: Erleichterungen noch in diesem Monat
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13:12 05.10.2010
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Leipzig

Am 20. Oktober bekommt der Stadtrat das Thema wieder auf die Tagesordnung. Und vielleicht können Leipzigs Eltern bald aufatmen: Noch in diesem Monat soll das Portal in neuem Design erscheinen und einfacher zu bedienen sein.

Die Gemengelage ist kompliziert, Skepsis liegt in der Luft. Noch nicht vom Tisch ist der Antrag von Bündnis 90 / Die Grünen, den Reservierungsdienst vorübergehend zu schließen. "Das ist natürlich ein Protestantrag", sagt Annette Körner, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat. "Aber durchaus ernsthaft gemeint", fügt sie hinzu. Schon im Mai formulierte die Fraktion das Papier. Eine Reaktion auf zahlreiche Rückmeldungen von Eltern und Kindergärten: Das System sei einfach verwirrend. So bekämen Eltern mitunter die Information, dass ein Platz fürs Kind nur über www.meinkitaplatz-leipzig.de reserviert werden könne. Falsch.

"Die Masse der Verträge kommt zurzeit ohne die Reservierung über das Online-System zustande", sagt Thomas Schmidt vom Jugendamt. Ab Ende Oktober - läuft alles nach Plan - sollen Eltern das Online-Portal wesentlich leichter handhaben können. "Die Eingabe der Daten wird leichter und Sie bekommen immer einen Vorschlag zu ihrer Anfrage", erklärt Schmidt. Soll heißen: Das System erkennt in Zukunft anhand des Geburtsdatums des Kindes automatisch, ob ein Krippen- oder Kindergartenplatz gesucht wird. Wenn zum gewünschten Termin auf den Punkt kein Platz frei ist, werden Angebote gemacht, die der Anfrage am Nächsten kommen.

Vor allem soll die Tagespflege als Alternative zum Krippenplatz automatisch angeboten werden. "Das kann nicht tagesaktuell sein. Die Datenpflege läuft über die Träger - aber alle werden ein Interesse daran haben, das Angebot möglichst aktuell zu halten", erklärt Schmidt. Ein weiterer Punkt auf der "Hausaufgabenliste" der Stadt soll bis Ende des Jahres abgehakt sein: Schrittweise wird der Zeitraum, in dem man einen Kita-Platz vorreservieren kann, von drei auf sechs Monate ausgedehnt werden. Tatsächlich können Eltern, die ihre Knirpse in der Kita unterbringen wollen, jetzt bereits vier Monate im Voraus einen Platz reservieren lassen.

"Ich höre von Eltern, dass man am besten nachts vor dem Computer sitzt, um überhaupt einen freien Platz in dem System zu finden", sagt Anne-Kathrin Puchta, Leiterin des evangelischen Kindergartens der Gemeinde Lindenau-Plagwitz. Ihre Kita gehört zu den vielen Einrichtungen freier Träger, die bisher nicht mitmachen beim Online-Vergabesystem. Kriterien wie Gemeindezugehörigkeit oder Geschwisterkinder spielen bei der Vergabe von Betreuungsplätzen noch keine Rolle. "Wir sperren uns nicht gegen die Internetplattform, aber die Transparenz fehlt", sagt sie.

Mit ihren Bedenken steht Anne-Kathrin Puchta offenbar nicht allein da. Laut Stadt sind aktuell 153 der 217 Leipziger Kindertagesstätten eingebunden. Die Kommunikation mit den Skeptikern scheint derweil an einem toten Punkt. So heißt es im Evaluierungsbericht des Jugenddezernats:

"Bezüglich der „freiwilligen“, auf Vereinbarung beruhenden Einbindung einiger Träger und deren Einrichtungen hat das Jugendamt über eine Vielzahl von Einzelgesprächen/-verhandlungen, Werbe- und Informationsveranstaltungen mit der IG FT (freie Träger von Kindertagesstätten, Anm. d. Red.) seine Spielräume ausgereizt."

Obwohl Thomas Schmidt "gerade im Gespräch mit den kirchlichen Trägern" positive Signale für die weitere Zusammenarbeit sieht, soll der Stadtrat dem Oberbürgermeister nun das Mandat geben, alle rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen, um Träger aus dem Bedarfsplan in das Elternportal meinkitaplatz-leipzig.de einzubinden. Die Stadträte werden auch entscheiden müssen, ob neue Kitas nur dann in den Bedarfsplan aufgenommen werden, wenn die Träger bereit sind, am Online-Reservierungssystem teilzunehmen.

Evelyn ter Vehn

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