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Lokales Kräftemessen in Leipzigs innerer Jahnallee
Leipzig Lokales Kräftemessen in Leipzigs innerer Jahnallee
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18:22 15.04.2019
Die Grüne zeigen, wie sie sich die Straßengestaltung vorstellen: Eine Spur für die Autos, eine für die Fahrradfahrer – und vor den Läden gibt es keine Kurzzeitparkplätze und Anlieferzonen mehr. Quelle: Fotos (2): André Kempner
Leipzig

Eigentlich wollten Leipzigs Grüne am Montag wieder Werbung für Radstreifen in der inneren Jahnallee machen. Doch diesmal platzte den Händlern ringsrum der Kragen: In gelben Westen wiesen sie in einer spontanen Gegendemonstration die Forderung der Grünen zurück, weil ihre Geschäfte dadurch vom Anlieferverkehr und wichtigen Kundenströmen abgeschnitten werden.

„Wir sind keine Fahrradgegner“, erklärte Robert Maihöfner vom Restaurant „Löwen-Tanke“. „Auch Fahrradfahrer sollen zu uns gelangen können – wie jeder andere. Wir sind aber dagegen, eine Zielgruppe – die Autofahrer – komplett auszugrenzen.“

Kunden bleiben weg und die Umsätze gehen zurück

Die Händler berichteten, dass sich ihre Befürchtungen bereits bestätigen: Seitdem die Stadt am 15. März an beiden Seiten der inneren Jahnallee Halteverbote ausgeschildert hat, bleiben Kunden weg, und die Umsätze gehen zurück.

„Einige Kunden machen das noch eine Zeit lang mit, dann verlieren auch sie die Lust“, sagte Maihöfner. Dann würden sich in diesem Straßenabschnitt wieder die Ladenzonen leeren – wie es bis zur Ausweitung der Kurzzeitparkplätze vor einigen Jahren zu beobachten war.

Die Grünen verwiesen dagegen auf ihre Petition, in der 5700 Leipziger die Einrichtung von geschützten Radstreifen fordern. „Radfahrer haben keine Knautschzone und benötigen einen besonderen Schutz“, bekräftigte Volker Holzendorf, der die Petition eingereicht hatte. Oberbürgermeister und Stadtverwaltung würden den Radverkehr „stiefmütterlich“ behandeln, weil sie Autofahrer nicht häufig genug abstrafen, sobald diese das eingerichtete Halteverbot missachten.

Die bisherigen Veränderungen in der inneren Jahnallee seien unzureichend. „Herr Oberbürgermeister, beenden Sie die mangelhafte Verkehrsführung für Radfahrende in der inneren Jahnallee sofort und sorgen Sie dafür, dass der Radstreifen noch 2019 kommt“, forderte auch Katharina Krefft, Chefin der grünen Stadtratsfraktion.

Kurzzeitplätze werden am Mittwoch zum Stadtratsthema

Die Verkehrsgestaltung zwischen Waldplatz und Leibnizstraße ist am Mittwoch auch Thema im Stadtrat. Dort fordern die Gewerbetreibenden des Abschnitts in einer Petition, die Kurzzeitparkplätze in beide Fahrtrichtungen wieder einzurichten. Bis zu 300 Arbeitsplätze seien durch deren Abschaffung bedroht, heißt es.

Von Andreas Tappert

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