Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Krankenhausgesellschaft: Betreuung geht vor Unterbringung
Leipzig Lokales Krankenhausgesellschaft: Betreuung geht vor Unterbringung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:03 02.12.2016
Quelle: Andre Kempner
Anzeige
Leipzig

Dieser Fall hat für Aufsehen gesorgt. Rund 21 Stunden verbrachte die 87-jährige Elisabeth Methner in ihrem Krankenbett auf einem Gang der Unfallchirurgie in der Leipziger Uniklinik. In den Zimmern herrschte Platznot durch sehr viele Neuaufnahmen. Ihr Sohn Volkmar Methner sieht dadurch die Menschenwürde seiner Mutter verletzt, die Uniklinik spricht von einem Ausnahmefall (LVZ.de berichtete).

Das betont auch die Krankenhausgesellschaft Sachsen (KGS) an. „Es ist ein bedauerlicher Ausnahmefall und für die Betroffene, aber auch für das Krankenhaus natürlich keine gute Situation“, so Stephan Helm, Geschäftsführer der KGS. Die Lage in der Unfallchirurgie vergleicht er mit der einer Notaufnahme. Planungssicherheit, was die Patientenzahlen betrifft, gäbe es dort nicht. „In der Uniklinik ist es offensichtlich so gewesen, dass innerhalb kürzester Zeit mehrere zu operierende Patienten auf die Station kamen.“ In solchen Situationen werde dann, ähnlich einer Notaufnahme, nach medizinischer Notwendigkeit entschieden, welche Patienten Vorrang haben.

„Es kann dann zu solchen Inanspruchnahmespitzen kommen. Das ist für den Einzelnen nicht schön“, erklärt Helm. „Am Ende muss das aber auch unter dem Aspekt gesehen werden, dass die medizinische Behandlung offensichtlich im notwendigen Maße erfolgt.“ Schließlich unterliege die Behandlung gewissen Qualitätskriterien, die eingehalten werden müssen. Die angemessene Betreuung habe eine höhere Priorität als die Unterbringung.

„Das zeigt auch die Komplexität des Alltags im Krankenhaus. Dort ist nicht alles planbar und vorhersehbar. Ein großer Teil der medizinischen Behandlung erfolgt als Notfallversorgung“, hält KGS-Geschäftsführer Helm fest. Der Fall von Elisabeth Methner zeige zudem, dass dabei mitunter auch Kapazitätsgrenzen überschritten werden. „Im Übrigen ist es ein stetes Bemühen eines jeden Krankenhauses, solche Ereignisse zu vermeiden und in jedem Fall einer kritischen Auswertig zuzuführen.“

Laut Uniklinik ließen sich die sogenannten Gangbetten „zur Überbrückung“ nicht immer vermeiden. Dass diese jedoch länger als wenige Stunden am Stück genutzt werden, sei „ein Ausnahmefall“.

Von André Pitz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Fußball-Regionalligist kann sich an die Sanierung der maroden Sporthalle auf dem Gelände des Bruno-Plache-Stadions machen. Die Stadt Leipzig hat entsprechende Fördergelder bewilligt.

02.12.2016
Lokales LVZ-Weihnachts-Spendenaktion - Hilfe für das „Haus Lebensweg“

Die LVZ-Spendenaktion „Ein Licht im Advent“ nimmt in Leipzig richtig Fahrt auf. Vergangenen Sonnabend hatten wir über die Nöte mit einer alten Küchenzeile im „Haus Lebensweg“ der Diakonie berichtet. Als Frank Moritz, Inhaber und Geschäftsführer der Firma Stadtbild-Projekt GmbH, davon in der Zeitung las, bot er sofort seine Hilfe an.

02.12.2016

Am Samstag kommt es im Leipziger Westen zu erheblichen Verkehrseinschränkungen. Wegen des Spiels von RB Leipzig und des Konzertes von Eros Ramazzotti soll ein sogenannter Sperrkreis eingerichtet werden.

02.12.2016
Anzeige