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Lokales Krebs: HTWK-Rektorin Renate Lieckfeldt gibt Amt auf
Leipzig Lokales Krebs: HTWK-Rektorin Renate Lieckfeldt gibt Amt auf
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01:00 20.08.2013

Die 47-Jährige ist unheilbar krebskrank und legt das Amt nieder. Kommissarisch wird der Prorektor für Forschung, Professor Markus Krabbes, die Geschäfte übernehmen. Ihm stehen dabei der Prorektor für Bildung, Professor Gerhard Hacker, und die Kanzlerin Swantje Heischkel zur Seite.

Unter der Ägide von Renate Lieckfeldt waren in der Vergangenheit wichtige Weichenstellungen an der HTWK vorgenommen worden. So wurden das Zukunftskonzept der Hochschule mit ihren mehr als 6000 Studenten auf den Weg gebracht, die Maßgaben des sächsischen Hochschul-Entwicklungsplanes umgesetzt und viele Sponsoren aus der Wirtschaft für die Co-Finanzierung der sogenannten Deutschlandstipendien gewonnen.

Die verheiratete Mutter von drei Kindern, Bach-Liebhaberin und profunde Pianistin wirkte vor ihrer Wahl zur HTWK-Chefin an der Fachhochschule in Gelsenkirchen. Bereits in der Bewerbungsphase um den Posten war sie an Krebs erkrankt, konnte damals aber erfolgreich behandelt werden. Allerdings verweigerte ihr das Wissenschaftsministerium in Dresden zunächst die Ernennung zur Rektorin aus beamtenrechtlichen Gründen, erst nach Vorlage eines erneuten amtsärztlichen Gutachtens konnte sie am 1. Juli 2011 den Spitzenposten antreten. Am 27. September 2011 fand ihre feierliche Investitur statt. Gestern wandte sich die aus Dinslaken stammende Akademikerin in einem Schreiben an die HTWK-Angehörigen, in dem sie sich mit bewegenden Worten verabschiedet.

"Vielen von Ihnen würde ich gerne persönlich Lebewohl sagen, aber meine Kräfte reichen dazu kaum mehr aus. Ich möchte mich jetzt gerne zurückziehen und meine letzten Wochen mit meiner Familie verbringen." Bereits im Herbst 2011 sei sie erneut an Krebs erkrankt. Nach zwei Operationen und 28 Chemotherapien "ist nun der Krebs nicht mehr aufzuhalten". Bis auf zwei einwöchige Krankenhausaufenthalte habe sie der HTWK, einer "tollen Hochschule mit vielen tollen Menschen" aber immer umfänglich zur Verfügung gestanden. Ihr sei es wichtig gewesen, eine Kultur der Offenheit und des Vertrauens zu schaffen. "Ich bin stolz und dankbar, dass ich an dieser Hochschule Rektorin sein durfte."

Renate Lieckfeldt habe sich an der HTWK mit voller Kraft, enormer Willensstärke und großer Leidenschaft eingebracht, hieß es gestern seitens des Rektoratskollegiums. "Wir zollen ihrer Leistung als Rektorin und Mensch tiefen Respekt." Die Amtsgeschäfte würden jetzt "ganz in ihrem Sinne" übernommen und fortgeführt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.08.2013

Mario Beck

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