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Lokales Krähen reihenweise abgeschossen – 17 Fälle seit Dezember
Leipzig Lokales Krähen reihenweise abgeschossen – 17 Fälle seit Dezember
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11:03 06.03.2018
Eine der tot aufgefundene Krähen in Leipzig. Quelle: Foto: Naturschutzbund
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Leipzig

Eine Serie von Krähen-Abschüssen in der Straße des 18. Oktober dürfte zu Ende sein. Seit Dezember 2017 hielten die Vorfälle sowohl Anwohner als auch Naturschützer in Atem. Insgesamt 17 Saat- und Rabenkrähen wurden bis vor kurzem in diesem Wohngebiet gefunden. Alle hatten ein kleines Einschussloch – sie wurden mit einer Schusswaffe getötet oder angeschossen, vermutlich aus einem Fenster heraus. Zudem könnte es eine Dunkelziffer verletzter oder getöteter Tiere geben, die gar nicht gefunden wurden.

Ehrenamtliche Naturschützer klemmten sich nach den ersten Meldungen dahinter. Sie erstatteten sofort Anzeige bei der Polizei. Acht Wochen lang beobachteten sie überdies intensiv die Wohnhäuser, in denen der Schütze vermutet wurde. Vor wenigen Tagen gelang es ihnen tatsächlich, den mutmaßlichen Schützen bei seiner Straftat zu beobachten. Die Polizei war frühzeitig eingeschaltet, denn das Töten von Raben- und Saatkrähen ist ein Verstoß gegen das Tierschutz- und gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Alle Beweismittel, die während der Beobachtung von den Naturschützern gesammelt wurden, wurden jetzt der Polizei übergeben.

„Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Verdächtigen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet“, teilte Vogelschutzexperte Karsten Peterlein vom Naturschutzbund (Nabu) Leipzig der LVZ mit. Außerdem ermittele die Polizei wegen Jagdwilderei.

Alle Fälle ereigneten sich im Wohngebiet an der Straße des 18. Oktober unweit einer Kindertagesstätte. Vorrangig am Wochenende, und da wiederum in den Vormittagsstunden, muss der Täter geschossen haben. Fünf seiner gefiederten Opfer wurden mitgenommen, in der Universitätsklinik für Vögel und Reptilien untersucht und geröntgt. Dabei wurden Diabolos von einem Luftgewehr gefunden. „Die meisten Tiere verendeten qualvoll, zum Teil blieben die Projektile in ihren Körpern stecken“, schildert Karsten Peterlein. Die Vögel, die nicht sofort tot waren, erlitten so schwere Verletztungen, dass der Tierarzt sie nur noch einschläfern konnte.

Der Naturschutzbund ist erleichtert, dass der mutmaßliche Täter ausfindig gemacht wurde, und dass er hoffentlich entsprechend bestraft wird. „Was Krähen betrifft, ist mir so ein gravierender Fall aus den vergangenen Jahren nicht bekannt“, so Peterlein. „Dass ein Mensch zur Schusswaffe greift, bleibt hoffentlich ein trauriger Extremfall, doch Naturentfremdung und Rücksichtslosigkeit gegenüber Tieren sind weit verbreitet“, sagt der Vogelexperte. Anderen Fällen, in denen beispielsweise auf Tauben geschossen wird, geht der Naturschutzbund ebenfalls nach.

„Bei einzelnen Vögeln, die tot aufgefunden werden, braucht niemand gleich Panik zu bekommen. Aber wenn sich in kurzer Zeit ähnliche Vorfälle häufen, sollte man den Mut haben, den Naturschutzbund zu informieren.“

Von Kerstin Decker

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