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Lokales Kostüme testen und um Waren feilschen - Kinder spielen Messe
Leipzig Lokales Kostüme testen und um Waren feilschen - Kinder spielen Messe
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08:49 08.11.2016
Mode und Messe: Antje Lange (34) und ihre Tochter Helena (5) probieren im Kindermuseum Hüte aus und sind ganz begeistert. Quelle: André Kempner
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Leipzig

"Wir sind davon überzeugt, dass unsere jungen Besucher das Museum als aufregende Spielewelt begreifen", ergänzt Volker Rodekamp, der Direktor des Kindermuseums. Das Angebot richtet sich an Sechs- bis Zehnjährige. Die probieren spielerisch aus, was Messe eigentlich bedeutet. Zunächst können sie in eigens angefertigte Kostüme von Händlern, Marktfrauen und Kaufleuten schlüpfen, um sich zurück ins 19. Jahrhundert zu versetzen. Wer möchte, kann einen Sack voller Kokosnüsse, Reis oder Zitronen auf Gewicht und Inhalt prüfen, um Waren feilschen und den einen oder anderen Betrug aufdecken. Beim bunten Markttreiben gilt es, edle Stoffe, wertvolle Pelze oder ungewöhnliche Gewürze zu entdecken. Wer will, kann sich als Kraxenträger probieren. "Bei einer Messe kam das Vergnügen nicht zu kurz. Schausteller haben seltene Tiere, Riesen und Zwerge und superstarke Männer mitgebracht", erläutert Dana Albertus.

 Die jungen Besucher dürfen sich ferner auf historische Brett- und Puzzlespiele und aufs Schattentheater freuen. Es gibt ein modernes Touchscreen-Puzzle in verschiedenen Schwierigkeitsstufen sowie die Magnetwand "Lebe wohl Warenmesse". Das Museum beschreibt außerdem, wie Messe heutzutage funktioniert und erwähnt Ausstellungen, die auch für die Jüngsten interessant sind - etwa die Buchmesse, die Manga-Comic-Convention oder die Modell-Hobby-Spiel. Der Eintritt ist frei - leider ist der Platz meist auf eine Kindergruppe begrenzt. "Zum ersten Mal wird das Messewesen in Deutschland Thema einer Kinderausstellung. Das freut uns ganz besonders und zeigt, wie sehr die Geschichte der Stadt Leipzig mit der Leipziger Messe verbunden ist", sagt Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe GmbH. Die hat das Projekt unterstützt - aus Anlass ihres Jubiläums "850 Jahre Leipziger Messen". In einer kleinen Studioschau "Immer wieder neu" zeigt das Museum zudem, wie sich die Messe stets neu erfunden hat.

 Der Aufstieg Leipzigs begann aufgrund seiner günstigen Lage am Schnittpunkt von Via Imperii und Via Regia, über die Händler begehrte Rohstoffe wie Salz, Silber, Tuche und Lebensmittel transportierten. "Die Straße macht den Markt. Ohne die Handelswege hätte Leipzig sich nicht so entwickeln können", betont Kuratorin Johanna Sänger und erzählt, dass von den frühen Anfängen Leipzigs und der Messe einiges im Dunkeln liegt.

 Aktuelle Forschungen - ermöglicht durch archäologische Ausgrabungen in den vergangenen 25 Jahren - sind parallel in der Sonderschau "1015. Leipzig von Anfang an" zu sehen. Die Messe-Studioschau tippt anhand weniger Objekte wie dem Messeprivileg Maximilians I. (1497) oder einem Musterkoffer (1900-1970) vieles nur an. Sie erklärt Messe quasi im Schnelldurchgang. Das Besondere: Über aussagekräftige Bilder bietet eine 15-minütige Videoinstallation der Leipziger Messe eine Zeitreise an.

 Die Messe-Studioschau ist bis 11. November, die Sonderschau "1015. Leipzig von Anfang an" bis 25. Oktober dienstags bis sonntags, 10 bis 18 Uhr, geöffnet. Eintritt fünf Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Bis 18 Jahre frei.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.07.2015
Mathias Orbeck

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