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Komplexkontrollen und Polizeistreifen in Leipziger Straßenbahnen

Kooperation wird ausgebaut Komplexkontrollen und Polizeistreifen in Leipziger Straßenbahnen

Polizisten mit Schlagstock und Pistole – in Leipzigs Bussen und Straßenbahnen wird das ab Mittwoch zum Alltag gehören. LVB und Polizei wollen künftig bei der Sicherheit noch enger zusammen. Beamte sollen dafür rund um die Uhr bei den LVB mitfahren. Leipzigs OBM begrüßt das.

Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke), Polizeichef Bernd Merbitz , OBM Burkhard Jung (SPD) und Ronald Juhrs (LVB) nach Unterzeichnung der Kooperation.
 

Quelle: Andre Kempner

Leipzig. In Leipzigs Straßenbahnen und Bussen ticken ab Mittwoch in puncto Sicherheit die Uhren etwas anders: Polizeipräsident Bernd Merbitz will die ersten Doppelstreifen zu Sicherheitskontrollen in die Fahrzeuge der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) schicken. Am Dienstag wurde die seit 2010 bestehende Kooperationsvereinbarung verlängert und um einige bedeutsame Punkte erweitert. Wie Merbitz bereits Ende November im Gespräch mit der LVZ angekündigt hatte, sollen künftig auch Polizisten in den LVB-Fahrzeugen präsent sein, werde es gemeinsame Komplexkontrollen von Beamten und LVB-Mitarbeitern geben. Darüber hinaus wollen die Verkehrsbetriebe einen Sicherheitsbeauftragten einstellen, der frühzeitig Kriminalitätsschwerpunkte erkennen und Maßnahmen dagegen koordinieren soll.

Polizisten werden von Begleitfahrzeug unterstützt

Die Polizisten sollen im gesamten LVB-Netz und zu allen Tageszeiten im Einsatz sein. Die Beamten sollen dort in voller Ausrüstung Präsenz zeigen – also auch mit Schlagstock und Pistole. „Natürlich werden wir uns vor allem auf solche Linien konzentrieren, auf denen das Thema Sicherheit ein Schwerpunkt ist“, kündigte Merbitz an. „Aber nicht nur auf diese.“ Seine Beamten würden auch nicht permanent in sämtlichen Bahnen anzutreffen sein. „Aber wir werden zu unregelmäßigen Zeiten regelmäßig Präsenz zeigen.“ Die Polizeistreife wird von einem Streifenwagen als Begleitfahrzeug unterstützt. Es soll sicherstellen, dass sofort Verstärkung zur Stelle ist, wenn es in einer Bahn Probleme geben sollte. 

Laut Merbitz sind Busse und Bahnen bereits jetzt ein besonders sicheres Verkehrsmittel. „Gleichwohl zeigt die Resonanz der Bürger, dass auch sehr vereinzelt vorkommende Delikte das Sicherheitsempfinden stark negativ beeinflussen können“, so der 61-Jährige. Um dem entgegen zu wirken, sollen künftige auch Beamte in Bahnen für Bürger ansprechbar sein. Das begrüßt auch Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). „Ich bin der festen Überzeugung: Sichtbare Polizisten in der Stadt sind die beste Prävention. Das gilt auch für die Fahrgäste der LVB. Es muss unser Anspruch sein, dass sich Menschen hier zu jeder Tages- und Nachtzeit sicher fühlen können“, so der Sozialdemokrat am Dienstag.

Jung: „Haben in unserer Stadt ein Sicherheitsproblem“

Jung begrüßte die neue Qualität der Sicherheitspartnerschaft. „Natürlich haben wir in unserer Stadt ein Sicherheitsproblem“, erklärte er Journalisten bei einer Fahrt mit einer Sonderstraßenbahn auf dem Promenadenring. „Aber wir tun alles dafür, um die Sicherheit in unserer Stadt zu verbessern.“ Bei seinen Bürgersprechstunden kämen immer wieder Leipziger auf ihn zu, „die gerade in den Abend- und Nachtstunden Ängste in den Straßenbahn haben und sich unsicher fühlen“, berichtete er. Wegen der Sicherheitslage benötige Leipzigs Polizei „auch in den nächsten Jahren dringend mehr Personal und mehr Technik“. Leipzigs Stadtrat habe bereits 20 zusätzliche Stellen für den Stadtordnungsdienst genehmigt, weitere 25 würden demnächst beantragt. „Im ersten Quartal 2018 werde ich dem Stadtrat dafür ein Konzept vorlegen“, so Jung. Es werde unter anderem den Aufbau einer Hundestaffel und einer Fahrradstaffel vorsehen.

LVB-Geschäftsführer Ronald Juhrs erklärte, Leipzigs Nahverkehr sei sicher. „Das Problem ist der Weg von der Bahn nach Hause“, so Juhrs. „Wir befördern unsere Fahrgäste sicher – aber trotzdem spiegelt sich die Wahrnehmung der öffentlichen Sicherheit in unseren Fahrzeugen wider.“ Deshalb sei es richtig, das „subjektive Sicherheitsgefühl“ durch Polizeipräsenz zu erhöhen. Auch die Fahrer der LVB würden zusätzlichen Schutz einfordern. „Wenn in London oder Barcelona Anschläge auf den Nahverkehr verübt werden, beschäftigt das unsere Fahrer“, erklärte er. Die LVB würden deshalb jetzt auch eine Planstelle für einen Sicherheitsbeauftragten schaffen.

Zur Kooperation von LVB und Polizei gehört auch künftig der An- und Abtransport der Gästefans bei Spielen von Fußball-Bundesligist RB Leipzig. Nach Angaben der Verkehrsbetriebe wurden in der vergangenen Saison 21.600 Fans der gegnerischen Mannschaften mit Shuttlebussen vom Bahnhof zum Stadion und wieder zurück transportiert. „Mit 143 Bussen und 180 Fahrten konnte somit ein wesentlicher Beitrag für eine friedliche und sichere Fußballsaison geleistet werden“, teilten die LVB mit.

Von mpu/A.T.

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