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Konsum-Bosse versprechen Großes: Neue Filialen und höhere Löhne

Chefwechsel Konsum-Bosse versprechen Großes: Neue Filialen und höhere Löhne

Dirk Thärichen und Michael Faupel haben die ehemalige Vorstandssprecherin Petra Schumann abgelöst. Die LVZ hat sich mit der neuen Doppelspitze über ihre Pläne und Vorstellungen für das Unternehmen unterhalten.

Michael Faupel und Dirk Thärichen sind die neue Doppelspitze beim Konsum.

Quelle: André Kempner

Leipzig. LVZ: Was wird sich im Konsum mit der neuen Doppelspitze ändern?

Dirk Thärichen: Wir erleben eine Aufbruchstimmung. In der Zentrale gab es früher mehrere kleine Abteilungen, die sehr hierarchisch geführt wurden. Jetzt kommen wir zu größeren effizienteren Strukturen, und die Mitarbeiter erhalten mehr Kompetenzen, eigene Budgets und endlich auch Verantwortung. Das war hier bisher überhaupt nicht ausgeprägt - alles war immer nur auf eine Person, die ehemalige Vorstandssprecherin ausgerichtet.

Michael Faupel: Unsere Filialen sollen der Supermarkt vor Ort sein: regionaler, freundlicher, kompetenter, moderner.

Was gibt es für konkrete Probleme?

Faupel: Der Konsum wurde sehr gut verwaltet und controlled; man hat sehr auf die Kosten geachtet. Aber es gibt heute sehr viele alte Filialen, die schon lange entweder durch modernere Standorte hätten ersetzt oder geschlossen werden müssen. Renovieren, schließen oder ersetzen: Die Entscheidungen darüber hätten viel früher getroffen werden müssen. Man muss halt regelmäßig Geld in die Hand nehmen. Wir werden viel investieren müssen, aber dazu gibt es keine Alternative.

Thärichen: Wir haben einen Investitionsstau.

Faupel: Zum Vergleich: Wir haben den Konsum Dresden besucht. Der ist uns um mindestens fünf Jahre voraus - was die Modernität der Filialen, den Online-Auftritt oder das Stamm-Sortiment angeht.

Was wollen Sie tun?

Faupel: Ab 2016 werden wir jedes Jahr drei bis vier Filialen neu eröffnen und dafür alte Standorte schließen. Was wir dringend brauchen, ist ein strukturiertes Verkaufskonzept.

Das gibt es nicht?

Faupel: Es fehlten klare Vorgaben. Die Unternehmensführung hat sich zu selten in den Filialen sehen lassen. Es gab keinen funktionierenden Außendienst. Ein Bezirksleiter hat 25 Filialen betreut. Das ist zu viel, das kann nicht klappen. 35 von 70 Filialen erwirtschaften negative Deckungsbeiträge.

Thärichen: Die Gerüchte, dass wir jeden zweiten Standort schließen, sind absoluter Quatsch. Ja, wir werden einige Standorte so nicht mehr weiter betreiben können, aber diese werden eben modernisiert oder durch neue ersetzt.

Faupel: Und das funktioniert auch. Unser renovierter Standort in der Waldstraße hat nach der Wiedereröffnung ein Umsatzplus von 25 Prozent zu verzeichnen.

Wie soll sich die Mitarbeiterzahl entwickeln, wird es Entlassungen geben?

Thärichen: Nein. Unsere Mitarbeiter sind ein ganz hohes Gut, haben eine sehr hohe Qualität. Die Kollegen wissen selbst am Besten, dass es so nicht weitergeht. Ein Unternehmen muss sich ständig verändern. Das kann nicht einer allein, das können wir auch nicht zu zweit. Wir können nur die Lokomotive sein, um den Konsum weiterzuentwickeln. Der Zug muss lang sein, um viel bewegen zu können.

Faupel: Der Erhalt der Arbeitsplätze ist uns wichtig. Unsere Kunden sollen kompetent beraten und freundlich bedient werden. Deshalb müssen wir weiter in Ausbildung investieren. Wir wollen unsere Leute mehr fordern, denn das Ergebnis der Gruppe ist besser als das Ergebnis des Einzelnen. Die Mitarbeiter sollen gerne zur Arbeit kommen. Und auch wenn wir ein nicht so großes Unternehmen im Einzelhandel sind, müssen unsere Mitarbeiter selbstverständlich fair bezahlt werden.

