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Lokales „Kreatives Sachsen“ hilft Kunstschaffenden, erfolgreiche Unternehmer zu werden
Leipzig Lokales „Kreatives Sachsen“ hilft Kunstschaffenden, erfolgreiche Unternehmer zu werden
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06:00 03.07.2017
Katja Großer ist jeden Dienstag in der Härtelstraße 4 im neu eröffneten Büro „Kreatives Sachsen“ als Ansprechpartnerin zur Stelle. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Die Floskel von der brotlosen Kunst ist für viele Leute Realität, die sich hauptberuflich als Künstler oder Kreative in Leipzig niederlassen. Einerseits sind sie top ausgebildet und haben eine eigene Handschrift entwickelt. Andererseits tun sie sich schwer, den Wert ihrer Arbeit zu bestimmen, aus dem Atelier in die Öffentlichkeit zu gehen, sich gegenüber den Kunden „zu verkaufen“. Als oft unangenehm empfinden sie unternehmerische Notwendigkeiten wie günstige Räume suchen oder sich ein Netzwerk aufzubauen und dieses auch auszunutzen.

Dass Kunst schlecht bezahlt wird, nehmen viele lange hin. „Spätestens wenn Kinder kommen, wird die Frage dringend, dass man von seiner Arbeit auch leben kann“, sagt Katja Großer vom Sächsischen Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft, das am Sonnabend Büroeröffnung in Leipzig feierte. Die 35-jährige gebürtige Leipzigerin will Künstlern und Kreativen dabei helfen, auch erfolgreiche Unternehmer zu werden. Indem sie sie untereinander in Verbindung bringt, unternehmerisch berät, mit Kammern, Verbänden oder der Stadtverwaltung in Kontakt bringt, Zugang zu Fördermitteln oder Weiterbildung aufzeigt. Die Kulturmanagerin versteht sich als Ansprechpartnerin für jeden Kreativschaffenden und für alle Anliegen rund die Selbstständigkeit in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Sie ist ab sofort jeden Dienstag zwischen 9 und 16 Uhr in der Härtelstraße 4 (im ehemaligen „Tschau Tschüssi“) anzutreffen.

Das Zentrum Kreatives Sachsen ist deutschlandweit die erste Fördereinrichtung, die von Verbänden der Kultur- und Kreativschaffenden selbst getragen wird. Gefördert wird es vom Freistaat Sachsen mit 2,5 Millionen Euro für fünf Jahre. Zu den soeben eröffneten Büros in Dresden und Leipzig kommt ab Mitte August ein weiteres in Chemnitz hinzu. In Sachsen gibt es mehr als 11 000 Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft. Dieser Wirtschaftszweig besteht aus genau definierten Teilbranchen und umfasst nur Personen, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Die Teilmärkte sind Architektur, Buchmarkt, Darstellende Künste, Designwirtschaft, Filmwirtschaft, Kunstmarkt, Musikwirtschaft, Pressemarkt, Rundfunkwirtschaft, Werbemarkt, Software-/Games-Industrie, Kunsthandwerk und Sonstiges. Das Leipziger Büro ist übrigens eine Bürogemeinschaft mit weiteren Kreativschaffenden.

Kreatives Sachsen, Härtelstraße 4, Tel. 0160 90322773, Mail: katja.grosser@kreatives-sachsen.de

Von Kerstin Decker

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