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Könneritzstraße - Ökolöwen wollen zwei neue Stadtplätze anlegen

Könneritzstraße - Ökolöwen wollen zwei neue Stadtplätze anlegen

Auch wenn es zunächst nicht vorgesehen war: Zur Umgestaltung der Könneritzstraße gibt es jetzt doch zahlreiche neue Ideen. Wie berichtet, soll der Umbau der Trasse im Dezember 2015 starten.

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So stellen sich die Ökolöwen die künftige Gestaltung eines Teilbereichs der Könneritzstraße vor.

Quelle: Grafik Patrick Moye

Jetzt bringt der Umweltbund Ökolöwe die Etablierung zweier neuer Stadtplätze ins Gespräch.

Der Vorschlag betrifft die Kreuzungsbereiche der Könneritzstraße zur Holbein- und zur Brockhausstraße. Dort sind nach den derzeitigen Plänen des städtischen Verkehrs- und Tiefbauamtes zwei Verkehrsinseln vorgesehen. Nach Ansicht der Ökolöwen haben diese Flächen aber deutlich mehr Potenzial. "Wir regen die Aufwertung dieser Verkehrsinseln zu kleinen Stadtplätzen an, indem die Inseln jeweils an die Hauswand angebunden werden", sagt der verkehrspolitische Sprecher Tino Supplies. "Dies kommt der Aufenthaltsqualität und dem Fußgängerlängsverkehr auf der Könneritzstraße zu Gute". So müssten statt vier Straßen nur noch zwei überquert werden, was die Verkehrssicherheit erhöht.

Außerdem macht sich der Umweltbund dafür stark, den Straßenbahnlärm zu reduzieren. "Die Grenzwerte von 59 dB(A) am Tag und 49 dB(A) in der Nacht werden in der Könneritzstraße schon allein durch den Straßenbahnverkehr überschritten", argumentiert Supplies. "Wir fordern daher die Verwendung von schalldämpfenden, eingedeckten 'Flüstergleisen', wenn die Gleisanlagen ohnehin erneuert werden." Sollten die Grenzwerte mit dieser Maßnahme allein nicht unterschritten werden können, sollten passive Schallschutzmaßnahmen wie Schallschutzfenster an den Häusern möglich gemacht werden.

Die Ökolöwen greifen auch einen Änderungsvorschlag auf, den bereits der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club unterbreitet hat (die LVZ berichtete): Die Stadt soll im Zuge der Umbauarbeiten die östliche Schnorrstraße gleich so anlegen, dass sie künftig als Wohngebietsstraße fungiert. "Der Charakter der Straße, die enge Wohnbebauung und die angrenzende Schule sprechen gegen eine Lenkung des Durchgangsverkehrs durch den Teil des Wohngebiets", so Supplies. "Die Fahrbahnbreite darf 6,50 Meter nicht überschreiten. Wir empfehlen, den Kurvenradius entsprechend durch Gehwegnasen fußgängerfreundlicher als in der bestehenden Planung zu gestalten. Die geplante Fußgängerampel soll nördlich der Schnorrstraße eingerichtet werden. Der Durchgangsverkehr wäre dann zukünftig über die Rödelstraße in die Könneritzstraße zu führen."

Die Ökolöwen unterstützen auch den bereits diskutierten Vorschlag, eine vierte Straßenbahnhaltestelle im Bereich der Schnorrstraße einzurichten. Dies würde die Anbindung Schleußigs an den öffentlichen Nahverkehr deutlich verbessern, heißt es. Dies würde der Straßenbahn mehr Fahrgäste zuführen. "Gemeinhin kann davon ausgegangen werden, dass sich die Bereitschaft, den ÖPNV zu nutzen, halbiert, wenn die nächste Haltestelle weiter als 300 Meter entfernt ist", so Supplies. Die Haltestelle Stieglitzstraße direkt vor dem Konsum könnte dennoch am bisherigen Standort verbleiben. "Sollte eine neue Tram-Haltestelle abgelehnt werden, empfehlen wir dringend die Einrichtung einer neuen Bushaltestelle für die Linie 74 im Bereich Schnorrstraße", so der Sprecher.

Energischen Widerstand signalisiert der Umweltbund gegen die Umleitungsvariante, die das Verkehrs- und Tiefbauamt während der Umbauarbeiten an der Könneritzstraße favorisiert. "Dabei soll der Autoverkehr über den von vielen Radfahrern und Spaziergängern frequentierten Nonnenweg geführt werden und damit durch das Flora-Fauna-Schutzgebiet ,Leipziger Auensystem' sowie durch das Landschafts- und Vogelschutzgebiet ,Leipziger Auwald' fließen", kritisiert Supplies und nennt den Plan "eine irrwitzige Idee". Diese werde auf keinen Fall akzeptiert. "Wir werden in jedem Fall rechtlich gegen diese Umleitungsvariante vorgehen, wenn das Verkehrs- und Tiefbauamt weiter daran festhält."

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.04.2014

Andreas Tappert

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