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Lokales Kleine Glockengießer in der Kita "Elifant"
Leipzig Lokales Kleine Glockengießer in der Kita "Elifant"
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Gossen sich mit Hilfe von Friedemann Szymanowski ihre eigene Glocke: die Vorschulkinder aus der Kita "Elifant" in der Prinz-Eugen-Straße. Quelle: André Kempner
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Leipzig

"Die Glocken-Idee kam von Friedemann Szymanowski, dem Vater eines der Kindergartenkinder, welcher selbst Bronzebildgießer und geprüfter Glockensachverständiger ist", erzählt Nina Draxlbauer, Sprecherin der Kita-Trägerin, der Leipziger Caritas. Der Kita-Garten sei dann zur gläsernen Werkstatt mutiert. In über 40 Arbeitsstunden, verteilt über Wochen, habe Szymanowski da mit allen 17 Vorschulkindern am Projekt gearbeitet - vom Entwurf bis zum Guss. Für letzteren hatte der Spezialist eigens einen Ofen aus Schamottsteinen gebaut. Am 3. Juli dann der große Tag: "Zwei Stunden lang schmolz das Metall im Schmelztiegel bei bis zu 1140 Grad, dann konnte die Glocke in eine Lehmform gegossen werden", berichtet Draxlbauer. "Es klappte wirklich besser, als ich gedacht hätte", freut es Vater Szymanowski.

Selbst gestaltet haben die Kids ihre Glocke auch. Lediglich die Themen "Jesus", "Elisabeth" und "Schöpfung" hätten die Erzieher vorgegeben, hieß es. Der Nachwuchs entschied sich für die Elisabeth, deren Name ja in ihrem Kita-Namen steckt. Ein Bildnis der Heiligen, die Brot teilt, sollte zum Motiv auf der Glocke werden. Darunter steht der Vers "Hände, die schenken, erzählen von Gott" aus dem Lied von Claus-Peter März und Kurt Grahl. Die Glockenzier gestaltete laut Draxlbauer hingegen mit Eva Weidemann die Mutti eines der Vorschulkinder. Alle Mädchen und Jungen, die an der Glocke beteiligt waren, wurden auf ihr namentlich auch verewigt.

Richtig tief steckten die Glockengießer-Jünger ihre Nasen übrigens auch in das alte Handwerk an sich; machten sich gar mal (in elterlicher Begleitung) an einem Wochenende im Glockenmuseum in Laucha an der Unstrut kundig.

Das Geld für die Herstellung ihres guten Stückes selbst - rund 800 Euro - brachten Eltern und Nachwuchs auch mit auf: über den Erlös eines Kuchenbasars, aus dem Verkauf selbstgebastelter Karten. "Das eine oder andere Kind spendete sogar sein wöchentliches Taschengeld", weiß Draxlbauer zu berichten. Die Glocke soll nun im Kita-Foyer ihren Platz finden und "zu besonderen Anlässen wie Geburtstagen und Feiern wie dem Erntedankfest" läuten, wie Kita-Leiterin Patricia Hedrich meint. Ein Weilchen müsse das aber noch warten. "Noch fehlen weitere Spenden-Euro für Klöppel und Aufhängung", bedauert Draxlbauer.

Wer der Kita "Elifant" da mit einer Spende helfen kann: Telefon: (0341) 39 59 52 80, E-Mail: kita.elifant@caritas-leipzig.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.07.2015

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