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Lokales Kräuter-Tour im Stadtgarten
Leipzig Lokales Kräuter-Tour im Stadtgarten
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00:19 20.05.2017
Jörg Kösters kocht im Zetkinpark mit den Teilnehmern die verschiedenen Kräuter. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Brennnessel, Salbei, Minze – auf Leipzigs öffentlichen Flächen wächst viel Grün, mit dem sich Speisen verfeinern oder kleine Gerichte zubereiten lassen. Bis auf den allgegenwärtigen Bärlauch gedeihen viele der essbaren Pflanzen in Parks und Wäldern jedoch eher unscheinbar. Die Grüne-Landtagsabgeordnete Claudia Maicher lud deshalb am Sonnabend mit der Initiative „Mundraub“ zu einer Kräuterwanderung durch den Leipziger Westen ein. Die Wild- und Heilkräuterpädagogin Martina Milisavljevic führte eine 15-köpfige Gruppe am Karl-Heine-Kanal entlang zum Clara-Zetkin-Park und erläuterte die Pflanzenvielfalt am Wegesrand. Immer wieder gab es Kost- und Duftproben von Spitzwegerich, Knoblauchrauke oder Vogelmiere, darunter auch viele unbekannte Kräuter wie Giersch oder Gundermann.

Viele Teilnehmer hörten die Namen der Wildwüchse zum ersten Mal. „Vieles sieht man am Straßenrand stehen und weiß nicht, was es ist. Im ersten Moment denkt man oft, dass das bloß Unkraut ist“, stellte Ramona Winter aus Markranstädt verblüfft fest. „Mundraub“ ist dabei nur eine von mehreren Initiativen, die auf natürliche Nahrungsquellen im Stadtgebiet aufmerksam macht. Auf ihrer Website hat die gemeinnützige Organisation eine Stadtkarte erstellt, wo Nutzer Fundorte von frei zugänglichen Früchten, Beeren und Kräutern eintragen können.

Claudia Maicher von den Grünen versammelt Projekte wie „Mundraub“ seit Herbst letzten Jahres in einer Arbeitsgemeinschaft unter dem Schlagwort „essbare Stadt“. Unter diesem Stichwort soll Bürgern etwa vermittelt werden, wie auf öffentlichen Flächen gemeinschaftlich gegärtnert werden kann. „Unser Ziel sind noch mehr essbare Pflanzen, Obstbäume, Beerensträuße in Gärten und Parks, damit die Menschen vor ihrer Haustür pflanzen und ernten können“, fasst die Plagwitzerin ihr Anliegen zusammen.

Damit die Teilnehmer der Kräutertouren die gepflückten Kräuter sogleich kulinarisch verarbeiten können, hat „Mundraub“ eigens eine mobile Küche entwickelt, die auf einem Fahrradanhänger mitgezogen wird. Auch am Sonnabend wurde die Arbeitsplatte mitsamt Kochfeld zum Abschluss der Wanderung auf einer Wiese nahe der Sachsenbrücke aufgebaut. Dort wurden die gesammelten Blätter und Blüten unter anderem zu Salat und Kräuterquark verarbeitet. Dem fünfjährigen Lucien haben es vor allem die kross gebratenen Brennnessel-Chips angetan: „Die soll meine Mama zu Hause unbedingt nachkochen.“

Von Maximilian König

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