Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Kongresshalle in Leipzig wird teuerer: Stadtrat soll zusätzlich 6,77 Millionen Euro bewilligen
Leipzig Lokales Kongresshalle in Leipzig wird teuerer: Stadtrat soll zusätzlich 6,77 Millionen Euro bewilligen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:49 07.11.2014
So soll der Kongresshallen-Komplex am Zoo nach Fertigstellung aussehen. Quelle: André Kempner
Leipzig

Gründe für die Kostensteigerung gibt es offenbar viele. Zum einen sei die Leipziger Messe kurzfristig aus der Finanzierung des Innenausbaus ausgestiegen. Der Aufsichtsrat des künftigen Kongresshallen-Betreibers habe sich dagegen entschieden, so die kurze Begründung. Eine weitere Erklärung für den Rückzug war vorerst nicht zu erfahren. Die inzwischen veranschlagten 3,7 Millionen Euro im dritten Bauabschnitt bleiben deshalb ebenso an der Kommune haften, wie ausgefallene Fördergelder vom Land und eine ganze Reihe von „Baukostenveränderungen“, die laut Kulturamt eine Finanzierungslücke von 3,1 Millionen Euro verursacht hätten.

Gesamtbaukosten steigen um 7,4 Prozent auf 37,3 Millionen Euro

In der Abstimmungsvorlage für die Stadträte, die auch von Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und Finanzbürgermeister Torsten Bonev (CDU) getragen wird, werden mehr als ein Dutzend solcher Baukostenveränderungen gegenüber den ursprünglichen Plänen aufgelistet. So seien beispielsweise Entwürfe des Dachstuhls im „Weißen Saal“ zu ungenau gewesen, weil die Räumlichkeiten nur begrenzt zugänglich waren. Auch Mauerwerke, die verputzt waren, stellten sich bei näherer Betrachtung als dringend erneuerungsbedürftig heraus.

Durch diese Mehrkosten steige der Gesamtetat der Kongresshallen-Sanierung um gut 7,4 Prozent auf 37,3 Millionen Euro an, so das Kulturamt. In der Vergangenheit hatten die Stadträte dazu bereits 6,9 Millionen aus der Stadtkasse bewilligt. Nun müssen sie noch über zusätzliche 6,77 Millionen Euro ob genannter Ausfälle und Veränderungen entscheiden.

Sollte das Votum positiv ausfallen, hätte die Kommune 13,7 Millionen Euro an der Sanierung selbst getragen. Für den Rest der Kosten steht der Zoo Leipzig ein – inklusive eines kommunalen Kredits in Höhe von 3,6 Millionen Euro, der bis Ende 2015 zurückgezahlt werden muss.  

Kulturbürgermeister drängt – FDP: Zehn Millionen Mehrkosten insgesamt

Leipzigs Kulturbürgermeister Michael Faber (parteilos). Quelle: André Kempner
Kulturbürgermeister Michael Faber (parteilos) hofft inständig auf das Wohlwollen der Stadträte beim erneuten Zuschuss. Zudem drückt er auf die Tube. So heißt es in der Abstimmungsvorlage: „Wesentlicher Eckpfeiler in der Vermarktungskonzeption ist die Fertigstellung der „Kongreßhalle am Zoo“ zum Auftakt des 1.000-jährigen Jubiläums der Stadt Leipzig. Dieser Anlass bietet die perfekte Bühne für eine regionale und überregionale Beachtung [...]

und damit die einmalige Chance für einen hohen Bekanntheitsgrad und gute Auslastung in der Folgezeit.“

Auf die Unterstützung von FDP-Stadtrat René Hobusch wird der Kulturbürgermeister wohl nicht zählen können. Hobusch moniert am Freitag, dass die aktuelle Kostensteigerung nicht die erste sei. „Richtig ist, dass schon 2013 eine Mehrbeteiligung an den Gesamtkosten in Höhe von vier Millionen Euro gegenüber der Ursprungsplanung beschlossen wurde. Die Mehrsteigerungen insgesamt betrugen damals schon rund sechs Millionen Euro“, so Hobusch. Zusammen mit der aktuellen Steigerung betrage die Abweichung von den ursprünglichgen Plänen mehr als zehn Millionen Euro.

Bereits 2013 habe seine Fraktion auch darauf hingewiesen, dass die Investitionen der Leipziger Messe im Gebäude nicht beschlossene Sache seien. Die FDP hatte zudem kritisiert, dass nicht grundsätzlich nach einer privater Sanierung und Betreiberlösung gesucht wurde.

Nach Fertigstellung der Sanierung sehen die bisherigen Vertragsunterlagen eine Verpachtung an die Messe Leipzig vor, die hier für 15 Jahre exklusiv das Catering übernehmen soll. Eine Ausnahme bilde das Zoorestaurant im Gebäude, das künftig vom Tierpark betrieben wird. Entsprechende Verhandlungen mit beiden Partnern seien weit fortgeschritten und sollen bis zum Jahresende abgeschlossen werden, so das Kulturamt.

Matthias Puppe

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die S-Bahn-Erweiterungspläne und kein Ende: Wie es denn sein könne, dass immer noch Flächen der Miltitzer Flur für eine Verlängerung der S-Bahn bis Markranstädt reserviert werden, erkundigte sich ein Anwohner im Verlauf der jüngsten Sitzung des Miltitzer Ortschaftsrates.

06.11.2014

Alles hat ein Ende: Das gilt auch für den gefühlten Dauervorsitz von Jörg Wicke beim Heimatverein Holzhausen. Schluss, aus, vorbei: Der 60-Jährige hat seine Arbeit für beendet erklärt und die Leitung abgegeben.

06.11.2014

Der Streit um den Erhalt des Lindenthaler Ökobades geht in die nächste Runde. Nachdem im Vormonat der Ortschaftsrat dem von der Stadtverwaltung vorgelegten Konzept zur Umgestaltung der Badeoase in eine Grünanlage mit Landschaftssee eine klare Absage erteilt hatte, endete auch der Disput mit Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke) im Verlauf einer nichtöffentlichen Sitzung in dieser Woche wie das Hornberger Schießen.

06.11.2014