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Lokales Konzert einer Hooligan-Band in Leipzig untersagt – Neonazi-Gegner beraten über Gegendemo
Leipzig Lokales Konzert einer Hooligan-Band in Leipzig untersagt – Neonazi-Gegner beraten über Gegendemo
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12:55 16.12.2011
Die Stadt Leipzig hat ein für Samstag angekündigtes Konzert der Band „Kategorie C - Hungrige Wölfe“ untersagt. Quelle: dpa
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Leipzig

Darin wird dem Sänger mitgeteilt, dass er weder alleine noch mit seiner Band am Sonnabend oder am Sonntag in Leipzig auftreten darf. Unterdessen hat die Kampagne „Fence Off“ für Samstagnachmittag eine Gegendemonstration angemeldet.

Die Bremer Gruppe „Kategorie C“ wird der rechtsextremen Hooligan-Szene zugeordnet. Nach Angaben des Ordnungsamts sei die Behörde in Absprache mit der Polizei zu dem Schluss gekommen, dass die Texte der Band gewaltverherrlichend und rassistisch seien. Es lasse sich nicht ausschließen, dass die Gewalt auf das Publikum übergehe, heißt es.

Das hätten auch die Erfahrungen in der Vergangenheit gezeigt. Nach Angaben der Kampagne „Fence Off“ spielte „Kategorie C“ bereits mehrfach in der Messestadt, zuletzt am 21. Mai dieses Jahres im Club Lagerhof am Hauptbahnhof. Wie das Ordnungsamt weiter mitteilte, seien bei Kontrollen der Konzertbesucher regelmäßig szenetypische Gegenstände wie Schlagringe gefunden worden. Auch seien Personen aus der gewaltbereiten Hooligan-Szene festgestellt worden.

Noch vor der Untersagung des Konzerts durch die Stadt hat Juliane Nagel (Die Linke) im Namen von „Fence Off“ und der „Initiative Ladenschluss“ eine Demonstration gegen das Konzert geplant. Als Treffpunkt ist am Sonnabend um 17 Uhr der Südplatz vorgesehen. Nagel rechnet mit etwa 300 Teilnehmern. Am Abend wollten sich die Initiatoren jedoch nochmals beraten, ob die Kundgebung stattfindet. „Es ist begrüßenswert, dass die Stadt den Auftritt verboten hat“, sagt Nagel. Allerdings stelle sich die Frage, wie das Verbot durchgesetzt werden könne, wenn die Stadt gar nicht wisse, wo das Konzert stattfinde.

Bei seiner Untersagung beruft sich das Leipziger Ordnungsamt auf einen Beschluss des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Bremen. Am 26. November dieses Jahres begründete das OVG das Verbot eines Konzerts der Band in der Hansestadt damit, dass die konkrete Gefahr von Straftaten bestünde. Das hochkonspirative Vorgehen der Konzertveranstalter entziehe die Veranstaltung jeglicher Kontrolle, heißt es in dem Beschluss. Wie in Bremen wurde auch in Leipzig der genaue Konzertort bislang nicht veröffentlicht. Eine Anmeldung bei der Stadt liege nicht vor, so die Stadtverwaltung.

Der Sänger Hannes Ostendorf  war 1991 an einem Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Bremen beteiligt, wofür er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde. Er ist der Bruder von Henrik Ostendorf, der für den NPD-Verlag "Deutsche Stimme" in Riesa tätig ist.

Der Bandname „Kategorie C“ ist eine Anspielung auf die Einteilung der „Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze“, welche bundesweit Fußball-Gewalttäter beobachtet und Fans in verschiedene Gruppen einteilt. Unter Kategorie C fallen gewaltsuchende Fans.

Auf ihrer Internetseite bezeichnet sich die Band als unpolitisch. Auf ihren Konzerten gehe es um Spaß, nicht um Politik. Wer gegen Gesetze verstoße, werde des Saals verwiesen. Der Bremer Verfassungsschutz stuft „Kategorie C“ als Hooligan-Band ein. In der Vergangenheit sei KC zusammen mit rechtsextremistischen Skinhead-Bands bei Konzerten aufgetreten.

Robert Berlin

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