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Klinikum St. Georg baut seine OP-Kapazitäten für 15,7 Millionen Euro aus

Klinikum St. Georg baut seine OP-Kapazitäten für 15,7 Millionen Euro aus

"Das Skalpell ist Ihr Freund, nicht Ihr Feind." Dieser Satz, der dem leitenden Chefarzt des St.-Georg-Krankenhauses, Professor Bernhard Ruf, am Donnerstag wohl aus tiefster Überzeugung über die Lippen kam, löste bei seinen Zuhörern einige Erheiterung aus.

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Der neue OP-Saal der Kinderchirurgie: Chefarzt Christian Geyer (links) begrüßt an seinem künftigen Arbeitsort Oberbürgermeister Burkhard Jung. Rechts: Geschäftsführerin Iris Minde.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Während Medizinerkollegen die Auffassung des Infektiologen teilten, schienen die anderen Gäste der Eröffnung des neuen Operationsgebäudes in der Delitzscher Straße die Sache mit dem Messer wohl etwas anders zu sehen.

Zwei Jahre nach Baubeginn stellte das städtische Krankenhaus seinen neuen OP-Trakt vor. 15,7 Millionen Euro flossen in sechs, mit moderner Medizintechnik ausgestattete Säle. Im angeschlossenen Haus 20 befinden sich weitere sieben OP-Räume. Ideale Voraussetzungen also für eine optimale vor- und nachoperative Betreuung der Patienten, für den Transport und die Lagerung von Medikamenten, Instrumenten und Geräten. Bislang, so Geschäftsführerin Iris Minde, war der OP-Bereich über drei Standorte verstreut. Mit der Zentralisierung ließen sich nicht nur Prozessabläufe verbessern, sondern auch die Operationskapazitäten erhöhen.

Und das ist dringend nötig. "Im vergangenen Jahr führten wir 20 000 Operationen durch und versorgten 51 000 Notfallpatienten", erklärte Minde. Das waren 4000 Patienten mehr als im Jahr zuvor. "Mit den neuen Operationssälen setzen wir einen weiteren Meilenstein in der 800-jährigen Geschichte unseres Klinikums", sagte sie. "Dank modernster Technik und sehr guter Infrastruktur sind wir bestens gewappnet für die Zukunft und können den Patienten und Mitarbeitern noch mehr Qualität und Komfort bieten."

Die neue OP-Einheit soll Ende März in Betrieb gehen. Bis dahin werden die Räume hygienisch gereinigt. Außerdem stehen noch technische und Sicherheits-Checks auf dem Programm. Es entstanden helle, freundliche und großzügig geschnittene Säle. Sie verfügen über viel Tageslicht, was gerade bei mehrstündigeren medizinischen Eingriffen von Vorteil ist. Von ihnen können Operationen live an andere Orte des Klinikums, beispielsweise zu Ausbildungszwecken, übertragen werden. Der mit 66 Quadratmetern größte Raum ist ein so genannter Hybrid-OP, in dem Teams verschiedener medizinischer Fachbereiche gleichzeitig arbeiten und mehrere bildgebende Verfahren zusammengeführt werden können. Ein Schwergewicht ist dieser Arbeitsort im wahrsten Sinne des Wortes. Er verfügt über einen OP-Stuhl für extrem adipöse Patienten mit einem Gewicht von bis zu 360 Kilogramm. Ein weiterer Raum ist speziell für die Kinderchirurgie ausgelegt. Der zuständige Chefarzt Christian Geyer, der selbst erst vor sieben Monaten an das Klinikum kam, gab einen Einblick in die Möglichkeiten, die dieser Saal bietet. Er lässt sich aufgrund einer besonderen Klimatisierung auf 30 Grad Celsius erwärmen, so dass dort auch Babys mit einem sehr empfindlichen Temperaturhaushalt operiert werden können.

Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hob hervor, dass das kommunale Klinikum ganz ohne staatliche Fördermittel diese Investition stemmen musste. Trotz des enormen Kostendrucks im Gesundheitswesen habe das Georg einen guten Weg eingeschlagen, sagte er. Es bleibe eine Herausforderung, den hohen technischen Standard zu sichern. "Der Gesetzgeber ist jetzt gefordert, die Krankenhäuser so auszustatten, dass diese hohe Qualität auch in der Zukunft gesichert werden kann", appellierte Jung. Er verteidigte im Klinikum vorgenommene Strukturveränderungen. "Wenn wir effizient und wirtschaftlich arbeiten wollen", so Jung, "müssen wir manchmal auch Schritte gehen, die schmerzhaft sind."

Morgen finden von 10 bis 15 Uhr öffentliche Führungen durch die neuen OP-Säle statt. Anmeldung unter Telefon 0341 9092196 oder per Email an uk@sanktgeorg.de.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.01.2015

Klaus Staeubert

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