Das heißt, es wird höhere Löhne geben?

Thärichen: Es wird eine leistungsgerechtere und damit auch bessere Bezahlung geben.

Konsum hat viele kleinere Standorte. Bleibt das so?

Faupel: Für die Rentabilität ist es nicht entscheidend, ob der Standort klein oder groß ist. Unsere Filialen werden weniger für den Wochen-Einkauf genutzt. Wir bleiben der Nahversorger vor Ort.

Wie sehen die aus?

Faupel: Es geht uns zum Beispiel auch um die Menschen mit mittlerem Einkommen, die die Produkte des täglichen Bedarfs zu vernünftigen Preisen kaufen wollen. Wir wollen den Konsum einfach auch an andere Kundenschichten führen, nicht nur das Premium-Segment bedienen.

Wird das Einkaufen bei Ihnen günstiger?

Thärichen: Wir haben derzeit das Image, dass wir teuer oder sogar zu teuer sind. Wir werden niemals ein Discounter. Aber es wird sich bei den Preisen etwas ändern.

Wie wird sich das Sortiment entwickeln?

Faupel: Wir haben derzeit ein Sortimentsproblem. Erstens gibt es kein einheitliches Sortiment, es gibt große Unterschiede in den Filialen, es gibt keine Zuverlässigkeit. Ich muss aber als Kunde wissen, dass ich bestimmte Produkte in jedem Konsum erhalte. Daran werden wir arbeiten. Zweitens: Obst und Gemüse machen heute acht bis neun Prozent am Umsatz aus, viel zu wenig. Wir müssen bei mindestens zehn oder elf Prozent landen. Auch bei anderen Frische-Produkten sieht es nicht so gut aus. Das alles finden die Kunden nicht attraktiv. Wir haben in den vergangenen zwei Jahren 300000 Kundeneinkäufe verloren. Deshalb werden wir kurzfristig besser werden.

Sie haben Standorte in Merseburg, Zwickau, Altenburg sowie in den Landkreisen Nordsachsen und Leipzig. Ihr Fokus liegt aber klar auf dem Leipziger Geschäft. Können Sie sich eine Expansion in weitere Städte vorstellen?

Faupel: Leipzig bleibt der Heimatmarkt, es ist aber vorstellbar, punktuell in einigen Städten Ostdeutschlands aktiv zu werden. Es gibt vier Prioritätsstufen in der Entwicklung: Zuerst geht es um Ersatz-Objekte für alte Standorte, dann um neue Standorte vor Ort, dann eventuell um eine Expansion nach Jena, Chemnitz und Halle sowie schließlich nach Erfurt und Weimar.

Thärichen: Für eine Expansion müssen wir zu Hause sicher und stabil sein. Auch die beschriebene Veränderung der Unternehmenskultur muss abgeschlossen sein, bevor wir in neue Märkte gehen.

Der Konsum ist eine Genossenschaft. Wie wollen Sie dieses Modell weiterentwickeln?

Thärichen: Wir gehören 30000 Mitgliedern. Im Jahr 2006 waren es noch knapp 50000. Wir wollen die Mitgliederzahl mindestens halten und den Genossenschaftsgedanken stärken - das ist ein Gedanke, der in die Zeit passt. Dazu gehört auch, dass wir uns weiterhin sozial in der Stadt engagieren werden.

Wie teilen Sie die Vorstands-Arbeit auf?

Thärichen: Jeder macht das, was er am besten kann. Michael Faupel ist für den Einkauf, den Verkauf sowie die Filialnetzentwicklung zuständig. Ich kümmere mich um die Finanzen. Außerdem gehören Marketing, EDV, Personal und Organisation zu meinem Aufgabengebiet.

Faupel: Es macht Spaß mit Dirk Thärichen zu arbeiten. Wir haben gemeinsam die Erfahrung, um das Ding zu stemmen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.08.2015

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