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Lokales Knapp 2000 Schulkinder mehr – Leipzig investiert 55 Millionen Euro pro Jahr
Leipzig Lokales Knapp 2000 Schulkinder mehr – Leipzig investiert 55 Millionen Euro pro Jahr
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19:46 09.03.2016
In der Telemannstraße entsteht ein neues Gymnasium. Doch Leipzig kommt mit dem Bau neuer Schulen kaum hinterher. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Mehr Geburten, starker Zuzug – in Leipzig platzen die Schulen aus allen Nähten. Im Schuljahr 2015/16 besuchten rund 1900 Kinder mehr als im Vorjahr die kommunalen Bildungseinrichtungen. Insgesamt waren es knapp 51400 in 2404 Klassen. Dazu kommt die Herausforderung, deutlich mehr Kinder mit Deutsch als Zweitsprache in den Schulalltag zu integrieren. Am Mittwoch stellte die Stadt den aktualisierten Schulentwicklungsplan vor. Tenor: Die Kommune gerät finanziell an ihre Grenzen. Und trotzdem sei man mit der Entwicklung steigender Kinderzahlen sehr glücklich, so Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD).

Auf die bislang vorgesehene Investitionssumme von jährlich rund 40 Millionen Euro sattelt das Rathaus jährlich weitere 15 Millionen Euro auf. Hinzu kommen noch Fördermittel, die bereits avisiert sind.

Aber: Der Schulneubau könne ohne externe Partner nicht mehr umgesetzt werden, heißt es in einer Dokumentation des Jugendamtes. Auch finanziell gerate Leipzig an die Grenzen der Leistungsfähigkeit. „Es bedarf dringend der Unterstützung des Freistaats Sachsen“, so die Planer.

Die tatsächlichen Schülerzahlen liegen weiter deutlich über den Prognosen, nach denen bisher geplant wurde. Und der Trend hält an. Für 2020 erwartet das Dezernat allein bei Grund- und Oberschülern jeweils rund 1000 Kinder mehr als bisher prognostiziert. Vor allem in den innenstadtnahen Bereichen wachse der Bedarf an Schulplätzen. „Wir gehen jetzt davon aus, dass diese positive Entwicklung länger anhalten wird als bislang gedacht“, so Fabian. „Auch ein eventuelles Absinken der Schülerzahlen wird später erfolgen und geringer ausfallen.“

Neubauten und Sanierungen

Grundschulen: Aktuell sind rund ein Viertel der Eingangklassen dieser Einrichtungen mit 25 oder mehr Schülern belegt. „An 70 Prozent der Grundschulen wurde der Kapazitätsrichtwert erreicht oder überschritten“, skizzierte Fabian die Lage. Dazu sei es gekommen, obwohl die Stadt seit 2012 die Erich-Kästner-, die Pablo-Neruda-Schule und die 3. Schule neu gebaut hat, die Schule Weißenfelser Straße neu eingerichtet wurde und die Schule am Opferweg in Planung ist. Jetzt will das Rathaus zusätzlich noch eine neue Grundschule in der Tauchaer Straße (2018), ein Ersatzneubau an der Schule am Adler (2020) und ein Ersatzneubau der Wilhelm-Busch-Schule errichten (2023).

Oberschulen: „Wir haben keine Oberschule mehr, die unter dem Kapazitätsrichtwert liegt“, betonte Bürgermeister Fabian. Dies bedeute, dass es in Leipzig keine Oberschule mehr mit freien Räumen gebe. In einem Drittel der Eingangsklassen seien 25 oder mehr Schüler je Klasse aufgenommen worden. „Für das Jahr 2020 prognostizieren wir jetzt mindestens 1100 Oberschüler mehr als noch 2012 vorgesehen.“ Um gegenzusteuern, hat die Stadt seit 2012 die ehemalige 57. Schule und die Schule am Weißeplatz reaktiviert; den Neubau der Sportoberschule begonnen und die Reaktivierung der ehemaligen 55. Schule angeschoben. Die Oberschule Ihmelstraße ist in Planung. Zusätzlich will die Stadt jetzt noch sieben weitere Objekte in Angriff nehmen, darunter zwei neue Oberschulen in der Uhland- (2016) und in der Diderotstraße (2019). Die Oberschule am Adler soll erweitert (2021) und eine neu Oberschule Hainbuchenstraße (2023) errichtet werden.

Gymnasien: Sie sind ebenfalls voll ausgelastet; in mehr als der Hälfte der Eingangsklassen wird die Maximalzahl von 28 Schülern erreicht oder überschritten. „Der Bedarfsanstieg an den Gymnasien wird sich nach 2020 fortsetzen“, skizziert Faber die absehbare Entwicklung. Nach der Reaktivierung der ehemaligen Mommsen-Schule, den Baustarts des Gymnasiums Gorkistraße und des Gymnasiums Telemannstraße sowie dem Planungsbeginn für das Gymnasium Karl-Heine-Straße ist jetzt zusätzlich der Bau von Gymnasien am Bayerischen Bahnhof (2018), in der Ihmelstraße (2021) und im Leipziger Westen (2025) vorgesehen.

Sporthallenkapazitäten: Weil die benötigten zusätzlichen Kapazitäten nicht ausschließlich durch Neubauten abgesichert werden können, sind zahlreiche Erweiterungen geplant, so an der Christoph-Arnold-Schule, an der 120. Schule, an der 77. Schule, an der Erich-Zeigner-Schule, an der Schule am Weißeplatz, an der Georg-Schumann-Schule und an der Thomasschule.

Im Rathaus wird betont, dass im überarbeiteten Schulnetzplan 2016 unterstellt wird, dass auch die freien Träger Kapazitätserweiterungen vornehmen. „Wir wissen, dass Schulgebäude ausgebaut und neue errichtet werden sollen“, so Fabian. Sollten diese avisierten Kapazitätserweiterungen nicht stattfinden, müsse der kommunale Bedarf zusätzlich erhöht werden.

Im April müssen die Stadträte erst einmal über den aktuellen Entwurf des städtischen Schulnetzplanes entscheiden. Doch auch die Entwicklungen durch zugezogene Flüchtlinge konnten laut Jugendamt in der Planung erst teilweise berücksichtigt werden. Vor allem im Bereich der Grund- und Oberschulen steige der Bedarf weiter. Auf der Grundlage einer neuen Bevölkerungsprognose soll der Schulentwicklungsplan weiterentwickelt werden und erneut im Frühjahr 2018 zum Beschluss vorliegen.

Von lyn / A.T.

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