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Lokales Knappe Studenten-Mehrheit in Leipzig für Rad-Semesterticket
Leipzig Lokales Knappe Studenten-Mehrheit in Leipzig für Rad-Semesterticket
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17:49 14.07.2015
Die Studenten der Leipziger Uni beraten, ob die Möglichkeit, günstig Nextbike-Fahrräder auszuleihen, in das Semesterticket integriert werden soll. (Archivbild) Quelle: André Kempner
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Leipzig

Mit knapp 49 Prozent haben sich die Studierenden der Alma Mater in einer Befragung des Stura für ein Fahrrad-Semesterticket ausgesprochen. Eine Woche lang hatten 27.037 Studenten der Uni Zeit, im Online-Einschreibesystem darüber abzustimmen. Daran teilgenommen hatten allerdings lediglich 7,7 Prozent, ergo 2082 Hochschüler. Knapp 44 Prozent der Befragten entschied sich gegen das optionale Erweiterungs-Angebot des Semestertickets. 153 Studierende (7,4 Prozent) enthielten sich der Stimme. Laut Stura wird heute im Plenum besprochen, wie das Ergebnis gewertet werden soll. Diese Entscheidung ist richtungweisend für die Abstimmung im Semesterticketausschuss. Soll das Fahrrad-Ticket im kommenden Jahr Realität werden, muss eine Entscheidung noch in diesem Monat getroffen werden.

2 Euro im Jahr für die Radleihe

Zur Debatte stand ein Kooperationsangebot des Leipziger Fahrradverleihers Nextbike. Ähnlich wie beim Semesterticket zahlen alle Studierenden der Uni eine einheitliche Gebühr. In diesem Fall liegt diese bei einem Euro je Semester. Dafür erhalten sie pro Ausleihe eine Freifahrt von 30 Minuten. Das Rad kann jedoch an den Stationen beliebig oft hintereinander ausgeliehen werden. Extrakosten fallen nur bei Touren an, die länger als eine halbe Stunde dauern – oder wenn mehrere Drahtesel über eine Person gebucht werden. Um ein Fahrrad per App, Bordcomputer oder Telefon auszuleihen, müssen sich Studenten bei Nextbike anmelden und eine Handynummer hinterlassen.

Auch die anderen Leipziger Hochschulen können mit dem Fahrradverleiher eine Kooperation eingehen. Weil die Uni mit ihren Studenten jedoch die mit Abstand größte Gruppe bildet, ist die Entscheidung hier von wesentlicher Bedeutung für die weiteren Verhandlungen. Würde sich nur eine knappe Mehrheit der Befragten für das Modell aussprechen, könnte es trotzdem noch in den Gremien gekippt werden. „Im Gegensatz zum Öffentlichen Nahverkehr als integralem Bestandteil der studentischen Mobilität ist das Angebot von Nextbike nur optional“, sagt Friedemann Goerl vom Stura. „Das ist nichts, was unbedingt sein müsste.“

Stationen vor Mensen und Wohnheimen im Gespräch

Der in Leipzig gegründete Verleiher hält nach eigenen Angaben derzeit 400 Fahrräder an etwa 60 Standorten in der Messestadt vor. „Wir konnten uns außerdem darauf einigen, dass 20 neue Leihstationen aufgestellt werden, vor allem vor studentischen Einrichtungen wie Wohnheimen oder Mensen“, berichtet Referent Goerl von den Gesprächen mit Nextbike. Das Unternehmen hatte den Kontakt zu den Studierendenvertretern zum zweiten Mal aufgenommen, nachdem eine erste Anfrage vor einigen Jahren mangels schlüssigen Konzepts nicht weiter verfolgt wurde, erinnert sich Goerl.

Dass ein solches Modell aber durchaus auf großen Zuspruch treffen kann, zeigen die Erfahrungen in Bochum. Die Studierendenvertretung der dortigen Ruhr-Uni ist im April vergangenen Jahres eine ähnliche Vereinbarung mit dem Nextbike-Ableger Metropolradruhr eingegangen. Bis Ende 2014 wurde der spezielle Tarif nach Angaben der Hochschule von den Studenten etwa 44.000-mal genutzt – mit steigender Tendenz. Nach Angaben von Nextbike-Sprecherin Mareike Rauchhaus verzeichnet das Unternehmen hier mittlerweile jeden Monat mehr als 10.000 Fahrten.

Alexander Bley und Michael Frömmert

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