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Lokales Kommunale Task Force rettet verwahrloste Häuser in Leipzig
Leipzig Lokales Kommunale Task Force rettet verwahrloste Häuser in Leipzig
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10:39 19.02.2018
Vor und nach der Sanierung: Mehrfamilienhaus in der Lützner Straße 116/118.  Quelle: Stadt Leipzig
Leipzig

 Sie fallen inzwischen auf und sind die Minderheit im Leipziger Stadtbild: unsanierte und verwahrloste Häuser. Um den Verfall der Immobilien zu stoppen hat die Stadtverwaltung eine Art Task Force gegründet, die die Eigentümer unterstützt, aber bei Bedarf auch Druck ausübt. Die seit 2014 tätige Arbeitsgruppe hat jetzt ihre Bilanz vorgelegt.

57 gefährdete Gebäude haben die Mitarbeiter beim Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung in eine Liste aufgenommen. Davon seien inzwischen 16 Häuser saniert oder zumindest gesichert worden. Dazu zählen die Eisenbahnstraße 41 und 43 oder die Georg-Schumann-Straße 236. Für sechs weitere Immobilien wurden Baugenehmigungen bereits erteilt oder stehen kurz vor dem Abschluss. Drei Objekte mussten abgerissen werden: Georg-Schumann-Straße 84, Gießerstraße 40 und Holzhäuser Straße 74. Fünf weitere Gebäude seien verkauft worden und stehen nun vor einer Modernisierung.

„Das war und ist ein verantwortungsvolles und schwieriges Geschäft, das im Einzelfall durchaus mehrere Jahre dauern kann“, betonte Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) am Donnerstag.

Spekulanten wollen nicht sanieren

Die städtischen Mitarbeiter haben bei ihren Rettungsversuchen gleich mit einer ganzen Reihe von Problemen zu kämpfen. Häufig hätten Spekulanten die Immobilien gekauft, ohne eine Absicht sie zeitnah zu sanieren. Andere Eigentümer lebten im Ausland und kümmerten sich auch wegen Sprach- und Verständnisproblemen nicht um ihrer Häuser. Bei einigen Immobilien sei bis heute die Eigentumsfrage gar nicht geklärt.

Die Task Force verfolgt gleich mehrere Ansätze. An erster Stelle stehen Gespräche und Ortsbegehungen mit den Verantwortlichen, um ihnen den schlechten Zustand ihrer Bauwerke zu verdeutlichen. Eigentümer, die eine Renovierung aus finanziellen Gründen nicht selbst stemmen können, hätten in mehreren Fällen an Investoren verkauft, heißt es.

Dieses Gebäude in der Sternwartenstraße 40 war nicht mehr zu retten und wurde inzwischen abgerissen. Quelle: Dirk Knofe

Stadt greift streng durch

Einige Projekte haben sich auch als harte und beratungsresistente Vorgänge gezeigt. Dann greift die Stadt rigoros durch und macht Druck. Die rechtlichen Möglichkeiten reichen von Anordnungen über Instandsetzungsgebote bis hin zur Bestellung eines Vertreters, wenn die Eigentumsfrage nicht geklärt ist.

Der momentane Immobilienboom in Leipzig spielt der Arbeitsgruppe in die Hände. „Zum Verkauf angebotene Objekte werden in kürzester Zeit an Bauträger veräußert“, so die Stadt.

Von Matthias Roth

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