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Lokales Konferenz der Uni Leipzig und der TU Chemnitz: Wenig Bewegung, zu viele Pfunde
Leipzig Lokales Konferenz der Uni Leipzig und der TU Chemnitz: Wenig Bewegung, zu viele Pfunde
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23:00 16.06.2014
Isabell Böhme und Thomas Kißauer würden gern mehr über Sport für Kita-Kids erfahren, doch der Sportsaal ihrer Berufsschule ist gesperrt. Quelle: Christian Nitsche

Daten von rund 1200 Mädchen und Jungen wurden ausgewertet. Demnach sollen immerhin rund acht Prozent der Vorschulkinder übergewichtig sein; der Nachwuchs sei zunehmend weniger leistungsfähig - in körperlicher wie geistiger Hinsicht. Mangelnde Bewegung, die Gewöhnung an einen sitzenden Lebensstil, hieß es, seien maßgebliche Gründe dafür. Allein von 2000 bis 2007 habe sich die von Kindern mit Videospielen verbrachte Zeit verdoppelt, nicht mal mehr eine Stunde pro Woche tobten sie sich gründlichst aus. Die Kids spielten heute mehr drinnen als draußen, mehr allein als mit anderen - und kaum mehr aus eigenem Antrieb.

Medizinerin Melanie Adler von der Leipziger Uni-Kinderklinik wusste aus ihrer Forschungsarbeit zu berichten, dass 15 Prozent der unter 18-Jährigen zu dick sind, ein Drittel davon fettleibig. Und auch an dieser Stelle wurde darauf verwiesen, dass diese Entwicklung bereits im Vorschulalter beginnt: Knapp zehn Prozent hätten schon in jenem zarten Alter etliche Pfunde zu viel, drei Prozent dieser Steppkes seien gar adipös.

Frühes Heranführen der Jüngsten an viel Bewegung und Sport - so lautete die Botschaft der Konferenz. Zwei, die als künftige Kita-Erzieher dafür mit Sorge tragen wollen, warteten allerdings mit unterschiedlichsten Erfahrungen auf. Isabell Böhme (24) und Thomas Kißauer (27), beide im ersten Lehrjahr in der Leipziger Henriette-Goldschmidt-Schule, an der aktuell 450 junge Leute ausgebildet werden. "Als Praktikantin in hiesigen Kitas habe ich erfahren, dass es sehr schwer sein kann, Bewegungsangebote zu machen", sagte Böhme. "In einer Kita mit 70 Knirpsen gab es lediglich einmal pro Woche für zwölf Kinder Sport mit einer externen Fachkraft." Und Kißauer erzählte vom Praktikum in einer Grundschule, wo es nicht mal eine Turnhalle gab.

Und dann das: Als es auf der Konferenz um die Bewegungsförderung für Kinder als Bestandteil ihrer Erzieher-Ausbildung ging, schilderte das Duo eindringlich, wo sonst noch der Schuh drückt. "Wenn wir am 21. Juli aus dem Interim wieder in die Goldschmidtschule zurückziehen, haben wir ja nicht mal selbst eine Sporthalle." Schulleiter Eberhard Ulm bestätigte auf LVZ-Nachfrage, dass die einst zum Sportsaal umfunktionierte alte Aula nach wie vor nicht nutzbar ist. Der Schulträger, die Stadt, erlaube die Nutzung "aus nachvollziehbaren Unfallschutzgründen" nicht. Es mangele zum Beispiel am Prallschutz an den Wänden. Bemühungen, anderswo mit in eine Halle zu ziehen, seien bislang erfolglos geblieben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.06.2014

Angelika Raulien

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