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Lokales Köpping: Bund soll Erstorientierung für Flüchtlinge ausbauen
Leipzig Lokales Köpping: Bund soll Erstorientierung für Flüchtlinge ausbauen
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18:28 23.05.2018
Die sächsische Ministerin Köpping besuchte am Mittwoch ein Wohnheim für unbegleitete Flüchtlinge im Leipziger Stadtteil Dölitz. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping hat bei einem Besuch in Leipzig an den Bund appelliert, die neuen Erstorientierungskurse für Asylbewerber weiter auszubauen. „Ich hätte mir gewünscht, dass das komplette sächsische Modell übernommen worden wäre, inklusive der Kulturmittler“, sagte die SPD-Politikern am Mittwoch bei einem Besuch der Erstaufnahmeeinrichtung in Leipzig.

In Sachsen werden seit Ende 2015 in einem damals bundesweit einmaligen Modellprojekt Wegweiserkurse für Asylbewerber angeboten. Diese beinhalten 15 Stunden Deutschunterricht sowie weitere 15 Stunden mit Themen des alltäglichen Zusammenlebens. Das Wissen wird von Dozenten mit Migrationshintergrund und damit häufig in Muttersprache vermittelt. Mittlerweile hat der Bund dieses Modell in Erstorientierungskursen übernommen, aber ohne die kulturelle Vermittlung durch Muttersprachler.

Regeln für besseres Zurechtkommen

Die Kulturmittler geben den Asylbewerbern laut Köpping eine erste gesellschaftliche Orientierung, einen Einblick in das tägliche Leben in Deutschland. So könnten die Dozenten auch auf aktuelle Themen reagieren und durch ihr Wissen und ihre Erfahrungen in Streitfällen auch schlichten und deeskalieren.

„Ich bekomme einen viel besseren Zugang zu den Flüchtlingen, weil ich deren Herkunftskultur kenne“, erläuterte Kulturmittler Mahmoud Dabdoub. Er war Anfang der 1980er Jahre aus dem Libanon nach Leipzig gekommen und bringt den Flüchtlingen in der Erstaufnahmeeinrichtung der Messestadt die Regeln der deutschen Gesellschaft näher - von der Schulpflicht bis zur Mülltrennung. „Ich versuchen den Menschen zu vermitteln, dass sie sich ein wenig anpassen. Nicht um sich zu verlieren, sondern um hier besser zurechtzukommen.“

Kurse in 21 Sprachen

In Sachsen sind derzeit 53 Kulturmittler im Einsatz. Sie erhalten nach einem einwöchigen Kurs ein Zertifikat und werden aus Landesmitteln bezahlt. „Wir sind dank dieser Mittler in der Lage, die Kurse in 21 Sprachen anzubieten“, erklärte Frank Schott vom Weiterbildungsverein Arbeit und Leben Sachsen.

Nach ihrem Besuch in der Erstaufnahmeeinrichtung wollte Köpping mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Leipzig über Werte in Deutschland sprechen.

Von LVZ

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