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Lokales Krankenkasse: Immer mehr dicke Leipziger müssen in die Klinik
Leipzig Lokales Krankenkasse: Immer mehr dicke Leipziger müssen in die Klinik
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23:59 08.03.2015
(Archivbild) Quelle: dpa

Demnach ist die Zahl der Messestädter, die wegen ihrer Leibesfülle behandlungsbedürftig sind, seit 2005 ums Achtfache gestiegen.

"2012 etwa wurden laut aktueller Daten des Statistischen Bundesamtes vor Ort 55 Patienten wegen Adipositas oder sonstiger Überernährung vollstationär behandelt. Das entspricht einem Anstieg von mehr als 685 Prozent gegenüber 2005, wo nur sieben Adipositas-Patienten stationär versorgt werden mussten", berichtet Leipzigs DAK-Chefin Annett Weber.

Die meisten unterziehen sich einer Magen-Operation. Dabei wird der Magen verkleinert oder ein Magen-Bypass gelegt. "Nach jüngsten Erhebungen von uns kommen so fast zwei Drittel aller Klinikaufenthalte von Übergewichtigen zustande", erklärt Weber. Der Rest entfalle auf die Behandlung des so genannten Schlafapnoe-Syndroms sowie verschiedener Stoffwechselerkrankungen.

Einen starken Einfluss auf den Anstieg fettleibiger Patienten in den Kliniken habe mittlerweile die Adipositas-Chirurgie als Therapieform. Sie kommt jedoch erst infrage, wenn andere Methoden wie Ernährungs-, Bewegungs- oder Verhaltenstherapien scheiterten; die Patienten mehr als fünf Jahre lang einen Body-Mass-Index (BMI) um bis zu 40 haben. "Zu beachten ist auch, dass die Magen-OPs stets einen schweren Eingriff darstellen", gibt Weber zu bedenken. Als Option sollten diese daher grundsätzlich erst in Betracht kommen, wenn alle anderen Behandlungsmethoden ausgeschöpft sind. Und: "Mit der Operation allein ist es auch nicht getan", warnt die örtliche DAK-Chefin vor überzogenen Erwartungen. "Wirklich erfolgreich kann eine OP nur sein, wenn der Patient zugleich sein Verhalten langfristig umstellt."

Dabei helfe aus ihrer Sicht zum Beispiel das speziell auf stark Übergewichtige zugeschnittene, bundesweite Abnehmprogramm "Mobilis". Eine interdisziplinäre Schulung mit Unterstützung hoch qualifizierter Trainer-Ärzte-Teams. In Leipzig leiten es seit 2012 die Sportwissenschaftliche Fakultät (Institut für Gesundheitssport und Public Health) und der Rehasport-Verein Leipzig. Mehr Bewegung und gesündere Ernährung sollen dabei unter anderem einen nachhaltigen und nicht nur kurzfristigen Gewichtsverlust gewährleisten. Das Fitnessprogramm läuft über einen Zeitraum von einem Jahr und ist offen für alle Erwachsenen mit einem Body-Mass-Index zwischen 30 und 40, die eine halbe Stunde am Stück zügig gehen können. Bei Vorliegen aller Voraussetzungen erstattet die DAK-Gesundheit ihren betroffenen Versicherten auch einen Großteil der Kosten zurück, die derzeit 785 Euro betragen, so Weber. Mit einer ärztlichen Notwendigkeitsbescheinigung in der Hand können auch Versicherte vieler anderer Kassen auf finanziellen Beistand setzen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.03.2015

Angelika Raulien

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