Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Kontorhaus und Judo-Halle gehören zu den Siegern beim Leipziger Architekturpreis 2017
Leipzig Lokales Kontorhaus und Judo-Halle gehören zu den Siegern beim Leipziger Architekturpreis 2017
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:02 19.10.2017
Mit einfachsten Mitteln und extrem knappen Budget hat der Judo-Verein Holzhausen aus einem alten Heizhaus im Gewerbegebiet diese Judohalle gezaubert. Dafür gab es jetzt den Leipziger Architekturpreis.  Quelle: Foto: Margret Hoppe
Leipzig

 Auch kleine Bauten können großartig gestaltet werden. Das ist die Lehre aus dem Architekturpreis der Stadt Leipzig 2017, der gestern Abend im Augusteum der Universität verliehen wurde. Gewonnen haben diesmal drei Projekte, die durchweg von Leipziger Architekturbüros verwirklicht wurden. Und die gute Anregungen für das Bauen in einer wachsenden Stadt wie Leipzig liefern, so die Jury unter Vorsitz von Armandus Sattler.

"Judohalle hat Vorbildcharakter"

Einen der drei gleichberechtigten Preise bekam die Judohalle in der Christian-Grunert-Straße 2. Der Verein Judo Holzhausen und die Architekten Schoener und Panzer hätten das Potenzial eines alten Heizhauses aus den Sechzigern im dortigen Gewerbegebiet erkannt und daraus ein „Kleinod“ geschaffen – vor allem für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, lobten die Juroren. Aus der Not, die von drei Seiten eingebaute Halle nicht außen dämmen zu können, hätten sie dabei eine Tugend gemacht: Innen wurde eine zweite Haut aus lasierten Sperrholzplatten angebracht. Eine Behindertenwerkstatt fertigte dazu noch eine Fräsung an, die den Judo-Begründer Kano Jigoro zeigt. Der Fußboden wurde als „nicht mehr sanierungsfähig“ aus einer Leipziger Sporthalle ausgebaut, verwendbare Teile aufgearbeitet und hier wieder eingesetzt. „Das Projekt hat Vorbildcharakter, wie mit wenigen Mitteln und umso mehr Wille und Engagement im Verborgenen Architektur entstehen kann, die hier noch dazu als Technik des Sozialen greifbar wird.“

Die Aufstockung einer früheren Celluloid-Fabrik in der Holbeinstraße 29 erhielt ebenfalls einen Preis. Das Büro Knoche Architekten habe dabei für den Bauherren Mediventure GmbH zwei Wohnungen errichtet, die die gewerbliche Nutzung in den beiden vorhandenen Etagen sinnvoll ergänzen und sich „nicht aufdringlich in den Stadtraum exponieren, sondern eher von Understatement zeugen“, so die Jury.

Auszeichnung für Grundschule forum thomanum

Mit der Grundschule forum thomanum habe Preisträger Nummer 3 Qualitätsmaßstäbe für Schulen und Kitas gesetzt. „Während andere Schulneubauten fast ausnahmslos mit Styroporpaketen verpackt sind, die kaum einen Fußtritt aushalten und wahrscheinlich bald als Sondermüll entsorgt werden müssen, kam hier zweischaliges Ziegelmauerwerk von 70 Zentimeter Stärke zum Einsatz, das für Haltbarkeit, gesundes Raumklima und hervorragende Energiewerte sorgt.“ Beim Umbau des früheren Gemeindehauses der Lutherkirche zum Hort habe das Büro W&V Architekten erneut ein hervorragendes Gespür für den Umgang mit der denkmalgeschützten Substanz bewiesen.

Lobende Erwähnungen sprach die Jury für den neuen Bürgerpark in Paunsdorf und für ein Wohnensemble an der Weißen Elster aus, das die Firmen Anhöck&Kellner sowie Otto Heil errichtet haben.

Von Jens Rometsch

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der nächste Schritt zur Erweiterung der Schwimmhalle Mitte in der Kirschbergstraße ist gemacht. Am Donnerstag wurden Teile für neue Edelstahlbecken geliefert. Ende 2017 soll Richtfest gefeiert werden.

19.10.2017

Das geplante „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“ samt Stasi-Archiv für alle sächsischen Stasiunterlagen kann entstehen. Der Stadtrat gab für eine ergebnisoffene Prüfung grundsätzlich grünes Licht.

19.10.2017
Lokales Mehr Personal, mehr Studenten und Platzmangel in der Bibliothek - Uni Leipzig: Juristenfakultät auf Wachstumskurs

Die Juristenfakultät der Leipziger Uni ist auf Wachstum programmiert, weil der Freistaat Sachsen die Rechtswissenschaften an der Alma mater konzentriert und die bisherigen Studiengänge an der TU Dresden abwickelt.

22.10.2017