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Konsum Leipzig schielt nach Jena, Erfurt und Weimar

Genossenschaft im Umbau Konsum Leipzig schielt nach Jena, Erfurt und Weimar

Am Sonntag steigt in der Konsumzentrale das Westfest. Die Genossenschaftsvorstände Dirk Thärichen und Michael Faupel äußern sich im Interview zur aktuellen Situation des Unternehmens.

Die Konsum-Vorstände Michael Faupel und Dirk Thärichen (v.l.).

Quelle: Foto: André Kempner

Leipzig. Am Sonntag steigt in der Konsumzentrale das Westfest. Die Genossenschaftsvorstände Dirk Thärichen und Michael Faupel äußern sich im Interview zur aktuellen Situation des Unternehmens.

Wie ist die Lage?

Dirk Thärichen: Nach unseren Halbjahreszahlen haben wir ein Umsatzplus von 5,5 Prozent; damit liegen wir über dem Branchendurchschnitt. Am Ende des Jahres werden wir nach unseren Berechnungen auf einen Umsatz von etwa 115 Millionen Euro blicken. Es wird mehr bei uns eingekauft; der Durchschnittsbon ist um 3,5 Prozent gestiegen. Die Zahl der Kunden hat um 1,9 Prozent auf 45 000 Kunden pro Tag zugenommen. Wir sind mit diesen Zahlen sehr zufrieden. Unsere neue Sortiments- und Preispolitik kommen an beim Kunden. Aber die großen Umbauten und Modernisierungen kosten auch eine Menge Geld.

Michael Faupel: Wir haben zwar gute Umsatzzuwächse, aber unter dem Strich bleibt erstmal nicht viel übrig – das muss man ganz klar sagen. Was wir verdienen, investieren wir: in neue Filialen, in die Erneuerung von Bestandsfilialen, ins Personal. Das bleibt die nächsten Jahre so.

Wie viel bleibt denn übrig?

Thärichen: Letztes Jahr hatten wir 651 000 Euro Gewinn, und in diesem Bereich werden wir nach unseren Hochrechnungen auch in diesem Jahr aussteigen.

Und das ist für Ihre Genossenschaftsmitglieder ok?

Die Dividende liegt seit mehreren Jahren stabil bei drei Prozent. Von den Anteilseignern bekommen wir signalisiert, dass man damit in der gegenwärtigen Niedrigzinsphase zufrieden ist. Dazu kommt für unsere Mitglieder die Rückvergütung beim Einkauf. Die ist von 1,25 auf zwei Prozent gestiegen. Das soll mindestens so bleiben, vielleicht kann sie sogar noch leicht steigen.

Wie viele Filialen haben Sie derzeit – und wie viele davon sind auf dem Stand, den Sie haben wollen?

Faupel: Es sind 64 Filialen: Ein Drittel davon muss noch erneuert werden, ein Drittel ist erstmal ok, ein Drittel ist auf dem aktuellen Stand. Seit 2015 hatten wir fünf Neueröffnungen. Die nächsten sind geplant für den 26. Oktober in der Dresdner Straße / Ecke Inselstraße geplant und für Dezember in der Bornaischen Straße 55. Für 2018 planen wir mit weiteren vier Standorten.

Dirk Thärichen: Eine der nächste ist die Inselstraße im Oktober, eine die Bornaische Straße 55 im Dezember. Ende 2017 werden wir auf acht Neueröffnungen zurückblicken; für 2018 sind vier geplant.

Wie sieht es mit Ihrer Expansion in andere Städte aus?

Faupel: Zu unseren Neueröffnungen in diesem Jahr gehört am 19. Oktober der neue Standort in Chemnitz. 2018 kommt wahrscheinlich unsere erste Filiale in Halle dazu. Weitere sollen folgen.

In Halle?

Faupel: In Halle und in Chemnitz. In den nächsten Jahren sollen fünf, sechs weitere Filialen in anderen Städten öffnen. In Jena sind wir auf der Suche, Erfurt und Weimar sind auch interessant. Die neuen Standorte werden alle den Namen der jeweiligen Stadtnamen tragen, wie gerade „Konsum Chemnitz“.

Welches Konzept haben Sie mit Blick auf die Größe der Standorte?

Faupel: Es geht um kleinere Läden zwischen 300 und 500 Quadratmetern, die funktionieren auch gut. Wir sind überzeugt, dass das der richtige Weg ist. Die Leute wollen im Quartier einkaufen. Die lassen ihr Auto lieber stehen, finden gar keinen Parkplatz. Das ist die Zukunft.

Es gibt immer mal wieder Fragen von Leuten, die sagen: In meiner Wohngegend gibt es keine Einkaufsmöglichkeit. Können Sie denen helfen?

Thärichen: Es gibt Lagen, wo wir etwas tun wollen. Wir suchen zum Beispiel gezielt nach einem Objekt in Schönefeld. Unser Standort in Chemnitz hat ringsrum 2500 Wohnungen. Das ist eine realistische Größenordnung, bei der wir überlegen, ob eine Investition sinnvoll ist.

Sie haben am Sortiment gedreht.

Faupel: Wir haben in die Preise investiert, und wir tun das weiter. Dadurch sinkt unsere Handelsspanne deutlich, aber wir wollen ja, dass mehr Leute zu uns kommen. Die Menschen brauchen natürlich Zeit, um zu realisieren, dass man wieder „normal“ bei uns einkaufen kann. Unser Ziel: In jeder Warengruppe soll es ein preiswertes Produkt geben, einen Markenartikel und eine regionale Alternative. Letzteres ist gar nicht so einfach: Nicht jeder regionale Produzent kann 60 Filialen palettenweise versorgen. Obst, Gemüse und Frischeprodukte werden wichtiger. Wir haben gerade 20, 30 Tests laufen – zum Beispiel mit einem Imbiss, mit Fisch in Selbstbedienung oder Original-Asia-Produkten. Wir sind ein modernes Unternehmen, wir müssen weg von diesem staubigen Image, das wir teilweise immer noch haben.

Wie ist Ihre Kampagne zur Gewinnung neuer Genossenschaftsmitglieder gelaufen?

Thärichen: Sehr gut. Nach unserer Satzungsänderung kann jedes Mitglied 5000 Euro bei uns anlegen, vorher waren es 3000 Euro. Deshalb haben einerseits viele Mitglieder ihre Anteile erhöht, was wir als großen Vertrauensbeweis sehen. Andererseits haben wir durch die Kampagne auch neuer Genossenschafter gewonnen (siehe Kasten). Der jahrelange Trend rückläufiger Mitgliederzahlen ist erst einmal gestoppt.

Wie geht es mit Ihrem HCL-Sponsoring weiter?

Thärichen: Wir unterstützen weiterhin Kultur und Sport in und um Leipzig. So auch den HCL, damit der traditionsreiche Verein weiter existiert und die Nachwuchs- und Jugendarbeit weitergeht.

Das dritte Westfest steigt am 10. September von 10 bis 18 Uhr in der Konsumzentrale. Es gibt ausschließlich regionale Produkte, einen Fußballtalk mit LVZ-Chefreporter Guido Schäfer, eine Autogrammstunde mit dem RB-Bulli, Live-Musik, Programm für Kinder und vieles mehr.

Von Björn Meine

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