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Krebs beim Kind: Seit 25 Jahren ein Fall für die Leipziger Elternhilfe

Vereinsjubiläum Krebs beim Kind: Seit 25 Jahren ein Fall für die Leipziger Elternhilfe

Ihr Ziel ist es, Familien mit krebskranken Kindern während der stationären Therapie im Universitätsklinikum und in der Phase der ambulanten Nachsorge zu beraten, zu begleiten und ihnen beim Wiedereinstieg in den normalen Lebensalltag beizustehen. Seit nunmehr 25 Jahren ist die Leipziger Elternhilfe für krebskranke Kinder eine feste Größe im Sozialgefüge der Messestadt.

Sporttherapeut Markus Wulftange übt mit dem krebskranken Hannes im Kletterraum der Kinderonkologie.

Quelle: privat

Leipzig. Bereits 1988 hatte sich in Leipzig eine kleine Gruppe von Müttern und Vätern zusammengeschlossen, die ein an Krebs erkranktes Kind hatten. Sie wollten über Wege nachdenken, die es ihnen ermöglichen, mit dieser schweren, einschneidenden Situation umzugehen. Nach dem Fall der Mauer – im Juni 1990 – gründete diese Gruppe die Elternhilfe. In Zeiten des gesellschaftlichen Komplett-Umbruchs keine einfache Angelegenheit.

Etliche Fragen waren zu klären: Wie arbeitet ein Verein, was muss in der Satzung stehen, woher bekommen wir das nötige Kleingeld? Hinsichtlich der ersten Spendenakquisition bewiesen die Gründer – unter ihnen Irmtraud Schulz, beim Geburtstagsfest eine der Ehrengäste – gleich mal sächsische Fischelanz.

Sein Startkapital erhielt die Elternhilfe aus einer bemerkenswerten Umtauschaktion: Sie sammelte in einem symbolischen Sparstrumpf die letzten Aluchips und ging dann auf die Suche nach einer Bank, die die vielen DDR-Münzen in D-Mark umtauschte. Bei etlichen Instituten handelten sich die engagierten Eltern Absagen ein. Bei der Volksbank öffneten sich ihnen Arme. Stolze 4000 D-Mark flossen aufs neue Konto. Das verbindet bis heute. Und so fand der Jubiläumsempfang denn auch in den Räumen der Genossenschaftsbank-Filiale in der Schillerstraße 3 statt.

Anfangs ging es um die Bereitstellung von Räumen für Eltern und Geschwisterkinder, um ein Zimmer für Seelsorge-Gespräche, um einen Spielplatz für die Kids auf dem Gelände der damaligen Kinderklinik in der Oststraße. Erst ab 1994 gab es mit Birgit Plöttner eine Geschäftsführerin. Damit begann die allmähliche „Professionalisierung“ des Elternhilfe-Engagements. Inzwischen wird der Verein von 13 Mitarbeitern getragen, die psycho-, sozial- und sporttherapeutisches Know-how mitbringen und für etliche Angebote stehen.

Kunst- und Musiktherapie, Sporttherapie, psychologische und ambulante psychosoziale Betreuung, Trauer-und Palliativbegleitung, nicht zu vergessen die erlebnispädagogischen Freizeiten im Rahmen des Geschwisterprojekts: Vom Tag der Diagnosestellung bis in die Zeit der Nachsorge hinein will das Vereinsteam den Betroffenen zur Seite stehen.

„Der Fokus liegt dabei auf der gesamten Familie, da erfahrungsgemäß alle Angehörigen durch die Krebserkrankung des Kindes enorm belastet sind“, sagt Markus Wulftange, Sporttherapeut und Öffentlichkeitsarbeiter des Vereins. Der ehemalige Zweitligakicker des VfB Leipzig kümmert sich seit 2000 auch um die Pflege der Sponsoren. Als eloquenter Netzwerker gelang es ihm, die Firmen GRK Holding AG, Reinwald Entsorgung und Omniphon GmbH sowie der Kanzlei Hager Rechtsanwälte langfristig für den Verein zu gewinnen.

Was auch not tut, denn aufgrund des sukzessive aufgestockten Personals braucht es inzwischen einen Jahresetat von 400 000 Euro. „Zugleich“, betont Wulftange, „haben wir seit dem Bestehen der Elternhilfe rund 2,3 Millionen Euro an das Uni-Klinikum weitergereicht. Zum Beispiel für die Finanzierung von qualifiziertem Betreuungspersonal, von Geräten oder Baumaßnahmen.“

Apropos Bauen: Der Verein blickt erwartungsfroh auf 2016, wenn auf dem Areal des einstigen Bettenhauses in der Liebigstraße der Grundstein für den Klinik-Neubau gelegt wird, in dem die Kinderonkologie neue, großzügigere, modernere Räume erhalten wird. „Wir wollen dranbleiben“, sagt Wulftange, „am alten wie am neuen Standort. Dazu brauchen wir aber auch in Zukunft die Unterstützung der Leipziger.“

Deshalb werben der Therapeut und seine Kollegen gerade für einen Besuch der A-cappella-Musik zur Adventszeit am Sonnabend, 5. Dezember, ab 17 Uhr in der Peterskirche am Gaudigplatz. Unter dem Motto „Die Nacht ist vorgedrungen“ singt das Vocalconsort Leipzig unter der Leitung von Gregor Meyer Werke von Francis Poulenc, Frank Martin, Benjamin Britten und Rudolf Mauersberger – natürlich, um der Elternhilfe zu helfen.

Elternhilfe für krebskranke Kinder
Leipzig e.V., Philipp-Rosenthal-Straße 21, 04103 Leipzig, Telefon 0341 2252419, Telefax 0341 2251598;
E-Mail info@elternhilfe-leipzig.de;
Bankverbindung: Volksbank Leipzig,
IBAN: DE25860956040320093333,
BIC: GENODEF1LVB

Von Dominic Welters

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