Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Knapp 200 Motorboote dürfen auf Leipzigs Gewässern fahren
Leipzig Lokales Knapp 200 Motorboote dürfen auf Leipzigs Gewässern fahren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:31 04.06.2015
Beim Elster-Saale-Kanal hat die Stadt keinen Einfluss auf den Bootsverkehr, weil die Wasserstraße dem Bund gehört. (Archivbild) Quelle: André Kempner
Anzeige
Leipzig

Für genau 196 Motorboote hat die Stadt derzeit den Einsatz auf Leipzigs Gewässern gestattet. Das geht aus einer Antwort des Umweltdezernates auf eine Anfrage der Ratsfraktion der Grünen hervor. Konkret dürften 105 Motorboote über die Flüsse und Kanäle schippern – davon 35 mit Elektroantrieb.

Weitere 64 Motorboote wurden für den Kulkwitzer See zugelassen, wobei zu dieser Zahl auch die Flautenschieber für Segelboote gehören. Auf dem Kulki verfügen 13 Wasserfahrzeuge über Verbrennungsmotoren. Für den Cospudener See schließlich gibt es von der Stadt 27 Zulassungen – davon 26 mit Verbrennungsmotoren.

Den als ökologisch besonders sensibel eingeschätzten Floßgraben im südlichen Auenwald dürfen lediglich die Elektroschiffe „Henriette" und „Marianne" der Firma Ranaboot GmbH passieren. Und zwar nur einmal pro Tag eins der beiden Schiffe, erläuterte Bürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) auf LVZ-Nachfrage. „Auch das Rana-Boot muss sich an die allgemein zulässigen Zeiten im Floßgraben halten", sagte er. Die entsprechende Genehmigung habe die Untere Wasserbehörde nach einem Antrag der Firma bereits Anfang Mai erteilt.

Die Grünen zielten mit ihrer Anfrage auf eine Beschränkung der Zulassungszahlen. „Gibt es Überlegungen zu einer ökologisch und sicherheitsrelevanten Maximalanzahl von zugelassen Motorbooten und Verleihbooten?", wollten sie unter anderem wissen. Dies werde für die einzelnen Gewässer unterschiedlich gehandhabt, ist der Antwort zu entnehmen. „Für den Kulkwitzer See werden derzeit keine weiteren Motorboote zugelassen. Die Erlaubnis für Motorboote auf den Fließgewässern in Leipzig wird außer bei Rettungs-, Trainer- und Behördenbooten nur noch für Elektroantriebe und nur mit naturschutzrechtlichem Einvernehmen erteilt."

Auf dem Cospudener See sei die Erlaubnis für weitere Antragsteller davon abhängig, ob die als „maximal verträglich" eingestuften Schadstoffeinträge gemäß einer Konzeption zur nachhaltigen Nutzung der Tagebauseen schon erreicht sind oder nicht. Verbrennungsmotoren für die Wasserfahrzeuge müssten dabei der EG-Sportbootrichtlinie oder ersatzweise der sogenannten Bodenseenorm entsprechen. Letztere gilt als ökologisch erfolgreiche Norm.

Wie jüngst berichtet, klagen der Burghausener Ortschaftsrat und die Anrainer des Elster-Saale-Kanals über immer mehr Motorboote, die an den Wochenenden über den elf Kilometer langen Kanal rasen und viel Lärm verursachen. Laut Ortsvorsteher Stefan Köster (parteilos) lieferten sich dort manche Freizeitkapitäne sogar Rennen. Bei dieser Bundeswasserstraße habe die Stadt aber keinen Einfluss auf den Bootsverkehr.

Jens Rometsch

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Leipzig (ADFC) hat Visionen für den Stadtverkehr vorgelegt. Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens empfiehlt der Verein erhebliche Veränderungen im Verkehrsnetz.

04.06.2015

Woche vier im Kita-Streik: In Leipzig öffnen einige Einrichtungen wieder, der Oberbürgermeister schreibt einen Elternbrief und fordert finanzielle Unterstützung von Bund und Land.

01.06.2015

Nach einem verregneten Wochenbeginn nimmt der Sommer ab Dienstag wieder mehr Fahrt auf. Am Wochenende klettert das Quecksilber erstmals auf 30 Grad.

Anzeige